Alternative Mode: Neuer Klamottenladen eröffnet in Sachsenhausen

Von der KfZ-Mechanik zur Mode: Matthias und Carina Sippel eröffnen einen Klamottenladen mitten in Sachsenhausen. Dabei ist dem Ehepaar besonders eine Sache wichtig: Nachhaltigkeit.

Alternative Mode: Neuer Klamottenladen eröffnet in Sachsenhausen

Kommt man in den kleinen Laden mitten in Sachsenhausen rein, so denkt man direkt an Berlin mit seinen vielen hippen Läden. Hier findet sich eine überschaubare Anzahl an Klamotten, ausgelegt auf selbstgebauten Möbeln. Schwarz, weiß, grau sind hier die dominierenden Farben, zwischendurch blitzt ein weinrotes Shirt durch. Das Ehepaar Matthias und Carina Sippel hat sich hier einen kleinen Traum erfüllt: Sie feiern am Samstag, den 4. Mai die Eröffnung von careless.clothing, ihrem Klamottenladen für alternative Mode.

Minimalistischer und nachhaltiger Lifestyle

Angefangen hat alles als Klamotten für Autoenthusiasten, die der gelernte KfZ-Mechaniker 2011 neben tatsächlichen Autoteilen in seinem Online-Handel verkaufte. Mit Carina, die er 2016 kennen und lieben lernte, kam dann ein neues Konzept, dass durch die Erfahrung der gemeinsamen Reisen geprägt wurde.

„Wir dachten uns, wir möchten das im Rahmen unserer Möglichkeiten ändern.“ - Matthias Sippel

„Als wir mit unserem VW Bus durch ärmere Ländern wie Kroatien gereist sind, haben wir Leute getroffen, die viel weniger hatten und trotzdem glücklich waren. So kamen uns die minimalistischen Gedanken, dass auch wir eigentlich viel weniger brauchen“, erklärt Matthias. Gleichzeitig hätten die beiden viel Müll, insbesondere Plastikmüll in der Natur herumliegen gesehen, sodass sich auch da ein Umdenken einstellte: „Wir dachten uns, wir möchten das im Rahmen unserer Möglichkeiten ändern.“

Diese Reiseerfahrungen prägten fortan ihre Mode. Unter dem Motto „Back to the Basics“ hat die neue Kollektion von careless.clothing ein minimalistisches Design. Das Augenmerk liegt jetzt mehr auf der Qualität und der nachhaltigen Produktion der Kleidung. „Unsere Nachhaltigkeit besteht vor allem darin, dass die Klamotten länger bestehen bleiben“, so Ehefrau Carina.

Doch nicht nur die Langlebigkeit machen die Kleidung der beiden aus. Auch faire Arbeitsbedingungen sind dem Ehepaar wichtig. Die Kleidung beziehen sie über deutsche und einen englischen Großhändler, welche die Klamotten im Ausland anfertigen. „Sie setzen sich für faire Arbeitsbedingungen ein, das heißt: faire Löhne und keine Kinderarbeit“, so Matthias. In Zukunft plant das Paar die Rohlinge für ihre Kleidung nur noch von Fair-Trade-zertifizierten Händlern zu beziehen.

Auch im Laden achten sie auf Nachhaltigkeit. „Unseren Kunden geben wir beispielsweise keine Tüten mit, wenn sie eine Tasche dabei haben. Und wenn sie doch eine Tüte brauchen, bekommen sie eine recyclte Papiertüte“, sagt Matthias. Außerdem würden die Klamotten in kleiner Auflage hergestellt werden, somit werde nur nach Bedarf produziert.

Eigene Designs selbst veredelt

Careless sind sie also nicht hinsichtlich ihrer Umwelt. Doch woher kommt dann der Name der Marke? careless.clothing bezieht sich auf Matthias Persönlichkeit selbst. Er interessiere sich nicht dafür, was die anderen von ihm halten. „Ich bin careless, ich weiche einfach von der Norm ab.“

„In der Kleidung ist sehr viel von uns beiden drin und das macht sie besonders.“ - Carina Sippel

Für das Design ist der leichtsinnige KfZ-Mechaniker selbst verantwortlich. „Wir erhalten die Rohlinge, also T-Shirts ohne Schnickschnack. Und ich setze dann meine Designideen um, indem ich sie darauf drucke oder besticke, also einfach veredele.“ Als Inspiration für die Designs nehmen sie ihren persönlichen Geschmack und haben damit sich selbst als Zielgruppe festgelegt. „In der Kleidung ist sehr viel von uns beiden drin und das macht sie besonders“, so Carina.

Aufwändigere Designs, die ihre Möglichkeiten übersteigen, geben sie allerdings ab. In regionalen Kooperationen werden dann ihre Ideen, die manchmal auch in Zusammenarbeit mit Tätowierern entstehen, realisiert.

Vom Online-Handel zum Klamottenladen in Sachsenhausen

„Jetzt können die Leute unsere Kleidung direkt anfassen und anprobieren.“ - Matthias Sippel

Bisher verkauften die beiden ihre Kleidung online und bei Events. Und da die Resonanz bei Events so hoch war, fiel schnell die Entscheidung einen eigenen Laden zu eröffnen. „Jetzt können die Leute unsere Kleidung direkt anfassen und anprobieren. Denn genau das haben sich viele gewünscht, die die Kleidung online gesehen haben“, sagt Matthias.

Dass die beiden ihren eigenen Laden eröffnen, hätten sie nicht gedacht. „Über Bekannte haben wir zufällig erfahren, dass dieser Laden hier in Sachsenhausen frei wird. Das Angebot kam aus dem nichts!“ Über das Viertel und die Lage ihres Ladens sind die beiden sehr dankbar und freuen sich immer wieder, wenn bekannte Gesichter aus der Nachbarschaft vorbeischauen.

Am 4. Mai besteht bei der Eröffnungsfeier für alle die Möglichkeit das Ehepaar und ihre Kleidung kennenzulernen. „Wir möchten uns einfach kurz vorstellen. Jeder kann hier herkommen, was essen und trinken und natürlich auch was kaufen, wenn er möchte. Das ist aber kein Muss“, so Carina. „Wir wollen einfach ein nettes Beisammensein unter Gleichgesinnten anbieten. Hier können sich dann kreative Leute bei cooler Musik austoben und networken“, ergänzt Matthias. (ab)

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