Wie es mit dem Apfelweinlokal „Zur Sonne“ weitergeht

Nach langem Bangen um den Erhalt des Bornheimer Gasthauses „Zur Sonne“ gibt es nun offenbar einen neuen Besitzer. Dieser soll das Lokal erhalten wollen.

Wie es mit dem Apfelweinlokal „Zur Sonne“ weitergeht

Bereits im vergangenen Jahr erreichte die Bornheimer Kneipengänger die Nachricht: Das Apfelweinlokal und Gasthaus „Zur Sonne“ in Bornheim soll verkauft werden. Als es hieß, dass das Lokal in Wohnungen umfunktioniert werden könnte, bangten viele Bornheimer um den Erhalt der Gastronomie. Auch ein gemeinnütziger Verein aus Frankfurt interessierte sich für das Gebäude (Merkurist berichtete). Wie die Frankfurter Neue Presse (FNP) berichtet, gibt es jetzt aber Entwarnung: Ein neuer Besitzer ist offenbar gefunden - und der soll die Gastronomie erhalten.

Verein wollte Lokal kaufen

Seit mehr als einem Jahr ließen die Eigentümer der Gaststätte das Gebäude für 2,5 Millionen Euro im Internet anbieten. Die Sorge der Bornheimer um den Erhalt des Lokals war groß und zeigte sich auch in Form einer Petition, die im vergangenen Jahr mit mehr als 54oo Unterschriften an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) abgegeben wurde.

Der gemeinnützige Verein "Inter Esse" hatte bereits Interesse an dem Gebäude bekundet und plante mit Lesungen, Unplugged-Konzerten und einem „Raum für alle“ Gastronomie und Kultur zu vereinen. Mit einem Online-Crowdfunding wollte der Verein Geld sammeln, um die Sonne kaufen zu können - jedoch erfolglos.

Entgegen aller Umbau- und Umfunktionierungsvorschläge soll das „Zur Sonne“ nunmehr als Lokal in Bornheim erhalten bleiben. Wie die FNP berichtet, gibt es Gerüchte zu einem Verkauf an einen Interessenten aus Bayern.

Eine Jahrhundert-Geschichte

Dass ihr traditionelles Wirtshaus als Gastronomie weitergeführt werden soll, dürfte die Bornheimer Einwohner freuen. Immerhin steckt hinter dem Juwel des Stadtteils eine Jahrhundertgeschichte.

Die Sonne wurde um 1750 erbaut und 1768 das erste Mal als Gaststätte in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahre wechselten die Besitzer mehrfach, doch seine Funktion als Lokal blieb. Vor etwa 30 Jahren erwarben Gustav Adolf Lorz und seine Frau Ulrike das Anwesen mit Innenhof und Biergarten und boten ihren Gästen neben Apfelwein auch hessische und traditionell Frankfurter Gerichte aus regionalen Produkten an.

„Die Sonne ist vor allem kulturgeschichtlich bedeutend“, sagt auch Hermann Steib (Grüne), Ortsvorsteher des Stadtteils Bornheim. Früher suchten viele Frankfurter außerhalb der Innenstadt nach Wirtshäusern, weil in der Innenstadt kein Platz war. „Die Sonne war der letzte Ort dieser Art und dieser Größe - mit Garten und Bäumen“, so Steib. Nun bleibt das Lokal offenbar erhalten. Genaueres über die Zukunftspläne des neuen Besitzers sind allerdings noch nicht bekannt. Am 29. Juni hatte die Sonne das vorerst letzte Mal geöffnet, berichtete die FNP. (ab)

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