Uni-Ärger um SS-Liedzeile

Eine SS-Liedzeile, Beleidigungen und sexistische Bilder: Nach dem Fund eines Plakats im Gruppenraum der Liberalen Hochschulgruppe wurde diese aus dem Studierendenhaus geworfen. Doch damit ist die Hochschulgruppe nicht einverstanden.

Uni-Ärger um SS-Liedzeile

„Haut die Linken, bis sie hinken“, „Man rules“ und schließlich die Liedzeile „Und stehen nun zum Kampf bereit gegen die rote Pest“ aus einem SS-Marschlied: Diese und weitere Sätze und Zeichnungen wurden auf einem Plakat im Gruppenraum der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim. Für die Hochschulgruppe ein Fund mit Folgen: Am Montag entzog der AStA-Vorstand der Hochschulgruppe auf Beschluss des Studierendenparlaments den Gruppenraum.

„Auf dem Plakat sind keine unproblematischen Kritzeleien zu sehen, sondern rassistische, antisemitische und sexistische Parolen, Zitate und Zeichnungen.“ - AStA der Goethe-Uni

Gefunden wurde das Plakat, so der AStA in einer Stellungnahme, bei einer Brandschutzbegehung. „Auf dem Plakat sind keine unproblematischen Kritzeleien zu sehen, sondern rassistische, antisemitische und sexistische Parolen, Zitate und Zeichnungen“, so der AStA. „Die auf dem Plakat festgehaltenen Aussagen und Symboliken deuten auf eine Weltanschauung und Ideologie hin, welche unter dem Deckmantel des Liberalismus geschichtsvergessen, rassistisch, antisemitisch und sexistisch ist.“

Was die Liberale Hochschulgruppe zum Plakat sagt

„Die Inhalte sind zum Teil erschreckend und nicht tragbar.“ - Stellungnahme der LHG

Die LHG selbst äußerste sich am Dienstag in einer Pressemitteilung zu dem Plakat und seinen Inhalten. „Diese sind zum Teil erschreckend und nicht tragbar“, so das Statement. „Wir als LHG Frankfurt distanzieren uns klar von diesen Sätzen und werden nun diesen Vorfall intern sowie extern vollständig aufklären, aufarbeiten und Konsequenzen daraus ziehen.“

Mit dem Entzug des Gruppenraumes ist die Gruppe dagegen nicht einverstanden. In der Stellungnahme schreiben die Mitglieder: „Gleichzeitig sehen wir den pauschalen Entzug des Gruppenraumes und den Generalverdacht gegen alle Mitglieder der LHG Frankfurt als undemokratisch an und weisen ihn dementsprechend zurück.“

Dass der LHG der Gruppenraum entzogen wurde, ist für den AStA dagegen nur ein erster Schritt. „Der ehemalige Wiener FPÖ-Sprecher Gotschacher wurde ebenfalls wegen eines Zitats aus dem selbigen SS-Lied entlassen“, so Clara Mißbach, Referentin des AStA. „Daher fordern wir auch die Universitätsleitung und die FDP Hessen zu einer Positionierung und Verhalten zum untragbaren Sachverhalt auf. “

„Dringender Gesprächsbedarf“

„Es besteht dringender Gesprächsbedarf, falls die Dinge so sind, wie sie scheinen.“ - Stellungnahme der Goethe-Universität

Für die Goethe-Uni stehen die Inhalte des gefundenen Plakats „in krassem Widerspruch“ zu den Grundsätzen, die im Leitbild der Goethe-Universität festgelegt sind. Das teilt die Universität in einer Stellungnahme zum Vorfall mit. „Es besteht dringender Gesprächsbedarf, falls die Dinge so sind, wie sie scheinen“, so die Uni außerdem. AStA und die LHG sollten sich außerdem bald zusammensetzen, um die Vorwürfe zu klären.

Zu welchem Schluss diese Gespräche kommen, bleibt abzuwarten. Die hessische FDP war bis Mittwochabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Wenn es nach dem AStA geht, sollen die Mitglieder der Liberalen Hochschulgruppe, die auch der FDP angehören, von der Partei ausgeschlossen werden.

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