Zwei Brände am Café Exzess: Betreiber sprechen von Anschlägen

Nach mehreren Bränden an linken Projekten im Rhein-Main-Gebiet schließen die Betreiber Zufälle aus. Die Polizei Frankfurt ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Zwei Brände am Café Exzess: Betreiber sprechen von Anschlägen

Am linken Zentrum Café Exzess in Bockenheim hat es am Sonntag- und Montagabend gebrannt. Wie die Betreiber in einer Pressemitteilung erklären, gehen sie von Brandanschlägen aus. Ein Brand war am Sonntag gegen 21:30 Uhr kurz nach seinem Ausbruch gelöscht worden. Ein weiterer Brand ereignete sich am Montagabend während des laufenden Betriebs.

Brandanschlag vermutet

„Wir sehen diesen Anschlag in der Reihe der Brandanschläge der letzten Wochen gegen Häuser des Mietshäusersyndikates und linke, politische Projekte“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit beziehen sich die Betreiber auf mehrere Anschläge auf Wohnprojekte in und um Frankfurt.

In den vergangenen Wochen waren bereits am besetzten Gelände In der Au in Rödelheim Brände entdeckt worden. Auch am Hausprojekt Assenland, ebenfalls in Rödelheim, hatte es an einem Sichtschutzzaun gebrannt. Darüber hinaus gab es einen Brand am Projekt Schwarze 79 in Hanau, das Haus Knotenpunkt in Schwalbach wurde bereits im September aufgrund eines Feuers unbewohnbar.

„In Frankfurt macht eine reaktionäre Koalition aus FDP, CDU und AfD seit Monaten mobil gegen linke Zentren und Strukturen.“ - Eliad Nowack, Wohnprojekt Assenland

Eliad Nowack vom Wohnprojekt Assenland sieht die Verantwortung für die Brände bei der Politik: „In Frankfurt macht eine reaktionäre Koalition aus FDP, CDU und AfD seit Monaten mobil gegen linke Zentren und Strukturen. Durch die andauernde Hetze fühlen sich jetzt offensichtlich jene ermutigt, denen die verbalen Angriffe nicht weit genug gehen.“ In einer Pressemitteilung des Mietshäuser Syndikat, zu dem Schwarze 79, Assenland und Knotenpunkt gehören, geht man ebenfalls von Anschlägen aus: „Nach dem dritten Brand bei einem Syndikatsprojekt im Rhein-Main-Gebiet und insgesamt fünf Brandanschlägen in den letzten Monaten kann Zufall ausgeschlossen werden.“

Ermittlungen laufen

„Grundsätzlich muss man alles in Betracht ziehen.“ - Chantal Emch, Polizei Frankfurt

Die Polizei bestätigte die Brände am Exzess gegenüber Merkurist, eine Strafanzeige liegt aber noch nicht vor, wie Polizeisprecherin Chantal Emch sagt. Bei den Bränden im Umfeld des besetzten Geländes In der Au und am Assenland ermittle man derzeit wegen Sachbeschädigung. Ob es sich um Brandanschläge handelt, konnte Emch nicht bestätigen. „Grundsätzlich muss man alles in Betracht ziehen“, sagt die Sprecherin.

(rr)

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