Die Pläne für den Frankfurter Ratskeller

Lange standen die Räume unter dem Römer leer. Doch dies kann sich bis Ende des Jahres ändern. Denn es gibt mehrere Interessenten für die Räumlichkeiten - unter anderem das Apfelweinmuseum. Doch dieses zieht nur unter einer Bedingung ein.

Die Pläne für den Frankfurter Ratskeller

Während im Römer Menschen meist täglich ein- und ausgehen, herrscht unterhalb des politischen Zentrums der Stadt Stillstand. Und das schon seit rund vier Jahren. Seitdem sich in den Kellerräumen des Römers — dem Ratskeller — nicht mehr die Kantine für die städtischen Mitarbeiter befindet, stehen die Räume leer. Dabei hatten einige Gastronomen und Vereine Interesse an den Räumen gezeigt. So auch der Verein Deutsches Apfelweinmuseum, der — wie sein Name schon verrät — ein Museum rund um das Lieblingsgetränk der Frankfurter unter dem Römer eröffnen möchten.

Apfelweinmuseum hat Untergeschoss angeboten bekommen

Doch die Stadt hat sich noch nicht entschieden, wem sie die Räume übergeben möchte. Nur so viel steht schon fest: das Apfelweinmuseum kann in den Römerkeller unter den Ratskeller ziehen. Ein Grund zur Freude ist dies für den Verein dennoch nicht. „Das ist ein erster guter Schritt“, sagt ein Sprecher des Vereins. „Unser ausgewählter Gastronom sollte aber den Ratskeller bekommen, sonst funktioniert das Gesamtkonzept nicht.“ Und wenn die Gesamtvision des Vereins nicht unter dem Römer realisierbar ist, wird es das Apfelweinmuseum vorerst nicht geben, so der Sprecher weiter. Denn ohne das Restaurant im Anschluss sei das Museum nicht finanzierbar.

„Wir wollen unabhängig von dem Verein Apfelweinmuseum das beste Konzept auswählen.“ - Günter Murr, Sprecher Dezernat für Bau und Immobilien

Die Stadt hat sich allerdings noch nicht entschieden, welcher Gastronom in den Ratskeller ziehen wird. Die europaweite Ausschreibung für einen geeigneten Mieter läuft noch. „Wir wollen unabhängig von dem ‘Verein Apfelweinmuseum’ das beste Konzept auswählen“, sagt Günter Murr, Sprecher des Dezernats für Bau und Immobilien. Der neue Pächter solle aber die Interessen des Vereins berücksichtigen, so Murr weiter.

„Wir sind offenbar ein Spielball der Meinungsverschiedenheiten im Römer geworden.“ - Sprecher Verein Apfelweinmuseum

Während Murrs Vorgesetzter Dezernent Jan Schneider (CDU) hinsichtlich des neuen Pächters noch unentschieden zu sein scheint, habe sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) für den vom Verein vorgeschlagenen Gastronom ausgesprochen, sagt ein Sprecher des Apfelweinmuseums. „Wir sind offenbar ein Spielball der Meinungsverschiedenheiten im Römer geworden“, so der Sprecher des Museums weiter. Bei Elke Tafel-Stein, der planungs- und baupolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion im Römer, erweckt das Verhalten der Stadt auch einen anderen Eindruck: „Es scheint, als sei die Zukunft des Ratskellers dem Magistrat dieser Stadt nicht wirklich wichtig“, sagt die Politikerin.

Typische Frankfurter Küche

Dies wird vonseiten des Dezernats für Bau und Immobilien verneint. Die Suche nach einem geeigneten Mieter habe sich so in die Länge gezogen, da die baulichen Gegebenheiten der Immobilie erst an aktuelle Sicherheitsvorkehrungen und für eine erneute Gastronomie angepasst werden müssen. In Betracht dessen eigne sich nicht jedes Gastronomiekonzept für die Räumlichkeiten. Zudem verfüge die Fläche über keinen Außenbereich, was viele Gastronomen davon abhalte, gerne in die Räume unter den Römer zu ziehen.

Mehrere Interessenten gibt es laut Murr derzeit dennoch. Und das trotz einer stolzen Miete. Rund 24.000 Euro monatlich sollen die zukünftigen Gastronomen laut dem Sprecher des Apfelweinmuseums für die Räume zahlen müssen. Im Sommer will sich die Stadt für einen der Bewerber entscheiden. Eine Gastronomie, die typische Frankfurter Küche anbiete, werde es auf Wunsch der Stadt aber egal wie die Entscheidung ausfällt geben.

Das Konzept zum Apfelweinmuseum

Wählt die Stadt dabei den präferierten Gastronom des Apfelweinmuseums aus, kann dieses das Nationalgetränk der Frankfurter auf fünf Ebenen vorstellen. Zum einen soll die Geschichte von Apfelwein zwischen 800 v. Chr. bis heute mit Schwerpunkt auf den Fünfzigerjahren vorgestellt werden. Zum anderen soll den Besuchern die Produktionsweise des Apfelweins näher gebracht und das Getränk in seinen Formen, wie es im Ausland verkauft wird, präsentiert werden. Auch der Bembel und die Schoppegläser sollen speziell in den Fokus gestellt werden. In einer Töpferwerkstatt sollen Besucher zudem in Kursen ihre eigenen Bembel herstellen können. Der fünfte Teil des Konzepts ist schließlich das Apfelweinrestaurant mit einem Verkaufsshop und Kochshowabenden. Und von diesem Teil hängt nun die nahe Zukunft des Apfelweinmuseums ab. (ms)

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