„Wir sind ein Kunstkiosk“: Zweiter Yok Yok hat in der Fahrgasse eröffnet

Nach dem beliebten Treff in der Münchener Straße hat nun ein zweiter Yok Yok in der Altstadt eröffnet. Neben Bier und Geselligkeit steht hier auch Kunst im Vordergrund - zum Gucken, Kaufen und darüber ins Gespräch kommen.

„Wir sind ein Kunstkiosk“: Zweiter Yok Yok hat in der Fahrgasse eröffnet

Es ist ein Bild, das einem im Kultkiosk „Yok Yok“ nur selten begegnet: Betreiber Nazim Alemdar sitzt alleine hinter seinem Kassentisch, trinkt einen Espresso und wartet auf abendliche Kundschaft. Während sein beliebter Verkaufsladen in der Münchener Straße im Bahnhofsviertel - insbesondere in den Abendstunden - oftmals aus allen Nähten platzt und wegen langer Schlangen vor der Kasse und sich unterhaltenden Biertrinkern vor den Türen kaum ein Durchkommen ist, herrscht an diesem Abend eine ungewohnte Stille im Yok Yok - einem neuen Yok Yok, der vor einigen Wochen in der Fahrgasse 21 unterhalb der Konstablerwache eröffnet hat.

„Ein Ort der leisen Töne.“ - Beschreibung des neuen Yok Yok

„Wir sind ein Kunstkiosk“ - steht auf einem Flyer, der die neue Dependance des hippen Treffpunkts vorstellt. „Ein Ort der leisen Töne.“ Doch nicht nur das ist neu am neuen Yok Yok: Alemdar sitzt an einem kleinen Sekretär, in dessen Schublade er die Kasse aufbewahrt, hinter ihm ein Echtholzschrank mit verzierten Flügeltüren, in dem die Zigaretten aufgereiht sind und vor dem großen Schaufenster ist ein kleiner Tisch auf einem roten Orient-Teppich mit weißem Kaffee-Geschirr eingedeckt. „Hier soll es hausgemachten Kuchen und Kaffee geben“, sagt Alemdar stolz. „Die Kafeemaschine habe ich schon. Nur den richtigen Kaffee habe ich noch nicht gefunden.“

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Einiges fehlt noch

„Für den Biertrinker, der auch Kunst kauft und den Kunstbetrachter, der auch Bier trinkt.“ - Nazim Alemdar, Inhaber des Yok Yok

Überhaupt fehle es noch an einigem mehr, um den neuen Kiosk gebührend einzuweihen. Erst heute sei ein Kühlschrank gekommen, der dringend gebraucht wurde, auch die Ausschank-Erlaubnis stehe noch aus. Deshalb habe man auch noch nicht groß auf die neue Dependance aufmerksam gemacht. Doch aufmerksam machen soll sie allemal: Denn das neue Konzept sieht nicht nur Verkauf und geselliges Beisammensein vor, sondern auch einen Raum, in dem Kunst ausgestellt und verkauft und Lesungen gehalten werden. „Es ist ein kombiniertes Geschäft - für den Biertrinker, der auch Kunst kauft und den Kunstbetrachter, der auch Bier trinkt“, sagt Alemdar. „Hier soll es aber auch voll werden.“ Ähnlich voll wie im Bahnhofsviertel? Mal abwarten, wie's läuft",sagt er.

Bereits voll - und zwar mit Ideen - ist allerdings der Kopf des Kiosk-Besitzers. Von Waffeln und Zuckerwatte über Glühwein bis hin zu Käse-und-Wein-Abenden trage er tausende Ideen mit sich herum. Für ihn gibt es keine Grenzen - nur wenn es um Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtendes geht. Kunst habe er schon immer gerne gemocht und sich mit dem Galerie-Kiosk gewissermaßen einen Wunsch erfüllt. Als er den Raum, der vorher - nachdem sich eine Galerie und ein Reisebüro dort niedergelassenen hatten - lange leer stand, besichtigte, habe er gleich zugesagt. „Das Leben ist Kunst“, sagt Alemdar. Deswegen steht auch im neuen Yok Yok das Zusammenkommen von Menschen, die guten Gespräche und die Herzlichkeit im Vordergrund. „Derjenige, der den Laden betritt, gehört für mich zur Familie“, sagt Alemdar. Gemäß dem „Gibt's-nicht-gibt's-nicht“-Prinzip hilft er auch gerne in den verschiedensten Lebenslagen aus. „Eine gebende Hand ist immer besser als eine nehmende.“

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Und geben wird es in seinem neuen Kiosk übrigens auch das, was viele an dem Angebot in der Münchener Straße schätzen. Bis auf 230 Biersorten soll auch dort das Sortiment noch anwachsen. Bislang stehen schon 125 Sorten in den Regalen. Wer der neuen Kunst-und-Kiosk-Location einen Besuch abstatten will, hat täglich von 13 bis 22 Uhr dazu Gelegenheit. Über Facebook informiert Alemdar über die anstehenden Veranstaltungen. Auch eine Eröffnungsfeier ist in Bälde geplant.

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