Ärger um Vias-Fahrten von Frankfurt nach Wiesbaden

Wer mit der Rheingau-Linie von Frankfurt nach Wiesbaden fahren will, startet in der Regel auf Gleis 24 - ein Stück außerhalb und direkt neben der Müllpresse des Frankfurter Hauptbahnhofs. Bei einigen Bahnfahrern sorgt das für Ärger.

Ärger um Vias-Fahrten von Frankfurt nach Wiesbaden

Vor allem bei der aktuellen Hitze macht das Pendeln mit der Bahn nur wenig Spaß. Am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Situation für einige Fahrgäste auf dem Weg nach Wiesbaden aber noch schlimmer — denn sie fahren regelmäßig mit der Rheingau-Linie der Vias an Gleis 24 ab. Abgesehen davon, dass das Gleis ein gutes Stück weit hinter den anderen Gleisen liegt, stört die Fahrgäste vor allem eines: der Geruch nach Müll.

Der ist auch Merkurist-Leser Ray aufgefallen. In seinem Snip schreibt er: „Wer mit der Vias von Frankfurt in die hessische Landeshauptstadt will, startet weit draußen am Gleis 24 mit Müllgestank.“ Er fragt sich, ob die rund 5600 Pendler, die täglich mit der Linie zwischen Frankfurt und Wiesbaden unterwegs sind, nicht ein attraktiveres Bahngleis verdient hätten.

„Grundsätzlich können im Frankfurter Hauptbahnhof von bestimmten Strecken aus nur bestimmte Gleise erreicht werden.“ - Sprecherin der Deutschen Bahn

Doch so leicht ist das nicht. „Grundsätzlich können im Frankfurter Hauptbahnhof von bestimmten Strecken aus nur bestimmte Gleise erreicht werden“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn, die für die Vergabe der Bahnsteige zuständig ist. Würde die Rheingau-Linie von ihrer Strecke aus einen der mittleren Bahnsteige ansteuern, käme es zu Behinderungen oder sogar Verspätungen - denn auf ihrem Weg müsste sie rangieren und andere Zugverbindungen kreuzen.

Das bestätigt auch Maximilian Meyer, Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), der die Vias auf der Strecke beauftragt hat. „Nicht jedes Gleis ist von überall zu erreichen und ein- und ausfahrende Züge dürfen sich nicht blockieren“, sagt er gegenüber Merkurist. Da die Auslastung in Frankfurt so hoch ist, setze sich der RMV sogar für eine Erweiterung des Hauptbahnhofs um ein Gleis 25 ein. Dennoch könne der RMV den Wunsch nach kurzen Laufwegen nachvollziehen. „Allerdings ist Frankfurt einer der größten Bahnhöfe Deutschlands und der Weg zwischen Zug und Bahnsteigende ist ja nur ein Abschnitt auf dem Weg zum S-Bahn-Tiefbahnhof oder einem anderen Ziel“, so Meyer.

Keine Alternative, was den Müll angeht

„Besonders im Sommer kommt es dort zu entsprechenden Geruchsbelastungen.“ - Sprecher der Vias

Ein Gleiswechsel Richtung Bahnhofsmitte ist so leicht also nicht umsetzbar. Aber was ist mit dem Müllgestank? Der kommt nicht von überfüllten Mülleimern und schlechter Hygiene. Schuld ist die Abfallsammelstelle des Frankfurter Hauptbahnhofs, die dort angesiedelt ist. „Besonders im Sommer kommt es dort zu entsprechenden Geruchsbelastungen, die auch für unsere Mitarbeiter teilweise sehr unangenehm sind, insbesondere wenn sie Kundenservice auf dem Bahnsteig machen“, sagt ein Sprecher von Vias.

Ändern wird sich aber auch das nicht so bald. „An Gleis 24 befindet sich eine Müllpresse, die inmitten der Frankfurter Innenstadt leider nicht an alternativen Standorten platziert werden kann“, erklärt die Sprecherin der Deutschen Bahn. Denn vom Gleis 24 aus lasse sich der Müll recht praktikabel abtransportieren. Dass der Geruch — vor allem im Sommer — aber unangenehm ist, kann das Unternehmen nachvollziehen. „Wir bedauern, wenn dies speziell bei hohen Außentemperaturen zu Unannehmlichkeiten für Fahrgäste führt“, so die Sprecherin. (nl)

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