So sieht die Zukunft für das Blaue Haus aus

Vor anderthalb Monaten brannte das Blaue Haus am Niederräder Mainufer komplett aus. Wie geht es weiter mit der Kultur- und Begegnungsstätte? Ioannis Kaklamanos vom Verein Blaues Haus e.V. blickt optimistisch in die Zukunft.

So sieht die Zukunft für das Blaue Haus aus

„Wir sehen es als unsere Pflicht, dieses Haus, das wir vor zehn Jahren vor dem Abriss retteten, wiederaufzubauen.“ Ioannis Kaklamanos, Gründer und Vorstand des Vereins „Blaues Haus e.V.“, zeigt sich kämpferisch. Natürlich, so sagt er, war es ein Schock zu hören, dass das Blaue Haus in Flammen stand. In der Nacht zum 21. Januar dieses Jahres war der Veranstaltungsort vollständig ausgebrannt. Derselbe Feuerteufel, der mutmaßlich den Goetheturm und die Pavillons in Brand steckte? Kaklamanos glaubt nicht daran, möchte sich aber auch nicht in Spekulationen ergehen. „Das Blaue Haus ist zweimal abgebrannt, das letzte Mal in den fünfziger Jahren. Bei dieser exponierten Lage hier am Ufer kann schnell etwas passieren.“

Im Oktober 2009 hatte das Blaue Haus in Niederrad nach aufwändiger Restaurierung als Kulturstätte eröffnet und seitdem kulturellen, subkulturellen und soziokulturellen Projekten ein Dach geboten. Workshops, Ausstellungen, Konzerte, Feste für Obdachlose oder Kooperationen mit Schulen - nicht nur der Verein war sehr aktiv, auch viele Frankfurter, privat oder institutionell, in Gruppen oder als Einzelpersonen, konnten ihre Ideen und Projekte im Blauen Haus umsetzen.

„Viele wollen uns unterstützen.“ - Ioannis Kaklamanos, Gründer und Vorstand des Vereins Blaues Haus e.V.

„Wir haben das Haus für Vereine, Initiativen und Kreative zur Verfügung gestellt“, so Kaklamanos. Diese vielschichtige Vergangenheit ist jetzt, da es darangeht, Spenden für die Zukunft zu sammeln, wieder sehr präsent. „Viele wollen uns unterstützen.“

Investition von bis zu 250.000 Euro

Abriss und Wiederaufbau des Gebäudes werden zwischen 200.000 und 250.000 Euro kosten, eine Summe, die die Versicherung übernimmt. Die Spenden, die der Verein sammelt, sind dazu gedacht, das Haus auszustatten, es werden Küche, Anlage und Equipment benötigt, außerdem hofft Kaklamanos, mit diesem Geld erste Veranstaltungen organisieren zu können.

„Das Blaue Haus war viele Jahre ein Veranstaltungsort für die Bürgerinnen und Bürger und weit über den Stadtteil bekannt und somit ein Stück Zuhause, das hat fest zu Niederrad gehört.“ - Christian Becker (CDU), Ortsvorsteher Niederrad

Der Ortsbeirat 5 hat beschlossen, das Blaue Haus mit 10.000 Euro zu unterstützen. „Das Blaue Haus war viele Jahre ein Veranstaltungsort für die Bürgerinnen und Bürger und weit über den Stadtteil bekannt und somit ein Stück Zuhause, das hat fest zu Niederrad gehört“, unterstreicht Ortsvorsteher Christian Becker von der CDU die Bedeutung der Kulturstätte. „Der Ortsbeirat erhält jedes Jahr ein Budget, um Verschönerungen im Stadtteil durchführen zu lassen oder um Projekte zu fördern. Diese Mittel sollen beim Bürger ankommen - die Unterstützung des Blauen Hauses halten wir für eine gute Investition unseres Budgets.“

Um Spenden zu sammeln, soll es fünf bis sechs Benefizveranstaltungen unter dem Motto „Gastspiel“ geben, unter anderem in den Landungsbrücken und in der Orangerie im Günthersburgpark, wo im Herbst eine „kreative“ Gala geplant sei, so Kaklamanos. Zusätzlich soll es auf dem Gelände des Blauen Hauses ein Open-Air-Sommerfest geben, bei dem Bands ihre Musik für diesen guten Zweck spenden. Ein Kampagnenfilm mit Interviews und alten Fotos ist ebenfalls geplant, „um den Leuten nochmal bewusst zu machen, dass sie sich beteiligen können“, so Kaklamanos.

Da das Blaue Haus nicht nur kulturell, sondern auch architektonisch von Bedeutung sei, soll es nach den originalen Bauplänen aus den zwanziger Jahren, die noch erhalten sind, aufgebaut werden - und somit wieder größer sein als die Version, die seit dem letzten Feuer stand. Der Neuanfang sei also durchaus positiv: Die interne Infrastruktur könne verbessert, dem neuen Blauen Haus zudem eine Art Strandcafé angegliedert werden.

Wann genau mit dem Abriss begonnen wird, ist noch nicht genau festgelegt, es wird wohl Mitte Mai soweit sein, so Kaklamanos. Da der Verein bis dahin nicht untätig sein will, hat sich der Blaues Haus e.V. schon etwas Neues ausgedacht: Unter der Leitung von Janine Maschinsky gestalten 150 Schülerinnen und Schüler einer 5. Klasse der KGS-Niederrad die östliche Außenwand des Blauen Hauses, die „Blaue Wand“. Am 9. März um 13:30 Uhr ist die offizielle Eröffnung dieser gemeinschaftlichen Collage, die - sollte das Wetter gnädig sein - bis zum Abriss zu bewundern sein wird.

„Spätestens im Sommer sind wir definitiv wieder am Start.“ - Ioannis Kaklamanos, Gründer und Vorstand des Vereins Blaues Haus e.V.

Und wann ist geplant, das neue Blaue Haus zu eröffnen? Ioannis Kaklamanos ist noch etwas zögerlich. „Wenn alles gut geht, im Frühjahr 2019. Aber spätestens im Sommer sind wir definitiv wieder am Start!“

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