Schwarzlicht-Minigolfanlage entsteht in Bornheim

In zwei leerstehenden Geschäftsräumen auf der Berger Straße soll eine ungewöhnliche Minigolf-Anlage mit vier neonfarbenen Themenwelten entstehen - Ball-Aufzug und 3D-Effekte inklusive.

Schwarzlicht-Minigolfanlage entsteht in Bornheim

Frankfurter Minigolf-Freunde haben es bei schlechtem Wetter derzeit schwer: Mitsamt der „ZeilGalerie“ verschwand im Jahr 2017 auch die bislang einzige Indoor-Minigolfanlage der Stadt.

Ein auffälliges Plakat im Schaufenster eines leerstehenden Geschäftsraums in der Berger Straße 140 gibt Fans des Freizeitsports jedoch Grund zur Hoffnung. Demnächst, so ist auf ihm zu lesen, eröffne in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Modegeschäfts sowie eines geschlossenen Friseursalons „das erste 3D Schwarzlicht-Minigolf in Frankfurt.“

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Ein beliebter Freizeitsport mal anders

Schwarzlicht-Minigolf? Tim Schieferstein sorgt im Gespräch mit Merkurist für Aufklärung und bringt im wahrsten Sinn des Wortes Licht ins Dunkel: „Schwarzlicht-Minigolf ist klassischer Minigolf, erweitert um einzigartige Bahnen mit spektakulären Hindernissen, die unter Schwarzlicht in bunten Farben leuchten“, erklärt er die Variante des beliebten Freizeitsports. Die Kulissen der Bahnen werden von Graffiti internationaler Künstler gebildet. 3D-Effekte, die mit einer speziellen Brille sichtbar sind, sollen das Spielerlebnis außergewöhnlich machen.

Schieferstein ist für das Marketing der „Schwarzlichthelden“ zuständig, die sich für die Ankündigung auf der Berger Straße verantwortlich zeichnen. Der 38-Jährige hat das Unternehmen gemeinsam mit zwei Freunden gegründet und betreibt seit Januar 2016 eine Schwarzlicht-Minigolfanlage in Mainz. Offensichtlich mit Erfolg: „In Kürze werden wir unseren einhunderttausendsten Besucher begrüßen dürfen“, freut sich der Wiesbadener.

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Hommage an die hessische Metropole

„Die Stadt drängt sich geradezu auf für spannende Raumkonzepte“ - Tim Schieferstein, Unternehmer

Viele der Besucher der Mainzer Anlage seien eigens aus Frankfurt gekommen, um eine Partie zu spielen. „Es war also an der Zeit, auch die Frankfurter aus der Freizeitlangeweile zu befreien“, befindet Schieferstein und lacht. Mit einer Expansion in die Mainmetropole habe das Unternehmen aber ohnehin schon lange geliebäugelt. Die Stadt dränge sich nämlich geradezu auf für spannende Raumkonzepte. „Zwei Jahre lang haben wir Ideen für Wandmotive und kreative Bahngestaltung gesammelt“, erinnert er sich. Als die „Schwarzlichthelden“ mit den Räumlichkeiten auf der Berger Straße dann eine ideale Location für ihr Vorhaben gefunden hatten, konnten diese Ideen realisiert werden.

Dabei soll die Frankfurter Anlage etwas größer als ihr Mainzer Gegenstück geraten. Auf zwei Ebenen will Schieferstein vier Themenwelten erschaffen, „eine Art Hommage an die hessische Mainmetropole, wie er sagt. Damit die Frankfurter die Schwarzlicht-Minigolfbahn in ihrer Stadt lieben werden, tüftelt er gemeinsam mit seinen Kollegen an einigen Raffinessen. So soll bei zwei der Bahnen der Ball zunächst mit einem Aufzug nach oben befördert werden, bevor er – scheinbar über den Köpfen der Spieler schwebend – wieder den Weg nach unten findet. „Das ist aber nur eines der Highlights, mehr will ich noch nicht verraten“, gibt sich der Unternehmer geheimnisvoll.

Kein Geheimnis macht Schieferstein dagegen aus der Zielgruppe, die mit dem neuen Angebot angesprochen werden soll. „Die bunte Graffitiwelt und das besondere Spielerlebnis sorgen dafür, dass wirklich jeder auf seine Kosten kommt“, sagt Schieferstein, der sein Unternehmertum mit dem Handel mit Edelmetallen im Internet begann. Vom Kindergeburtstag über Junggesellenabschiede bis hin zu Betriebsausflügen und Rentnergruppen habe bislang jeder mit Freude versucht einzulochen. Auch frisch verliebte Studenten verbrächten gerne ihre ersten Dates beim Schwarzlicht-Minigolf.

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Eröffnung erst nach den Sommerferien

Bis auch in Frankfurt Frischverliebte über die Bahnen turteln können, wird allerdings noch ein wenig Zeit vergehen. „Es gibt für uns noch Einiges zu tun, wir haben uns viel vorgenommen“, bittet Schieferstein um noch ein wenig Geduld. So werden etwa 40 Schwarzlichtlampen verbaut und bis Ende Juni großflächige Graffiti-Arbeiten verrichtet. Die Eröffnung der Anlage sei zum heutigen Stand für die ersten Wochen nach dem Ende der Sommerferien geplant.

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Energiesparsame Leuchtstoffröhren

Die Bornheimer dürften sich indes erfreut über das neue Freizeitangebot zeigen, war die „mittlere Berger Straße“ doch zuletzt von einigem Leerstand geplagt. Doch auch Stimmen des Bedenkens bleiben nicht aus:

So wundert sich Merkurist-Leserin Su Karinca darüber, dass mit der Schwarzlicht-Minigolfanlage ein echter Stromfresser in die leerstehenden Räumlichkeiten zieht – ausgerechnet in eine Nachbarschaft, die sich dem Kampf gegen Plastikbecher und der Nachhaltigkeit verschrieben habe.

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Dass stolze 128 Schwarzlichtröhren in der Mainzer Anlage eine Menge Strom verbrauchen, kann auch Schieferstein nicht leugnen. Für die Beleuchtung in Frankfurt greife man aber ganz bewusst erstmals auf eine besonders energiesparende Bauform zurück. „Die neuen Lampen verbrauchen im Vergleich zu denjenigen in Mainz ganze achtzig Prozent weniger Strom“, betont er. Außerdem brauche man aufgrund einer verbesserten Leuchttechnik in Frankfurt weitaus weniger Leuchtröhren.

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