„Machen statt Meckern“- Bürgerinitiative schafft Veränderungen

Die Gemeinschaft Frankfurt West möchte die westlichen Stadtteile mitgestalten und lädt dazu alle interessierten Bürger ein. Ihre Arbeit findet nicht nur Anklang, sie ist auch erfolgreich.

„Machen statt Meckern“- Bürgerinitiative schafft Veränderungen

Ob fehlender Poller oder ungenügend Parkplätze- das Team von Frankfurt West setzt sich seit Dezember 2015 für alle Anliegen der Bevölkerung der Stadtteile im Westen Frankfurts ein. Mit sieben Ehrenamtlern in der Kerngruppe trifft sich die Initiative jeden Mittwoch und plant Veränderungen für die jeweiligen Stadtteile und das ganz ohne Parteipolitik. Es sind nämlich gerade die „Transparenz“ und „Fraktionslosigkeit“, mit denen sie viel erreichen möchten. „Wir sind keine politische Partei und möchten es auch nicht sein“, so Uwe Eisenmann, Unternehmer und einer der Initiatoren, der bei den Kommunalwahlen im März 2016 in den Ortsbeirat 6 gewählt wurde.

„MeetWochs“ wird diskutiert

„Wir hatten vorher keine Erfahrungen, mittlerweile haben wir uns aber sehr gut eingearbeitet“- Uwe Eisenmann, Initiator

Um den Austausch mit den Bewohnern und Organisationen zu ermöglichen, findet jeden ersten Mittwoch im Monat an verschiedenen Orten der sogenannte MeetWoch statt. Dort können Bürgeranfragen geäußert und diskutiert werden. Das Kernteam wird anschließend aktiv und bemüht sich um die Umsetzung, indem es die Projektanträge im Ortsbeirat stellt. Bei den meisten Anfragen handele es sich um Verkehrs-, Abfall- und Schulangelegenheiten.

„Wir hatten vorher keine Erfahrungen, mittlerweile haben wir uns aber sehr gut eingearbeitet“, erzählt Eisenmann. Es seien etwa fünf bis sechs Themen, die sie während der Treffen abarbeiten. Die Besucheranzahl sei unterschiedlich und hänge meistens von den anstehenden Themen ab. „Als es beispielsweise darum ging, den Denisweg in Nied sicherer zu machen, kamen sehr viele junge Leute“.

Die Themenvorschläge und der Treffpunkt werden etwa zwei Wochen vorher im Internet auf der Webseite und Facebook publik gemacht. Anmelden braucht man sich nicht - jeder, der mitmachen möchte, ist eingeladen.

Zwischen Hindernissen und Erfolgen

„Das ging so schnell, das hat mich sehr begeistert. Dann habe ich mich dazu entschieden, selbst mitzumachen“- Beate Gottschling, aktiv bei Frankfurt West

So wie alle Vereinigungen hat auch Frankfurt West mit Herausforderungen und Rückschlägen zu kämpfen. Besonders im ersten Jahr sei die Resonanz seitens der Bürger sehr gering gewesen, was sich allerdings mittlerweile geändert habe. Außerdem gebe es auch die ein oder anderen Hindernisse, von denen man sich allerdings nicht demotivieren lasse. „Natürlich gibt es Themen, die nicht gelöst werden können“, sagt der Familienvater Ralf Greiner, der ebenfalls von Anfang an dabei ist. Man konzentriere sich lieber auf das Weitermachen und die Fortschritte.

Einer ihrer Erfolge, an welchen sich das Team gerne erinnert, war die Beseitigung von Unmengen Taubenkot unter der Eisenbahnbrücke am Dalbergkreisel. „Da wurde mal richtig angepackt“, so Greiner. In diesem Fall wurde erreicht, dass alle 14 Tage Taubeneier von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Stadttaubenprojekts Frankfurt e.V. ausgetauscht werden. So wird die Vermehrung der Tauben unter Kontrolle gehalten und das auf eine tierschutzgerechte Art und Weise.

Ein weiteres Erfolgserlebnis veranlasste Beate Gottschling, ein Gruppenmitglied, selbst mitzuwirken. „Ich wollte unbedingt einen Poller in der Waldschulstraße. Das ging so schnell, das hat mich sehr begeistert. Dann habe ich mich dazu entschieden, selbst mitzumachen“, erzählt sie.

Neben Problemen, die angepackt werden, liegt den Initiatoren viel daran, zwischen den Menschen und Organisationen zu netzwerken. Deshalb planen sie auch zum dritten Mal in Folge die Teilnahme an der bundesweiten Kampagne Stadtradeln.

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