Warum Christian (26) der nächste Mr. Gay Germany werden will

Gleich zwei Frankfurter haben es in diesem Jahr unter die Top 11 für die Wahl zum nächsten Mr. Gay Germany geschafft. Im zweiten Teil stellen wir Euch Kandidat Christian (26) vor: Er will mit seiner Teilnahme gegen Ausgrenzung kämpfen.

Warum Christian (26) der nächste Mr. Gay Germany werden will

In der queeren Community Frankfurts ist Christian (26) kein Unbekannter: Der Soziologiestudent bringt sich bei der Aidshilfe ein, engagiert sich im Bündnis Akzeptanz und Vielfalt und ist Teil der ersten queeren Hochschulgruppe, der Rosa Liste. Künftig will sich Christian aber nicht mehr nur in Frankfurt engagieren — er will der nächste Mr. Gay Germany werden, ist als einer der elf besten Kandidaten im Vorentscheid. Aber was steckt hinter der Wahl?

„Gesucht wird ein Repräsentant und Sprachrohr für politische und gesellschaftliche Themen.“ - Patrick Dähmlow, Veranstalter

„Gesucht wird ein Repräsentant und Sprachrohr für politische und gesellschaftliche Themen, die Missstände oder Ungerechtigkeiten in Gesetz oder Verhalten der Gesellschaft aufzeigen“, erklärt Patrick Dähmlow, Veranstalter des Wettbewerbs. „Die Wahl ist ein stark mediales Projekt, das den Kandidaten eine internationale Plattform bietet, um Botschaften an die Community zu richten — aber auch, um für die Community und deren Bedürfnisse und Rechte zu sprechen und zu kämpfen.“

Engagiert nicht erst seit der Bewerbung

Von der Misterwahl hat Christian über den amtierenden Mr. Gay Germany erfahren. „Er schlug mir vor, ich solle mich doch bewerben, da ich mich als Aktivist so sehr für die Community einsetze“, erzählt Christian. „Dieses Engagement für die queere Community, für Menschenrechte, sollte meines Erachtens bestenfalls nicht erst mit der Bewerbung zum Mr. Gay Germany zu Tage treten.“ Für ihn sei der Mr. Gay Germany jemand, der bereits für Menschenrechte gekämpft hat und dies weiterhin lautstark tun möchte. „Mit der Bewerbung lauter denn zuvor.“

„Dieses Thema gehört angesprochen.“ - Kandidat Christian

Sein Herzensthema und damit auch Fokus der Kampagne, die er als Mr. Gay Germany-Kandidat planen muss: der Kampf gegen Ausgrenzung. „Sie findet nicht nur gegenüber der queeren Community statt, sondern auch in ihr“, sagt Christian. Und: „Dieses Thema gehört angesprochen, wenn wir ein Klima schaffen wollen, in dem sich alle Menschen wohlfühlen können, so wie sie sind, so wie sie leben und lieben.“

Wichtig ist für den Frankfurter deshalb zum einen Respekt gegenüber der queeren Community. Für ihn heiße das, „sexuelle und geschlechtliche Identität“ im Grundgesetz zu verankern und weiterhin lautstark für Akzeptanz zu kämpfen. Doch auch innerhalb der Community will Christian ein besseres Klima schaffen. „Das bedeutet, dass ich für eine Community eintrete, die für alle Community bedeutet und nicht nur für Einzelne von uns“, sagt er. Ausgrenzung finde immer wieder statt. „Dabei haben wir alle bereits Ausgrenzung erfahren und wissen, wie schlimm dies ist. Wenn wir Akzeptanz wollen, müssen wir diese auch leben.“

Verschiedene Challenges auf dem Weg ins Finale

Damit Christian es ins Finale schafft, muss er es beim Vorentscheid am kommenden Wochenende in Düsseldorf unter die besten sechs Kandidaten schaffen. Diese treten dann, so Dähmlow, im Dezember in Köln im Finale gegeneinander an. Der Vorentscheid besteht aus verschiedenen Challenges. So müssen die Kandidaten unter anderem einen Test absolvieren, Interviews geben, ihre Kampagnen vorstellen und an einem Fotoshooting teilnehmen. Auch ein Onlinevoting auf Facebook und Instagram gehört dazu, das noch bis Sonntag, 13. Oktober, um 12 Uhr läuft und dessen Ergebnis in die Gesamtwertung einfließt.

„Die Anerkennung der Vielfältigkeit der Menschen ist der erste, große Schritt.“ - Kandidat Christian

Unterstützt wird der 26-Jährige bei der Wahl von seinem Umfeld. „Meine Freund*innen, stehen bei mir und unterstützen mich, wo und wie es nur geht“, sagt Christian. „Dafür möchte ich ihnen an dieser Stelle danken.“ Er hofft, bis ins Finale in Köln zu kommen. Entscheidet er dieses für sich, wird er der amtierende Repräsentant der Community — und kann seine Kampagne umsetzen. „Es ist meine Utopie, dass wir alle eine Gesellschaft schaffen, in der alle Menschen gut und gerne miteinander leben können“, sagt Christian. „Die Anerkennung der Vielfältigkeit der Menschen ist hierbei der erste, große Schritt dahin.“

Bei der diesjährigen Mr. Gay Germany-Wahl treten zwei Frankfurter Kandidaten an. Den 30-jährigen Benjamin haben wir Euch in diesem Text vorgestellt. (df)

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