Was hinter dem Internet-Phänomen ffm.meme steckt

Das Instagram-Profil „ffm.meme“ hat mittlerweile mehr als 18.000 Follower, die sich die lustigen Bilder aus Frankfurt anschauen. Wir haben mit dem Betreiber über die Anfänge der Seite und seine Inspirationen gesprochen.

Was hinter dem Internet-Phänomen ffm.meme steckt

Auf einem der Fotos des Instagram-Profils „ffm.meme“ erkennt man eine zerfallene Hütte im Wald. Das Holz ist alt und verwittert, an manchen Stellen kann man die blasse Schrift eines Graffiti erahnen. Als Dach fungiert eine einfache Plane, die Holzhütte hat weder richtige Glasfenster noch eine verschließbare Tür. Über der Fotografie liest man: „Wohnen in Frankfurt“. Die Bildunterschrift lautet: „1000 Euro Miete - 5000 Euro Kaution“.

Bilder wie diese werden täglich auf der Instagram-Seite „ffm.meme“ veröffentlicht, die das Leben in der Mainmetropole überspitzt und unterhaltsam darstellen. Die Fotos mit regionalen Themen kommen bei den Instagram-Nutzern gut an: Mehr als 18.000 Personen folgen dem öffentlichen Profil.

Memes aus Frankfurt

Neu ist das Internetphänomen der lustigen Memes nicht, seit Jahren gibt es die humorvollen Collagen im Netz. Dabei werden Fotos oder kurze Videos mit prägnanten Texten kombiniert. Normalerweise gibt es die Fotografien bereits vor den Memes. Sie wurden in einem anderen Zusammenhang publiziert und wirken erst durch die Texte unterhaltsam. Die Memes werden dann im Internet verbreitet und sind besonders auf Facebook oder der Bildplattform Instagram beliebt. Weitere Informationen dazu lassen sich in der Publikation von Limor Shifman: „Meme: Kunst, Kultur und Politik im digitalen Zeitalter“ finden.

Aber erst seit kurzem gibt es den Trend, dass Memes das Leben in einer einzelnen Stadt auf die Schippe nehmen. Durch die lokalen Themen können sich die Seiten von international erfolgreichen Profilen wie „9Gag“ oder „classical_art_memes_official“ absetzen. Die Identität des Seitenbetreibers von „ffm.meme“ kennen nur wenige und auch zukünftig möchte er anonym arbeiten. Trotzdem hat er mit Merkurist über die Anfänge des Profils gesprochen: „Vor dieser Seite hatte ich eine andere Meme-Seite gemeinsam mit einem Freund.“ Damals kopierten sie Bilder von anderen Seiten und veröffentlichten diese erneut: „Es war schnell ersichtlich, dass das keinen Erfolg bringen würde, also sprang ich ab, auch weil das Leiten einer Seite neben des Studiums sehr zeitintensiv ist.“

„Ich verbrachte die nächsten drei Tage mit dem Basteln von Memes.“ - Betreiber des Profils

Diesen März hatte er dann die Idee für ein Profil, dass sich ausschließlich mit dem Leben der Frankfurter beschäftigen sollte. „Ich verbrachte die nächsten drei Tage mit dem Basteln von Memes, um genug Puffer für die ideenlosen Tage zu haben. Schließlich hatte ich mir von Anfang an das Ziel gesetzt, täglich mindestens ein Bild zu posten.“ Da er selbst in Frankfurt aufgewachsen ist, habe er in den Memes vor allem persönliche Erfahrungen verarbeitet.

„Die Leute können sich mit den Bildern identifizieren.“ - Betreiber des Profils

Am 11. März veröffentlichte er dann das erste Meme, mit dem er zunächst knapp 100 Follower erreichte. Darauf sind zwei Fotos abgebildet, die einen Abend in Alt-Sachsenhausen beschreiben sollen. Auf dem oberen Foto ist die Erwartung an den Abend zu sehen: Man sieht gut gekleidete, junge Leute, die fröhlich miteinander anstoßen. Darunter ist die überspitzte Realität abgebildet: Eine Gruppe Polizisten stellt einen Tatverdächtigen mit einem Messer. Mit jedem weiteren Post stieg die Anzahl seiner Fans, die Aspekte ihres Alltags in den Bildern wiedererkannten. „Das ist wahrscheinlich auch das Besondere an der Seite. Die Leute können sich mit den Bildern identifizieren und sich in die beschriebenen Situationen hineinversetzen“, sagt der Gründer.

Sein Profil werde hauptsächlich von Frauen und Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren genutzt, aber auch die Altersgruppe bis 34 sei an den Posts interessiert. Nicht alle Follower seien Frankfurter, einige kommen auch aus Wiesbaden, Darmstadt oder Offenbach. „Neben den Frankfurtern fühlen sich nämlich auch Leute aus dem Umland angesprochen“, berichtet der Betreiber der Seite.

Follower senden Ideen

Während die ersten Memes alle von dem Betreiber selbst konzipiert wurden, werden nun mehr und mehr Bilder veröffentlicht, die Fans in ihrer Freizeit gestaltet haben. „Als ich ein solides Fundament an Followern hatte und die Leute anfingen, die Bilder zu kommentieren, da kamen auch schon die ersten Memes von Followern.“ Diese werden in den Posts als Urheber markiert. Mittlerweile bekomme er mehr als zehn Memes am Tag zugeschickt. Viele Fans würden sich nun mit Vorschlägen und weiteren Ideen melden. Dabei könne er nicht alle Memes veröffentlichen. „Mit steigender Follower-Zahl stieg auch der Druck, nur noch perfekten Inhalt zu posten, der die Massen anspricht.“ Bisher sei sein Konzept aufgegangenen, der Großteil der Nutzer sei von den Inhalten begeistert. Deshalb hofft er auch in Zukunft darauf, dass die Memes weiterhin den Alltag zahlreicher junger Frankfurter widerspiegeln und die Betrachter so unterhalten. (lo/nm)

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