Merkurist Hackathon: Hacken, bis der Investor kommt

Vier Teams haben beim ersten Merkurist-Hackathon um die Wette programmiert und neue Ideen entworfen, um die Medien- und die Finanzbranche nach vorn zu bringen. Dabei gab es nicht nur einen Gewinner.

Merkurist Hackathon: Hacken, bis der Investor kommt

Nach 27 Stunden harter Arbeit ging auf einmal nichts mehr im Saal H1 der European Business School in Oestrich-Winkel. Während in den Nachbarhäusern Start-Ups ihre Ideen präsentierten oder beim Speed-Networking auf eine folgenreiche Begegnung mit einem Investor hofften, hieß es für die 15 Teilnehmer des ersten Merkurist-Hackathons „Finger weg vom Laptop“ am Samstagnachmittag.

„Wir haben den Wettbewerb ganz offen gehalten und keinerlei technische Vorgaben gemacht.“ - Meik Schwind, Merkurist

Egal, wie weit sie gekommen sind - innerhalb von vier Minuten galt es, die Jury zu überzeugen, dass das eigene Programmier-Projekt das beste ist. „Wir haben den Wettbewerb ganz offen gehalten und keinerlei technische Vorgaben gemacht“, sagt Meik Schwind, Mitgründer und technischer Leiter von Merkurist. Lediglich zwei Schwerpunkte habe man vorab gesetzt: Die Teilnehmer konnten entweder eine Idee für den Finanzsektor einreichen oder sich in der Media-Challenge darüber Gedanken machen, wie man den Journalismus der Zukunft gestalten kann.

Nachrichten in der Augmented Reality

Während die zwei Fin-Tech-Gruppen PayUp und Phönix Onlinebanking und das Finanzmanagement von Privatpersonen einfacher gestalten wollten, befassten sich die zwei Gruppen der Media-Challenge damit, wie man Nachrichten noch einfacher zum Leser bringen kann. So entwickelte das Team MAIA einen Chatbot, der für den User interessante Nachrichten aus verschiedenen Quellen als Nachricht über den Facebook Messenger verschickt, während das aus Wiesbaden und Walluf stammende Team LIN seinen Lesern Nachrichten passend zum eigenen Standort nahebringen will. „Wir dachten uns, dass lokale Nachrichten besonders Leute in der nahen Umgebung interessieren“, sagt Niklas Grimm von Team LIN. „Deswegen haben wir eine Karten-App entwickelt, die Nachrichten in direkter Nähe des Nutzers anzeigt.“

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„Das ist dann wie Pokémon Go, nur mit News.“ - Niklas Grimm, Team LIN

Mit einer Augmented Reality-Version der App sollen die Artikel sogar am entsprechenden Ort eingeblendet werden, wenn der Nutzer die Kamera darauf hält. „Das ist dann wie Pokémon Go, nur mit News“, so Grimm. Damit konnte das Team bei der Jury punkten und belegte gemeinsam mit dem Team PayUp, das ein Programm entwickelte, mit dem man per Sprachbefehl eine Überweisung in Auftrag geben kann, den ersten Platz.

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Inspirierende Ideen

Merkurist-Gründer Manuel Conrad zeigte sich bereits während des Hackathons begeistert von den Teams. „Das sind Leute, die haben Bock, die haben tolle Ideen.“ Die Veranstaltung habe auch bei ihm für neue Ideen im Kopf gesorgt - und vielleicht auch für neues Personal bei Merkurist. „Vielleicht bewerben sich ja ein paar auf unsere freien Stellen.“ Ebenfalls zufrieden sind Felix Hartenstein und Anneka Schmidt vom Organisatorenteam des EBSpreneurship Forums. Das komplett von Studenten geplante Event soll „den Gründerspirit fördern“, sagt Hartenstein - und da habe der Hackathon gut hineingepasst. „Das Forum repräsentiert das Business, aber durch den Hackathon ist auch die Techszene hier vertreten.“

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Inwieweit aus den Hackathon-Ideen mithilfe von Investoren echte Start-Ups werden, bleibt abzuwarten. Team LIN hat einen potenziellen Abnehmer für seine Idee aber schon im Auge: „Ich glaube, unsere Idee liegt bei Merkurist in ganz guten Händen“, sagt Grimm.

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