Das passiert mit dem ehemaligen Merianbad

Seit Winter befindet sich das Merianbad im Umbau. Geplant war die Wiedereröffnung für den März - doch noch immer sind die Schaufenster verdeckt. Wann das neue Restaurant öffnet und was die Gäste erwartet.

Das passiert mit dem ehemaligen Merianbad

Seit Anfang des Jahres ist das „Cafe Merianbad“ Geschichte. Noch immer hindert ein Sichtschutz Fußgänger, die auf der Berger Straße flanieren, daran, einen Blick in das neue Lokal zu werfen. Der „Kupferstecher“ sollte bereits im Frühjahr diesen Jahres eröffnen, nun aber stehen die beiden Inhaber Drazan Susak und Tomislav Matkovic tatsächlich kurz vor der Eröffnung ihres Restaurants. Der Name des modernen Wirtshauses ist an den Namensgeber des Merianplatzes angelehnt: Matthäus Merian war ein Kupferstecher im 17. Jahrhundert und fertigte Stadtkarten an. Dementsprechend soll auch die Speisekarte eine Huldigung an die Region sein.

„Ein eigenes Wirtshaus zu eröffnen war schon immer ein Wunsch, bloß wird unseres aber etwas moderner.“ - Drazan Susak - Inhaber „Kupferstecher“

„Mein Partner und ich sind typische Schnitzelkinder“, erzählt Susak. Das regionale Bernemer Schnitzel - ein Wiener Schnitzel mit grüner Soße - soll auf der Karte ebenso stehen wie Handkäs’ mit Musik. Die beiden Inhaber erfüllen sich mit der Eröffnung des Lokals einen Traum: „Wir waren schon immer gerne Gast in typischen Frankfurter Wirtshäusern. Ein eigenes zu eröffnen war schon immer ein Wunsch, bloß wird unseres etwas moderner.“

Produkte aus der Region

Im Kuperstecher wollen die beiden Inhaber nur Tierprodukte aus "guter Haltung" anbieten. „Deshalb ist mein Partner regelmäßig beim Bauernhof, der uns mit Fleisch beliefert, vor Ort“, sagt Susak. Doch nicht nur das Fleisch erhalten die Inhaber von regionalen Anbietern. Auch die angebotenen Backwaren und das Bier sollen aus der Region stammen und direkt von dort aus ins Wirtshaus beliefert werden. Zudem möchte Susak den Gästen ein familiäres Gefühl geben und den „Kupferstecher“ zu einer Lokalität machen, die von den Anwohnern gerne aufgesucht wird.

Ein weiterer Schwerpunkt im kupfernen Wirtshaus ist das flüssige Gold - Bier. Neben der Heimatküche, werden vielerlei Bierspezialitäten angeboten. Über ein Dutzend Biersorten sollen über den Tresen gehen. Gleiches gilt für Wein und Gin. „Wir bieten kein Craft-Beer an, sondern konzentrieren uns eher auf klassisches Bier“, sagt Susak. „In drei großen Tanks bieten wir Helles, Dunkles und Lager an. Zudem gibt es eine Vielzahl an Flaschenbier.“ Diese sollen nicht einfach nur verkauft werden, sondern interessierten Gästen auch im Rahmen einer Bier-Verkostung genauer vorgestellt werden.

Inneneinrichtung mit Liebe zum Handwerk

„Wir haben den Turm mit einer Wand aus Kupfer verkleidet und ebenfalls ist die alte Zapfanlage aus Kupfer.“ - Drazan Susak, Inhaber „Kupferstecher“

Damit das Ambiente auch stimmt, haben die neuen Inhaber viel im Inneren des Merianbads gemacht. Die Sanierung habe auch Küche und Sanitärbereiche umfasst. „Bei den Umbauten haben wir die originalen Fliesen aus der alten Badeanstalt gefunden und wollten sie unbedingt sichtbar lassen“, sagt Susak. Die Inhaber wollen so die Geschichte des alten Gebäudes bewahren. Das Design orientiert sich auch am Handwerk des Kupferstechers: „Wir haben den Turm mit einer Wand aus Kupfer verkleidet und ebenfalls ist die alte Zapfanlage aus Kupfer.“ Das Innenleben des Lokals soll fortan viel heller und transparenter erscheinen, als es im vorangegangenen Restaurant der Fall war.

Was natürlich bei einem Frankfurter Wirtshaus nicht fehlen darf ist der Bezug zur Eintracht: „Mein Partner und ich sind Eintrachtfans mit Leib und Seele und wollen hier mit den Gästen Übertragungen verfolgen“, meint Susak, der im gleichen Zug klarstellt, dass es sich bei dem Lokal nicht um eine Sportsbar handelt.

Auf den Raucherraum muss man indes im neuen Lokal verzichten. Dieser wird fortan vom Ortsbeirat 3 als Stadtteiltreff genutzt. Der Raum kann allerdings von allen genutzt werden und die Schlüsselübergabe erfolge nach Absprache, erklärt Ortsvorsteherin Karin Guder. Eine Einrichtung des Raumes werde in den kommenden Wochen in Angriff genommen.

„Bereicherung für die Berger Straße“

Auch Kaweh Nemati blickt mit Vorfreude auf den Umbau in der ehemaligen Badeanstalt: „Wir freuen uns alle“, sagt der Vorstand der Interessengemeinschaft Untere Bergerstraße und Inhaber der benachbarten Modeboutique. Dass der Betrieb seit Monaten still stand, empfindet Nemati als nicht so schlimm: „Es war ja ein Umbau, bei dem die Inhaber viel Mühe hineingesteckt haben. Die Kunden werden verstehen, warum sich die Wiedereröffnung verzögert hat, wenn sie sehen, wie aufwendig dort alles gestaltet wurde.“

„Das neue Merianbad wird eine Bereicherung für die gesamte Berger Straße sein, sowohl optisch als auch gastronomisch.“ - Kaweh Nemati, Vorstand der IG Untere Berger Straße

Pünktlich zum Sommerwetter ab Juni könne man wieder Gäste unter freiem Himmel bewirten. „Das neue Merianbad wird eine Bereicherung für die gesamte Berger Straße sein, sowohl optisch als auch gastronomisch“, sagt Nemati. Die Eröffnung eines Restaurants mit deutscher Küche sei mutig und inzwischen selten.

Eröffnung erfolgt im Juni

Warum der Umbau dann doch länger als geplant gedauert hat, kann Susak einfach beantworten: „Das Merianbad ist ein denkmalgeschützter Sonderbau, deshalb mussten einige Umbauten von der Stadt abgenommen werden. Deswegen hat sich alles etwas verzögert.“ Die Eröffnung sei aber für die Woche nach dem Bergerstraßenfest geplant. Für das Straßenfest selbst wird man aber schon Zelte aufstellen und die Gäste mit Bratwurst, Pulled Beef und Bier versorgen. (lo/ab)

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