Graffiti in Station Ostendstraße erinnert an Alptuğ Sözen

Sprayer haben die Wandgestaltung der Ostendstraße übermalt und den Schriftzug dem toten Alptuğ Sözen gewidmet. Wie geht die Bahn damit um?

Graffiti in Station Ostendstraße erinnert an Alptuğ Sözen

Vor rund zwei Jahren wurde die S-Bahn-Station Ostendstraße umgestaltet. „Laufende Hände“ heißt das rund 6600 Quadratmeter große Kunstwerk, das von Andreas und Samira von Chrzanowski gestaltet wurde.

Wie der Name schon sagt, zeigt es Hände in verschiedensten Farben. Vorher mussten Fahrgäste auf sandfarbene Kacheln blicken. Das Anbringen der Bilder war aufwendig, da die Wände zuvor gereinigt werden mussten. Innerhalb von sechs Wochen wurde danach das Kunstwerk für die mehr als 260 Meter lange Station fertiggestellt.

Allerdings wurde vor wenigen Wochen ein Teil des Wandschmucks übermalt. Mit pinker Farbe wurden die Kürzel „1UP“ und „DNS“ aufgetragen. Daneben ist der Schriftzug „RIP Mustafa“ - „Ruhe in Frieden Mustafa“ auf die S-Bahn Wand gemalt worden. Mustafa war der Rufname von Alptuğ Sözen. Sözen war im November 2018 in der Station von einem Zug erfasst worden und gestorben, als er einem Obdachlosen helfen wollte, der ins Gleisbett gefallen war.

Beide Graffitis wurden jedoch illegal angebracht. Trotzdem will die Bahn sie nicht entfernen lassen. „Wandgestaltung hat immer nur eine gewisse Halbwertzeit“, sagte eine Bahnsprecherin. Damit bezog sie sich aber auch auf die „Laufenden Hände“. Denn irgendwann müsse die Station ohnehin wieder restauriert und gereinigt werden. Zum illegalen Graffiti sagte sie: „Wir werden das wahrscheinlich übermalen, was schade wäre, aber das eigentliche Bild wird wohl nicht erneuert.“

Was die Künstler dazu sagen, dass ihr Werk überstrichen wurde, konnte Merkurist nicht in Erfahrung bringen. Auch auf mehrere Anfragen hin reagierten sie nicht. (nm)

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