Chinesischer Garten: Neue Details zum Wiederaufbau

Noch immer ist der chinesische Garten im Bethmannpark aufgrund der Brandschäden an Pavillon und Laubengang geschlossen. Nun äußert sich das Grünflächenamt zum genauen Ausmaß des Schadens - und gibt den Zeitplan für einen Wiederaufbau bekannt.

Chinesischer Garten: Neue Details zum Wiederaufbau

Viele Frankfurter reagierten bestürzt, als in der Nacht zum 1. Juni 2017 der „Garten des himmlischen Friedens“ durch einen Brand zerstört wurde. Gern hatten sie den chinesischen Garten für Spaziergänge genutzt oder hatten sich auf einer der Bänke am Teich ausgeruht.

Besonders bitter: Erst wenige Wochen zuvor war auch der koreanische Garten im Grüneburgpark durch ein Feuer zerstört worden. In beiden Fällen stellte die Polizei Brandstiftung als Ursache fest. Sie richtete eine Sonderkommission („Soko Holz“) ein, welche sich auch mit dem Brand des Goetheturms befasst. Trotz intensiver Ermittlungen konnte ein Täter jedoch bislang nicht gefasst werden (Merkurist berichtete).

Das für den Unterhalt des chinesischen Gartens zuständige Grünflächenamt versprach bereits im Herbst des vergangenen Jahres einen Wiederaufbau des ausgebrannten Pavillons. Dieser war mitsamt dem angrenzenden Laubengang im Jahr 1989 von chinesischen Baumeistern als „Garten des himmlischen Friedens“ errichtet und erst vor neun Jahren aufwendig saniert worden.

Bis auf weiteres geschlossen

Das Eingangstor zum Park jedoch ist auch derzeit noch verschlossen. Ein Schild warnt vor Einsturzgefahr und hinter der Mauer ist noch immer das verkohlte Gerippe des Wassertempels zu erkennen. Vom angekündigten Wiederaufbau keine Spur - wie steht es also um die beliebte Gartenanlage?

„Es ist mir auch ganz persönlich ein Herzensanliegen, dass diese Brandwunden in der Stadt bald geheilt sind.“ - Rosemarie Heilig, Umweltdezernentin

Das Grünflächenamt äußerte sich nun vor dem städtischen Ausschuss für Umwelt und Sport zum Stand der Dinge. Auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig kam zu Wort: „Es ist mir auch ganz persönlich ein Herzensanliegen, dass diese Brandwunden in der Stadt bald geheilt sind.“

Die vom Leiter des Grünflächenamts Stephan Heldmann eröffneten Details dürften ihr Hoffnung auf die Erfüllung ihres Herzenswunsches geben. Allerdings wird bis zum Wiederaufbau der Bauten noch einige Zeit verstreichen.

1,5 Millionen Euro Schaden

Zunächst nämlich begutachtete im vergangenen November eine Delegation chinesischer Experten das Ausmaß der Schäden. Dabei sei festgestellt worden, dass der Wasserpavillon irreversibel zerstört ist und eine vollständige Neuerrichtung nötig sei. Auch den Laubengang hat es arg getroffen: Nur noch ein gutes Fünftel von ihm sei zu retten.

Die Schadenshöhe ist auf 1,5 Millionen Euro beziffert worden. Der Frankfurter Haushalt werde durch den Wiederaufbau allerdings nicht belastet - die Schadenssumme sei vollständig von der Versicherung gedeckt. Anders als für das koreanische Pendant, habe man für den Wiederaufbau des chinesischen Gartens auch keine Spendengelder verzeichnen können.

Neubau „made in China“

Die Neubauten sollen originalgetreu errichtet werden, wie Susanne Schierwater vom Grünflächenamt auf Nachfrage von Merkurist verrät. Einzig über die zu verwendende Holzsorte herrsche noch keine Einigkeit. Fest stehe aber: Wie bereits sein Vorgänger soll auch der neue Pavillon von Fachleuten in China gefertigt werden. Während die notwendigen Bauskizzen schon vorhanden seien, ziehe sich die Fertigung der einzelnen Bauteile allerdings noch über das gesamte laufende Jahr hinweg. Erst im Frühjahr des kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten an Pavillon und Laube beginnen können.

Alt Wiedereröffnungstermin der Gartenanlage strebt das Grünflächenamt dann Mitte 2019 an. Die Frankfurter werden sich also noch ein wenig gedulden müssen, bis sie Mittagspause und Feierabend wieder in ihrem kleinen Reich der Mitte verbringen können.

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