Warum manche Busfahrer bei der Fahrt telefonieren

Die Frankfurter Busfahrer bringen täglich tausende Fahrgäste von A nach B. Hin und wieder sehen Fahrgäste sie auch telefonieren - und das während der Fahrt. Warum das in manchen Fällen notwendig ist.

Warum manche Busfahrer bei der Fahrt telefonieren

Mit den Frankfurter Bussen sind tagtäglich tausende Frankfurter unterwegs. Sie fahren zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen. Einer von ihnen ist Merkurist-Leser Co. Und ihm ist etwas aufgefallen: Er ist mehrmals die Woche im Bus unterwegs und sieht hin und wieder Busfahrer, die — in der Regel über Freisprecher — telefonieren. Er findet das, je nach Verkehrsaufkommen, riskant. Und fragt außerdem: „Warum gibt es die Aufkleber ‘Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen’ im Bus, wenn die telefonieren?“

Der Nahverkehrsbetrieb „TraffiQ“ ist unter anderem für den Busverkehr in Frankfurt zuständig. Sprecher Klaus Linek sagt: „Die Busfahrer — nicht nur in Frankfurt — nehmen einen sehr verantwortungsvollen Beruf wahr, dessen Anforderungen aus unserer Sicht über die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung hinaus gehen“. Man erwarte daher, dass sich das Personal vorrangig auf den anspruchsvollen Straßenverkehr konzentriert und bei Bedarf ansprechbar ist. „Das schließt – abgesehen von dienstlich notwendigen Gesprächen – sowohl das Telefonieren auch mit Freisprecheinrichtungen als auch das Musikhören mit Kopfhörern definitiv aus.“ Hinweisen von Fahrgästen auf Fehlverhalten gehe man daher konsequent nach.

Telefonate sind oft beruflicher Natur

Dennoch könne man auch als Fahrgast nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass Fahrer private Telefonate führen. Denn: Das Fahrpersonal sei verpflichtet, jederzeit mit der Betriebsleitstelle seines Unternehmens in Kontakt treten zu können und umgekehrt auch für die Betriebsleitstelle erreichbar zu sein. „Das wird durch unsere Auftragsunternehmen teilweise über Mobiltelefone mit Freisprecheinrichtungen gelöst“, so Linek. „Es kann also nicht in jedem Fall unterstellt werden, dass die Fahrerin oder der Fahrer ein privates Telefonat führt.“

Und auch die Frage zu den Schildern in den Bussen von Merkurist-Leser Co beantwortet Linek: „Ja, die Schilder sind, so meinen wir, aufgrund des weiter gestiegenen Straßenverkehrsaufkommens und auch aufgrund zunehmender mutwilliger Verstöße anderer Verkehrsteilnehmer gegen die Verkehrsregeln aktueller denn je.“ Deshalb solle der Hinweis, „schon im eigenen Interesse“, unbedingt von den Fahrgästen beachtet werden. (df)

Logo