To-Go-Pfandsystem für Frankfurt

Kaffee-To-Go wird nachhaltig: Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH etabliert ein stadtweites Mehrweg-Pfandsystem. Bis 2021 sollen 150.000 Becher im Umlauf sein.

To-Go-Pfandsystem für Frankfurt

Geschätzt 25 Millionen Pfandbecher werden in Frankfurt pro Jahr weggeworfen. Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) will das ändern: Mit dem neuen To-Go-Mehrwegsystem soll die Vermüllung durch Einmalbecher in Frankfurt gestoppt werden.

Auf der Pressekonferenz am Donnerstagmorgen stellten die Verantwortlichen den neuen „#MainBecher“ zum ersten Mal in der Öffentlichkeit vor. „Als Aufsichtsrätin der FES bin ich stolz, dass mit dem #MainBecher ein weiterer Service für Frankfurter angeboten wird, der die Abfallvermeidung in den Fokus rückt“, erklärt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Lange wurde nach einem Becher gesucht, der nicht aus schädlichen Inhaltsstoffen besteht. Der neue MainBecher besteht zu einem Großteil aus Baumharz (Lignin), einem Abfallstoff bei der Papierherstellung, aber auch aus Glukose, Stärke und pflanzlichen Ölen.

Stadtweites Pfandsystem

Der Becher wird ab sofort bei 25 eingetragenen Partnern in und um Frankfurt erhältlich sein. Das Besondere und Neue ist nun, dass der Becher durch ein Pfandsystem immer wieder getauscht und zurückgegeben werden kann: Zum Start muss einmalig eine Pfandmarke für drei Euro gekauft werden. Danach kann der Becher bei den eingetragenen Partnern neu befüllt, umgetauscht oder zurückgegeben werden. Passend zum grauen „#MainBecher“ wird es auch einen Deckel geben, der bald für zwei Euro erworben werden kann.

Der Becher wird in zwei Größen erhältlich sein - 0,4 Liter und 0,3 Liter. Auf dem Becher befindet sich zum einen der bekannte Frankfurt-Adler, das #MainBecher-Logo mit der Skyline und das Logo der FES. „Der Name und die Frankfurt-Motive sollen bewusst den Lokalpatriotismus ansprechen“, sagt FES-Geschäftsführer Dirk Remmert.

Initiiert wurde das Mehrweg-Pfandsystem von der Initiative „Cup2gether“. Die Geschäftsführerinnen Marlene Haas und Claudia Schäfer sind froh, dass das Projekt jetzt in der ganzen Stadt und im Rhein-Main-Gebiet verbreitet werden kann: „Wir freuen uns für die vielen engagierten Gastronomen und Konsumenten, denen jetzt endlich eine nachhaltige Alternative geboten werden kann.“

Für den Anfang wurden 30.000 Becher produziert. Diese Zahl soll aber bis 2021 auf 150.000 ansteigen. Dafür sollen die Becher in Zukunft nicht nur in Cafés und Tankstellen angeboten werden: „Ziel ist es, die MainBecher auch bei Sportveranstaltungen anzubieten“, erklärt FES-Geschäftsführer Remmert. Für Umweltdezernentin Rosemarie Heilig sollen damit alle Frankfurter auf die Probleme der Müllflut aufmerksam machen. „Mit dem Becher können sich die Frankfurter am Umweltschutz beteiligen, sodass die Stadt sauberer wird und auch bleibt.“ (js/df)

Logo