Warum ist Frankfurt so begehrt bei chinesischen Wohnungskäufern?

Immobilien in Deutschland sind ohnehin schon stark begehrte Anlageobjekte. In die Bankenstadt Frankfurt zieht es dabei auch viele chinesische Wohnungskäufer. Warum ist das so?

Warum ist Frankfurt so begehrt bei chinesischen Wohnungskäufern?

Viele chinesische Touristen trifft man am Römer, wenn sie das Rathaus der Stadt fotografieren und dann hinunter zum Eisernen Steg schlendern, um auch dort Fotos für ihr Urlaubsalbum zu machen. Doch die Mainmetropole ist nicht nur bei chinesischen Touristen sehr beliebt, sondern auch bei chinesischen Wohnungskäufern.

In Frankfurt gibt es deshalb sogar ein chinesisches Immobilien-Maklerbüro, Anjia Immobilien - das erste in ganz Deutschland, so steht es auf der Website. Der Hauptsitz liegt in Schöneck. Zu den Kunden gehören sowohl vermögende chinesische Privatkunden, die in Deutschland eine Bleibe suchen, als auch chinesische Investoren, die Immobilien als Kapitalanlage sehen. Auch große chinesische Unternehmen, die ihre Tochtergesellschaften beziehungsweise Niederlassungen in Deutschland errichten wollen, gehören hier zur Zielgruppe.

Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt

Der Schwerpunkt des Maklerbüros liegt allerdings auf Objekten im Rhein-Main-Gebiet. So hat es sich auf den Verkauf und die Vermietung von unter anderem Villen und Privatwohnungen in Frankfurt, Wiesbaden und Bad Homburg spezialisiert.

„Frankfurt ist mit seinem internationalen Flughafen den meisten Chinesen bekannt.“ - Shuyi Chen, Anjia Immobilien

„Frankfurt ist mit seinem internationalen Flughafen den meisten Chinesen bekannt“, erklärt Shuyi Chen, Assistenz der Geschäftsführung von Anjia Immobilien. So würden auch viele den Frankfurter Flughafen als Zwischenstopp nutzen, um in andere europäische Länder zu gelangen. Außerdem gebe es viele chinesische Unternehmen sowie eine wachsende chinesische Gemeinschaft im Rhein-Main-Gebiet, was viele darin bestärke, hier hinzuziehen. Zuletzt hatten knapp 4430 Menschen chinesischer Staatsangehörigkeit ihren Hauptwohnsitz in Frankfurt.

Vor knapp zwei Jahren äußerte sich der Immobilienmakler Thomas Zabel vom Beratungsunternehmen JLL in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ebenfalls zur Beliebtheit Frankfurts bei Chinesen. Seinen Angaben zufolge hat sich die Zahl der Frankfurter Wohnungen, die an Chinesen verkauft wurden, von 2015 auf 2016 von 500 auf 1000 verdoppelt. Für ein Statement zu den aktuellen Zahlen war JLL für Merkurist nicht zu erreichen.

Ein Faible für Neubau

Am beliebtesten sind bei Chinesen aktuell Neubauwohnungen, am liebsten mit einem bis zwei Zimmern zwischen 250.000 und 500.000 Euro, erklärt Chen von Anjia Immobilien. Außerdem seien die Käufer aus Fernost bereit bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter für die Wohnungen hier in Frankfurt zu zahlen.

„Frankfurt ist ideal für chinesische Kapitalanleger, weil die Mieter in Deutschland zuverlässig sind.“ - Shuyi Chen, Anjia Immobilien

Besonders begehrt seien bei den chinesischen Käufern Wohnungen in der Stadtmitte, im Europaviertel sowie auf dem Riedberg. Und auch chinesische Investoren schätzen Frankfurter Immobilien als Kapitalanlage: „Frankfurt ist ideal für chinesische Kapitalanleger, weil die Mieter in Deutschland zuverlässig sind“, sagt Chen. (ab)

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