Demonstration gegen Paragraf 219a auch in Frankfurt

Bundesweite Aktionen zur Abschaffung

Demonstration gegen Paragraf 219a auch in Frankfurt

In Frankfurt wurde am Sonntag für die Abschaffung des Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches demonstriert. Der Paragraf stellt die „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe.

Das Bündnis Frankfurt für Frauen* Rechte hatte um 13 Uhr zu einer Kundgebung an der Paulskirche aufgerufen. An dieser beteiligten sich laut Veranstaltern rund 150 Personen.

Am Opernplatz startete um 15 Uhr eine Kundgebung. Diese verlief über die Hauptwache Richtung Paulsplatz. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 200 Personen an dem Demonstrationszug, die Veranstalter vom Bündnisses für körperliche Selbstbestimmung Frankfurt sprachen von 300 Menschen.

Hauptkritikpunkt war, dass Schwangerschaftsabbruch noch immer Teil des Strafgesetzbuches ist. „Die Anti-Abtreibungsparagraphen 218 und 219 müssen komplett aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Der Staat muss aufhören, sich anzumaßen, über Frauenkörper bestimmen zu wollen“, sagte Sprecherin Martina Wronka.

Der Paragraf 219a stellt das „Werben“ für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe. Nach derzeit gültiger Fassung, können auch Ärzte angeklagt werden, die darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Auf Plakaten wurde auch die Abschaffung des Paragrafen 218 und 219 des Strafgesetzbuches gefordert. Paragraf 218 stellt den Schwangerschaftsabbruch generell unter Strafe. In Paragraf 219 ist geregelt, wie sich Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch beraten lassen müssen, damit dieser Straffrei bleiben kann.

Im Dezember hatten sich die Parteien der Bundesregierung darauf verständigt, den Paragrafen 219a zu präzisieren. Damit soll Frauen erleichtert werden, sich über Ärzte zu informieren, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten.

(ts)

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