Wie klappt es mit der Fahrradmitnahme in Frankfurter Bahnen?

Öffentliche Verkehrsmittel bieten Platz für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Radfahrer - wichtig ist die gegenseitige Rücksichtnahme. Aber wie gut klappt es damit?

Wie klappt es mit der Fahrradmitnahme in Frankfurter Bahnen?

Eigentlich gibt es in vielen Straßenbahnen, U- und S-Bahnen ausgewiesene Bereiche für die Mitnahme von Fahrrädern. Kleine Piktogramme außen an den S-Bahnen wo Fahrräder geparkt werden dürfen. Auch die Sitze lassen sich an diesen Stellen in den jeweiligen bei allen drei Bahnen hochklappen. Doch es gibt immer wieder Unklarheit darüber, wer Vorrang hat. Wenn ein Radfahrer schon in der Bahn ist, muss er dann aussteigen, wenn es zu voll wird? Gibt es bestimmte Zeiten, in denen Räder nicht in die Bahn dürfen?

„Ein Anspruch auf Mitnahme besteht nicht.“ - Klaus Linek, Traffiq

Klaus Linek ist Pressesprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Zusammen mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ist Traffiq für den Betrieb der U- und Straßenbahnen verantwortlich. Linek stellt klar: Die Mitnahme ist grundsätzlich möglich und kostenlos. Aber: „Ein Anspruch auf Mitnahme besteht nicht.“ Und montags bis freitags zwischen 6 Uhr und 8:30 Uhr sowie von 16 Uhr bis 18:30 Uhr sollte sie vermieden werden.

Aber auch außerhalb dieser Zeiten haben andere Fahrgäste Vorrang. Solche nämlich, die mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs sind. Darum sind in vielen Bahnen auch Piktogramme von Rollstühlen und Kinderwägen zu sehen. „Der Fahrgastbeirat hat sich bewusst und mit großer Mehrheit gegen ein Piktogramm ,Fahrrad’ ausgesprochen“, erklärt Linek. So solle sichergestellt werden, dass diese beiden Gruppen auf eine Mitfahrmöglichkeit angewiesen seien.

Verbünde setzen auf Rücksichtnahme

„Bei unseren Kundenanliegen spielt das Thema eine nachrangige Rolle.“ - Klaus Linek, Traffiq

„Das klappt sehr gut“, ergänzt auch ein Pressesprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zusammen mit der Bahn ist der RMV für die S-Bahnen in der Region verantwortlich. Es gäbe sehr selten Beschwerden, so der RMV-Sprecher. „Bezogen auf die Masse der Fahrgäste ist das wahnsinnig wenig.“ Das kann auch Linek von Traffiq bestätigen. „Bei unseren Kundenanliegen spielt das Thema Fahrradmitnahme eine nachrangige Rolle.“ Etwa 0,6 Prozent der Anliegen beträfen entsprechende Beschwerden.

Da die Fahrradmitnahme kein besonderes Problem darzustellen scheint, sind auch keine weiteren Regelungen oder Vorschriften geplant. In beiden Verbünden werde vor allem auf gegenseitige Rücksichtnahme gesetzt, betonen beide Sprecher. Sollte das nicht funktionieren und es tatsächlich zum Streit kommen, hat immer das Fahrpersonal das letzte Wort. (nm)

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