Lokale Berühmtheit im weißen Pelzmantel

Die Frankfurter sind entzückt von dem kleinen Star der U-Bahnhaltestelle Niederursel, der sogar seine eigene Facebookseite hat. Wie ein Kater zum bekanntesten Wesen in Niederursel wurde...

Lokale Berühmtheit im weißen Pelzmantel

Mehr als 3750 Abonnenten auf Facebook - Sindbad ist berühmt berüchtigt in Niederursel und über die Grenzen des Stadtteils hinaus. Fast stündlich posten seine Fans neue Bilder auf seiner Facebookseite „Campuscat Riedberg/Die Katze von der Haltestelle Niederursel“. Als „Person des öffentlichen Lebens“ wird er dort eingestuft. „Sindbad du bist eine außergewöhnliche U-Bahn-Stations-Seele, in einem früheren Leben musst du bestimmt ein U-Bahn-Fahrer gewesen sein. Junge, pass gut auf dich auf“, postete eine Facebook-Userin unter eines der letzten Bilder des Katers. „Ich liebe diese Puffelbacken!“, schreibt eine andere Nutzerin. Seine Hobbys sind, so zumindest die Facebookseite: Studieren, nette Studierende kennenlernen, gekrault werden, auf Fahrkartenautomaten sitzen, Flanieren, über die Gleise springen und Miauen.

Eine Facebookseite für eine Katze

„Das ist doch nicht relevant!“- Manuela, 48

Manuela ist 48 Jahre alt und wohnt am Riedberg. Sindbad trifft sie des Öfteren an der Haltestelle. „Meistens sitzt der Kater hier an der Böschung.“ Obwohl sie sich immer freut den Kater zu sehen, Facebookseiten für Tiere findet sie übertrieben. „Das ist doch nicht relevant!“

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„Sindbad ist das bekannteste Wesen in Niederursel.“ - Volker Sprockhoff

„Sindbad ist das bekannteste Wesen in Niederursel“, meint Volker Sprockhoff. Der Kater habe ihn sogar schon einmal mit einem Besuch beehrt. Irgendwie sei er beim herumstreunern in den Hausflur geraten und habe sich dann dort bemerkbar gemacht. Sprockhoff habe den kleinen, zutraulichen und geselligen Abenteurer dann gleich wieder raus gelassen. Das Sindbad sogar eine eigene Facebookseite hat, findet er sehr lustig. Allerdings ist ihm das neu.

„Ich finde die Facebookseite etwas lächerlich!“ - Katharina

Katharina wohnt am Riedberg und kennt die Facebookseite. Sie glaubt, dass die Seite deshalb einen so großen Erfolg hat, weil an der Haltestelle so viele Studierende sind, die Bilder von dem Kater posten würden. „Ich finde die Facebookseite etwas lächerlich, auch wenn der Kater natürlich ein Kult ist“, meint sie.

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Um die U-Bahnstation Niederursel herum befinden sich viele Familienhäuser, Wohnungen, Bäume und Wiesen. Es ist relativ ruhig für eine Stadt wie Frankfurt. Dennoch, Sindbad scheint die U-Bahnstation mehr zu mögen, als die umliegenden Wiesen. Vielleicht sind es ja die Aufmerksamkeiten und die vielen Streicheleinheiten, die er an seinem Lieblingsplatz so genießt. Vielleicht auch gelegentliche der ein oder andere Snack, den Fahrgäste oder Anwohner dem Kater hinlegen, obwohl in der Facebookgruppe vielfach darauf hingewiesen wird, dass der Kater eine Familie hat, die sich um ihn sorgt und er daher bitte nicht gefüttert werden soll.

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Der Frankfurter Neuen Presse teilte der Besitzer der Katze, Oliver Scherdel, mit, dass seine Familie den Kater aus dem Tierheim zu sich geholt habe. Warum gerade die Haltestelle der Lieblingsplatz des kleinen „Casanovas“ sei, wisse er nicht. Die Berühmtheit des Katers habe seine Vor- und Nachteile. So habe es immer wieder Menschen gegeben, die die Katze entführt hätten. Umgekehrt sei der Kater durch Aufrufe in der Facebookgruppe oder seinen generellen Bekanntheitsgrad jedoch immer wieder gefunden worden.

Ja, das Leben mit und als Berühmtheit ist nicht einfach. Sindbad scheint die Aufmerksamkeit jedoch zu genießen, denn er gibt seinen Lieblingsplatz nicht auf. Inzwischen hat er sich zu einer Art Maskottchen Niederursels entwickelt.

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