Fahren die Frankfurter Straßenbahnen bald ins Umland?

Schienenverbindungen scheinen in der Region Frankfurt immer wichtiger zu werden. Die verkehrspolitischen Sprecher der Römer-Koalition machen jetzt einen weiteren Vorstoß.

Fahren die Frankfurter Straßenbahnen bald ins Umland?

Mit der Straßenbahn nach Neu-Isenburg, Offenbach oder Bad Vilbel - bisher geht das in den ersten beiden Fällen nur bis zur Stadtgrenze, im letzteren Fall geht’s noch nicht mal bis dorthin. Die verkehrspolitischen Sprecher Römer-Fraktion aus CDU, SPD und Grünen wollen das ändern.

In einer gemeinsamen Erklärung schlagen sie vor, eine „umweltverträgliche Verlängerung der Strecken zu prüfen“. Konkret geht es um die Linie 18 nach Bad Vilbel, die Linie 14 nach Neu-Isenburg und die Linien 15, 16 und ebenfalls 18 nach Offenbach. „Die verlängerten Strecken sind besonders für Pendler attraktiv, die in der Innenstadt arbeiten“, so die drei Politiker.

Nachbarstädte sind interessiert

In Bad Vilbel steht man der Idee offen gegenüber, wie der Sprecher der Stadt Yannick Schwander sagt. „Wir sagen je weiter die Bahn an die Stadtgrenze kommt, desto besser ist es für die Pendler in Bad Vilbel.“ Ganz neu sei die Idee aber nicht. Der Erste Stadtrat von Bad Vilbel Sebastian Wysocki (CDU) habe sich bereits zu dem Thema mit dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) ausgetauscht.

In Neu-Isenburg sieht es ähnlich aus. Der Bürgermeister der Stadt, Herbert Hunkel (parteilos), sagte auf Anfrage von Merkurist: „Die Stadt Neu-Isenburg hat eine grundsätzlich positive Einstellung zur Straßenbahn und zu einer Verlängerung.“ Schon am 22. Mai habe die dortige Stadtverordnetenversammlung eine Prüfung des Vorhabens beschlossen. Ein möglicher Streckenverlauf könnte entlang der zentralen Frankfurter Straße in Neu-Isenburg liegen. Dass durch die Bahn mehr Menschen nach Frankfurt zum Einkaufen fahren, fürchtet Hunkel nicht. „Im Gegenteil: eine Bahnverlängerung spricht für eine Passanten-Frequenzerhöhung“, so der Bürgermeister.

Verbindung nach Offenbach wiederbeleben?

In Offenbach besteht schon länger Interesse daran, die 1996 stillgelegte Straßenbahnverbindung nach Frankfurt wiederzubeleben. Bereits im März hatte die Industrie- und Handelskammer Offenbach beide Städte aufgefordert, wieder über diese Pläne zu sprechen. Auch aus Reihen der Stadtverordneten wurde Interesse bekundet. „Alle wollen diese Straßenbahnverbindung“, so Nadine Gersberg, Fraktionsgeschäftsführerin der SPD Offenbach gegenüber Merkurist.

Wie genau die Umsetzung weiter angegangen wird, ließen die verkehrspolitischen Sprecher der Römer-Koalition noch offen. Zwar wollten sie dem Umland nichts „aufzwingen“, aber dieses scheint ohnehin für die Pläne aufgeschlossen. Die Sprecher betonten aber auch, dass es Bereitschaft brauche, die Projekte zu finanzieren: „Die Umsetzung der Straßenbahnverlängerung ist daher nicht kurzfristig zu realisieren.“ (nm)

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