Polizei zieht Bilanz zu Frankfurter Fällen bei „Aktenzeichen XY“

Gleich zwei ungeklärte Kriminalfälle aus Frankfurt wurden am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gezeigt - in der Hoffnung, dass Zuschauer die entscheidenden Hinweise liefern können. Jetzt zieht die Polizei Bilanz.

Polizei zieht Bilanz zu Frankfurter Fällen bei „Aktenzeichen XY“

Es waren zwei Fälle aus Frankfurt, mit denen sich Ermittler am Mittwochabend in „Aktenzeichen XY…ungelöst“ an die Fernsehzuschauer gewendet haben. Beide Fälle sind bislang ungeklärt, und das, obwohl die Polizei bereits seit längerem mit Bildern aus Überwachungskameras nach den Verdächtigen fahndet.

Im ersten gezeigten Fall geht es um die versuchte Vergewaltigung einer 22-Jährigen in Bockenheim. „Gesucht wird ein äußerst gefährlicher Mann, der versucht haben soll, eine Frau zu vergewaltigen und sie dabei schwer verletzt hat“, sagte Moderator Rudi Cerne am Mittwoch in der Sendung. Die Kriminalpolizei befürchte außerdem, dass er erneut zuschlagen könnte.

Zuschauer glauben, den Mann gesehen zu haben

Auf dem Heimweg von der Disco wurde die junge Frau am 7. April zunächst an der U-Bahn-Haltestelle „Leipziger Straße“ von ihrem späteren Peiniger angesprochen. Als sie ihn abwies und weiterlief, verfolgte der Mann sie. Wenig später riss er sie zu Boden, versuchte ihre Kleidung zu öffnen. Als die junge Frau um Hilfe schrie, schlug er ihren Kopf gegen den Bordstein. Kurze Zeit später ließ er von ihr ab, klaute aber vorher noch ihr Handy und eine Goldkette.

Zum Ende der Sendung zog Moderator Cerne mit Alfred Hettmer vom Landeskriminalamt in München bereits eine erste Bilanz zu während der Sendung eingegangenen Hinweisen. Im Fall der 22-Jährigen hieß es, dass insbesondere bei der Kriminalpolizei in Frankfurt einige Hinweise zum Täter eingegangen seien. „Zahlreiche Zuschauer glauben, dass sie ihn in Frankfurt gesehen haben“, so Hettmer in der Sendung.

„Es ist leider bislang nichts dabei, dass uns konkret weiterhelfen kann.“ - Isabell Neumann, Sprecherin der Polizei Frankfurt

Tatsächlich gingen zu dem Fall rund 20 Hinweise bei der Frankfurter Polizei ein - doch große Hoffnung besteht dort am Tag nach der Ausstrahlung nicht. „Es ist leider bislang nichts dabei, dass uns konkret weiterhelfen kann“, so Polizeisprecherin Isabell Neumann gegenüber Merkurist. Noch immer ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, was die Identität des Gesuchten angeht. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 069/755-51399 entgegen.

44 neue Hinweise

Der zweite gezeigte Fall beschäftigt sich mit dem brutalen Angriff auf einen damals 51-jährigen Mann in der Frankfurter S-Bahn. Als er am 22. April 2017 am Westbahnhof aus der S4 stieg, folgte ihm ein Mann, streckte ihn mit einem gezielten Schlag nieder und fuhr dann mit der Bahn davon. Bis heute leidet der Mann an den Folgen der Attacke, lag durch ein schweres Schädelhirntrauma sogar zeitweise im Koma.

Vom Täter fehlt immer noch jede Spur - obwohl die zuständige Bundespolizei in Frankfurt seit rund einem Jahr mit Bildern einer Überwachungskamera nach dem Tatverdächtigen sucht. „In unserem Fall hat das Opfer bleibende Schäden, weshalb wir wegen schwerer Körperverletzung ermitteln“, sagte ein Ermittler der Bundespolizei in Frankfurt in der Sendung.

„Es müssen mehrere Fahrgäste mitbekommen haben.“ - Ermittler bei Aktenzeichen XY

Und weiter: „Es müssen mehrere Fahrgäste mitbekommen haben.“ Gesucht wird nicht nur nach dem Schläger, sondern auch nach Zeugen und besonders einem Mann, der gemeinsam mit zwei Kindern (vier bis sechs Jahre) und einer „asiatisch wirkenden Frau“, vermutlich der Mutter der Kinder, ebenfalls im Zug war. Er soll vor dem Aussteigen mit dem Opfer gesprochen haben. Der Mann soll blonde Haare haben und etwa 35 Jahre alt sein. Außerdem habe er eine Brille getragen.

Die Bilanz der Bundespolizei am Tag nach der Ausstrahlung fällt etwas positiver aus, als die der Kripo im ersten Fall. „Wir haben 44 Anrufe mit Hinweisen, denen wir nachgehen“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei gegenüber Merkurist. „Auf die können wir weitere Ermittlungen fußen.“ Weitere Hinweise nimmt die Bundespolizei rund um die Uhr unter der kostenfreien Servicenummer 0800/6888000 entgegen.(mr)

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