Dieser Frankfurter will Mr. Gay Germany werden

Gleich zwei Frankfurter haben es in diesem Jahr unter die Top 11 für die Wahl zum nächsten Mr. Gay Germany geschafft. Im ersten Teil stellen wir Euch Kandidat Benjamin (30) vor: Er will sich für das Thema Homosexualität im Fußball einsetzen.

Dieser Frankfurter will Mr. Gay Germany werden

„Was? Du schaust Fußball? Aber Du bist doch schwul?!“ — Für Benjamin (30) aus Frankfurt war dieser Satz ein Schlüsselmoment. „Es hat mich schockiert, dass es immer noch dieses Klischeedenken gibt“, sagt Benjamin. „Ich kenne das leider aus persönlicher Erfahrung.“ Der 30-Jährige hat früher selbst Fußball gespielt. Jetzt will er sich für homosexuelle Fußballer und Fans einsetzen. Denn er weiß: Dumme Sprüche über Schwule machen es gerade Jüngeren schwer, sich zu outen.

Als Mr. Gay Germany gegen Vorurteile im Fußball

Doch das soll sich ändern, zumindest, wenn es nach Benjamin geht. Der Frankfurter kandidiert als der nächste Mr. Gay Germany, ist als einer der elf besten Kandidaten im Vorentscheid. Wenn er das Finale der Misterwahl im Dezember gewinnt, kann er seine Kampagne zur Homosexualität im Fußball umsetzen.

„Gesucht wird ein Repräsentant und Sprachrohr für politische und gesellschaftliche Themen“ - Patrick Dähmlow, Veranstalter

Aber was muss der Mr. Gay Germany mitbringen? „Gesucht wird ein Repräsentant und Sprachrohr für politische und gesellschaftliche Themen, die Missstände oder Ungerechtigkeiten in Gesetz oder Verhalten der Gesellschaft aufzeigen“, erklärt Patrick Dähmlow, Veranstalter des Wettbewerbs. „Die Wahl ist ein stark mediales Projekt, das den Kandidaten eine internationale Plattform bietet, um Botschaften an die Community zu richten — aber auch, um für die Community und deren Bedürfnisse und Rechte zu sprechen und zu kämpfen.“

Noch einiges zu tun

„Allem voran möchte ich es den jungen Schwulen einfacher machen, sich zu outen, zu sich zu stehen und stolz zu sein.“ - Kandidat Benjamin

Das ist auch einer der Gründe, warum Benjamin Mr. Gay Germany werden will. „Wir haben zwar in Deutschland bereits einiges für die LGBTQ-Rechte getan, allerdings gibt es aus meiner Sicht noch einiges zu tun“, findet der Frankfurter. „Allem voran möchte ich es den jungen Schwulen einfacher machen, sich zu outen, zu sich zu stehen und stolz zu sein.“

Damit Benjamin es ins Finale schafft, muss er es beim Vorentscheid am kommenden Wochenende in Düsseldorf unter die besten sechs Kandidaten schaffen. Diese treten dann, so Dähmlow, im Dezember in Köln im Finale gegeneinander an. Der Vorentscheid besteht aus verschiedenen Challenges. So müssen die Kandidaten unter anderem einen Test absolvieren, Interviews geben, ihre Kampagnen vorstellen und an einem Fotoshooting teilnehmen. Auch ein Onlinevoting auf Facebook und Instagram gehört dazu, das noch bis Sonntag, 13. Oktober, um 12 Uhr läuft und dessen Ergebnis in die Gesamtwertung einfließt.

Viel Unterstützung aus dem Umfeld

„Ich fand es sehr spannend, dass bei dieser Misterwahl nicht nur das Aussehen bewertet wird“ - Kandidat Benjamin

„Ich fand es sehr spannend, dass bei dieser Misterwahl nicht nur das Aussehen bewertet wird, sondern auch viele weitere Challenges in die Bewertung mit rein kommen“, sagt Benjamin. „Außerdem hat mich mein Mann bei der Bewerbung sehr unterstützt.“ Mit ihm ist der 30-Jährige bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen. Grundsätzlich sei das Feedback aus seinem Umfeld sehr positiv. „Sowohl mein Mann als auch viele Freunde haben mich hier bereits unterstützt und werden auch während der gesamten Wahl hinter mir stehen“, erzählt Benjamin. „Das macht mich natürlich sehr stolz und glücklich.“

Im Vorentscheid am Wochenende will er nun einen der Finalplätze ergattern, um im Dezember als nächster Mr. Gay Germany aufs Siegertreppchen zu steigen. Wenn das passiert, kann Benjamin seine Fußball-Kampagne umsetzen. Von dieser erhofft er sich einiges. „Der Fußball hat eine sehr große Reichweite und Popularität in der Gesellschaft“, sagt Benjamin. „Hier können wir viele Menschen erreichen und mit einigen Vorurteilen aufräumen.“

Bei der diesjährigen Mr. Gay Germany-Wahl treten zwei Frankfurter Kandidaten an. Den 26-jährigen Christian haben wir Euch in diesem Text vorgestellt. (rk)

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