In Frankfurt wird für Wohnraum aufgestockt

In der Spenerstraße und der Platensiedlung werden Häuser aufgestockt. Am Montag luden die Verantwortlichen zur Besichtigung der Projekte. Besonders ist dabei der Baustoff aus dem die neuen Wohnungen entstehen.

In Frankfurt wird für Wohnraum aufgestockt

Wohnungen sind noch immer Mangelware in Frankfurt, freie Flächen allerdings auch nicht im Überfluss vorhanden. Damit trotzdem neue Wohnungen entstehen, werden nun bestehende Gebäude aufgestockt. Wie das funktioniert, haben am Montag Vertreter der Mainova zusammen mit Verantwortlichen aus der Immobilienwirtschaft und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gezeigt.

„Wir finanzieren die Modernisierung als Solidargemeinschaft.“ - Ulrich Tokarski, VBS

Das erste Beispiel für Aufstockung war dabei das Projekt Spenerstraße der Genossenschaft Volks-Bau- und Sparverein Frankfurt am Main (VBS). Dort wurde eine 1928 gebaute Häuserzeile mit 84 Wohnungen modernisiert. Gleichzeitig wurden 14 Penthäuser aufgestockt. Auch mit einer Solaranlage wurden die Gebäude ausgestattet. Das soll zur von der Mainova angestrebten verbesserten Energieeffizienz beitragen.

Da die Wohnungen der Genossenschaft und damit allen Mitgliedern gehören, soll trotz zentraler Lage und moderner Ausstattung die Miete vorerst nicht erhöht werden. „Wir finanzieren die Modernisierung als Solidargemeinschaft“, erklärte VBS-Vorstand Ulrich Tokarski. Für die neuen Wohnungen ist ein Mietpreis von 10,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter eingeplant, die Bestandsmieter sollen vorerst weiter 7,50 Euro zahlen. Allerdings sei eine Anhebung von zwei Euro über die nächsten sechs Jahre geplant, so Tokraski.

Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG setzt auf Aufstockung. In der Platensiedlung werden derzeit 19 zweistöckige Häuserzeilen um zwei Geschosse erweitert. Auf diesem Weg sollen 380 neue Wohnungen in der Siedlung geschaffen werden. Neben dem Aufbau muss auch das Fundament der Gebäude verstärkt werden. Baulärm und Schmutz seien unumgänglich. „Das ist natürlich eine Zumutung für die Mieter“, erklärte ABG-Geschäftsführer Frank Junker. Aber man habe die Bewohner von Anfang an mit Mieterversammlungen mit einbezogen. Außerdem solle die gesamte Siedlung von den Plänen profitieren, da durch gemeinsame Freiflächen das Heimatgefühl in der Siedlung gestärkt werden solle.

Zwei Geschosse komplett aus Holz

Wie bei der Aufstockung in der Spenerstraße kommen auch in der Platensiedlung Holzmodule zum Einsatz. Gefertigt werden diese Module für die Platensiedlung in einer temporären „Feldfabrik“ der Firma LiWood in Ginnheim. Dort werden die in Süddeutschland vormontierten Teilstücke zu Modulen zusammengesetzt. Diese Module werden wiederum zu Wohnungen zusammengefügt. Dafür kommt Brettsperrholz zum Einsatz, das in mehreren Schichten übereinandergelegt wird. Das Holz sei zertifiziert und stamme aus Deutschland und Österreich, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Liwood, Christian Czerny. Auch Dämmung und Schallschutz seien „hervorragend“, versicherte Czerny. Herzstück einer jeden Wohnung ist das Bad, in dem die Leitungen und auch elektrische Anschlüsse zusammenlaufen. Auch die Bäder werden vollständig aus Holz gefertigt.

„Eine stärkere Unterstützung durch die Baubehörden ist notwendig.“ Nikolaus Jung, Haus und Grund

Planungsdezernent Josef lobte die Projekte: „Wir sind innovativ unterwegs und versiegeln keine Flächen“, betonte er. Allerdings hatten sich private Eigentümer kritisch gegenüber Josef geäußert. Nikolaus Jung vom Eigentümerverband Haus und Grund hatte betont, dass es kompetente Beratung von Eigentümern brauche, die aufstocken wollen. „Zusätzlich sind Verschlankungen der Bauvorschriften und eine stärkere Unterstützung durch die Baubehörden notwendig“, so Jung. Besonders die Stellplatzsatzung sei problematisch. Denn für neuen Wohnraum müssen oftmals auch Stellplätze für Autos geschaffen werden. Bei dem Thema versprach Josef Verbesserungen, aber eine Abschaffung der Stellplatzsatzung sei nicht möglich.

Potenzial für weitere Aufstockungen sieht Josef vor allem in größeren Siedlungen. Dort sei es aber wichtig, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen. Welche Siedlungen das sind, sagte Josef nicht. Aber die Möglichkeit besteht, dass es in Zukunft noch weitere Aufstockungen in Frankfurt geben wird. (lo)

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