Haustiere in der Großstadt - Darauf sollten Besitzer achten

In Großstädten ist der Platz meist begrenzt. Für viele ist der Wunsch nach Haustieren dennoch groß. Der Tierschutzverein Frankfurt am Main gibt Auskunft darüber, was Haustierbesitzer in Frankfurt zu beachten haben.

Haustiere in der Großstadt - Darauf sollten Besitzer achten

Hunde, Katzen oder Kaninchen - Haustiere gehören für viele Menschen im Alltag einfach dazu. In einer Großstadt wie Frankfurt kann es allerdings schwierig sein, die Haltung artgerecht zu gestalten. Merkurist hat bei Haustierbesitzern nachgefragt, wie ihr Leben in der Stadt aussieht und Sabine Urbainsky vom Tierschutzverein Frankfurt am Main erklärt, worauf verantwortungsbewusste Haustierbesitzer in der Großstadt achten müssen.

Leinenpflicht in fast allen Parks

„Hunde dürfen hier fast nirgendwo frei laufen.“ - Lynn, Hundebesitzerin

Die 27-jährige Lynn ist mit ihrem Hund Timber in der Friedberger Anlage unterwegs. Der zwei Jahre alte, mittelgroße Rüde braucht viel Bewegung. Drei mal am Tag geht die Studentin deshalb mit ihm spazieren. Sehr häufig auch in den Parks der Innenstadt. Doch wirklich hundefreundlich findet sie diese nicht: „Hunde dürfen hier fast nirgendwo frei laufen“. Denn in Frankfurt dürfen sich Hunde nur auf extra dafür ausgewiesenen Hundeauslaufflächen, wie zum Beispiel im Grüneburgpark oder im Niddapark, ohne Leine bewegen. Lynn versucht daher vor allem an den Wochenenden die Stadt zu verlassen. „Die mit den Schoßhündchen haben Glück“, sagt sie.

Doch auch die kleinen Hunde halten ihre Besitzer auf Trab. Daniela und Nenart aus Offenbach gehen vier bis fünf mal mit ihren beiden Chihuahuas Rocky und Lucky nach draußen. Aktuell wohnen sie mit ihren zwei Kindern und den Hunden in einer großen Wohnung, sind aber auf der Suche nach einem Haus. „Mein Mann ist der Meinung, dass Hunde einen Garten zum auslaufen brauchen“, sagt Daniela.

„Bei kleineren Hunden sind 50-60 Quadratmeter auch in Ordnung.“ - Sabine Urbainsky, Tierschutzverein Frankfurt am Main

Sabine Urbainsky, vom Tierschutzverein Frankfurt am Main rät zukünftigen Hundebesitzern mit Wohnung nur zu kleineren Hunden. Es müsse dennoch darauf geachtet werden, dass die Hunde genug Bewegung bekommen. Die Wohnung dürfe dann nur als „Ruheort“ dienen. Im Vorfeld zu einer Vermittlung prüfe der Tierschutzverein die Situation der werdenden Hundeeltern sehr genau. Dabei müssen diese auch die ihnen zur Verfügung stehenden Quadratmeter angeben. „Bei kleinen Hunden sind 50-60 Quadratmeter auch in Ordnung, bei größeren müssen es schon mehr sein“, urteilt Urbainsky.

Schwerer Hund und viele Treppen?

Wer Hunde in der Wohnung halten möchte, sollte sich auch über andere Gegebenheiten Gedanken machen. So können zum Beispiel Wohnungen in höheren Stockwerken ohne Aufzug ein Problem darstellen. Auch das werde vom Tierschutzverein bei einer Vermittlung berücksichtigt: „Man muss schon anregen, wie stellen Sie sich das vor einen 26 Kilogramm schweren Hund die Treppe hochzutragen, wenn er mal krank ist?“ merkt Urbainsky an. Und noch aus einem weiteren praktischen Grund sind viele Treppen problematisch. Lynn berichtet von der Zeit, in der ihr Hund Timber noch nicht stubenrein war. Sie und ihr Freund wohnen im vierten Stock. „Man musste alle zwei Stunden mit ihm nach unten. Das war echt ätzend“, erinnert sich die Studentin.

Freigänger oder Stubentiger

Nicht nur Hunde wollen gerne an die frische Luft, auch Katzen sind gerne draußen. Doch in einer Großstadt mit viel Straßenverkehr, wenig Möglichkeiten sich zu verstecken und herumzustreunern, birgt das Draußensein große Gefahren für Katzen. Ob Freigänger oder Stubentiger, Urbainsky meint: „Das eine Glaubensfrage". Manche seien der Überzeugung, dass Katzen nach draußen gehören, andere wiederum sehen in der Wohnungshaltung kein Problem.

Leichter sei die Haltung von Kleintieren, wie Vögeln oder Nagetieren: „Kleintiere wie Chinchillas oder Kaninchen kann man wunderbar auch in der Wohnung halten.“ Seit einiger Zeit vermittelt das Tierheim allerdings nicht mehr an Käfighaltung. Interessierte sollten sich Gedanken darüber machen, wie man den Auslaufbereich artgerecht gestalten könne.

„Rücksichtnahme ist das A und O.“ - Sabine Urbainsky, Tierschutzverein Frankfurt am Main

Grundsätzlich meint Urbainsky: „Es ist möglich Haustiere in der Stadt zu halten, wenn man sich damit auseinandersetzt“. Dies erfordere allerdings die Bereitschaft sich zu informieren. Nicht nur die eigene Situation spiele dabei eine Rolle, denn „Rücksichtnahme ist das A und O“, betont die Sprecherin des Tierschutzvereins. Papageien zum Beispiel seien sehr laut, es sei wichtig zu beachten, dass die Nachbarn davon nicht gestört werden. Bei Katzen, aber vor allen bei Hunden, müssen sich Besitzer auch beim Thema Hinterlassenschaften ihrer Verantwortung bewusst sein. Urbainsky stellt fest, dass Besitzer dies oft vernachlässigen.

Für Daniela und Nenart, aber auch für Lynn überwiegen die Vorteile und die Freude, die die Tiere in ihr Leben bringen. Denn trotz aller Schwierigkeiten und Besonderheiten, die es mit Haustieren in der Großstadt zu beachten gilt, können sie sich ein Leben ohne Hunde nicht mehr vorstellen.

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