Frankfurter PR-Berater sorgt mit Rassismus-Kommentar für Ärger

Mit einem rassistischen Facebook-Kommentar unter dem Post eines CDU-Parteikollegen hat der Frankfurter PR-Berater Moritz Hunzinger in der vergangenen Woche für Diskussionen gesorgt. Auch Frankfurts CDU-Vorsitzender Jan Schneider ist empört.

Frankfurter PR-Berater sorgt mit Rassismus-Kommentar für Ärger

Angefangen hatte alles mit dem Foto eines 30 Jahre alten Briefes von Helmut Kohl, gepostet vom Bundestagsabgeordneten Matthias Zimmer (CDU) auf seiner Facebook-Seite. Kommentare gab es unter dem Posting viele, einer aber hat für hitzige Diskussionen gesorgt - und vor allem andere CDU-Politiker empört.

Der Kommentar stammt von Moritz Hunzinger, Frankfurter PR-Berater und ebenfalls CDU-Mitglied. Mittlerweile ist der Kommentar nicht mehr zu finden. Berichtet haben darüber mehrere Medien, auch Screenshots gibt es. Unter dem Foto eines Briefes, den er seinerzeit von Helmut Kohl bekommen hat, schreibt er einen weiteren Kommentar: „Mit Kohl gäbe es diese scheußliche Masseneinwanderung von Wilden hierzulande nicht.“

Kritik von anderen Facebook-Nutzern

„Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber nicht mit diesen Worten.“ - Facebook-User

Eine Formulierung, die für Furore sorgte, unter anderem bei den anderen Facebook-Nutzern, die den Beitrag kommentierten. „Ihre Formulierung ist nicht akzeptabel und überschreitet für mich eine rote Linie, und zwar sehr weit“, schreibt ein Nutzer. „Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber nicht mit diesen Worten.“ Ein anderer wird deutlicher und schreibt: „Ihre Ausführungen sind rassistisch und nichts anderes.“

Gegenüber der Bild-Zeitung äußert sich die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Ulrike Nissen von der SPD zu Hunzingers Kommentar. „Das ist eine rechtsradikale Äußerung mit klarem rassistischem Charakter“, so die Politikerin. „Ich würde Hunzingers Geschäftspartnern raten, umgehend jede Zusammenarbeit mit ihm zu beenden.“

So erklärt Hunzinger seinen Kommentar

Auch Hunzinger selbst kommt gegenüber der Zeitung zu Wort. Er bleibt bei seiner Aussage. „Ich rede nicht von Flüchtlingen, sondern von Leuten, die marodierend und mordend durch unser Land ziehen“, so Hunzinger zur „Bild“. „Das sind für mich Wilde.“ Man solle mit ihm über die Konstablerwache zur Hauptwache laufen, um zu verstehen, was er meint. „Da laufen hunderte junge Männer aus Nordafrika rum. Was machen die hier? Die kommen aus Urlaubsländern, in die Bekannte von mir übers Wochenende zur Ayurveda-Kur fliegen“, so der PR-Berater.

„Mit politischem Diskurs hat das, was Herr Hunzinger hier von sich gibt, nichts mehr zu tun.“ - Jan Schneider (CDU)

Äußerungen, die für noch mehr Aufsehen sorgen — zum Beispiel beim Kreisvorsitzenden der Frankfurter CDU und Immobiliendezernenten Jan Schneider. Auf Facebook teilt er den Artikel zum Fall Hunzinger, schreibt dazu: „Die CDU ist ein streitbare Partei, die Diskussionen in der Sache nicht scheut. Aber mit politischem Diskurs hat das, was Herr Hunzinger hier von sich gibt, nichts mehr zu tun.“ Die Äußerungen seien für ihn Stimmungsmache auf unterstem Niveau. „Wer so über Menschen spricht - egal aus welchem Grund sie in unser Land kommen mögen - der ist von den Grundwerten unserer Partei meilenweit entfernt“, so Schneider. (rk)

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