Was Ihr über den Rödelheimer Wasserturm wissen solltet

Heute ist er ein Wahrzeichen von Rödelheim und nicht mehr in Betrieb. Der Rödelheimer Wasserturm sieht nicht nur schön aus, sondern prägt auch eine langjährige Geschichte.

Was Ihr über den Rödelheimer Wasserturm wissen solltet

Der Rödelheimer Wasserturm ist schon Weitem zu sehen. Das Wahrzeichen des Frankfurter Stadtteils wurde nicht ohne Grund so hoch gebaut. Hinter dem Riesen steckt eine interessante Geschichte.

Eine neue Wasserversorgung

Der Wasserturm am Seegewann war Teil zahlreicher Neuerungen, als Rödelheim im Jahr 1885 zur eigenständigen Stadt erhoben wurde. Die Stadt erfuhr damals einen großen Aufschwung und wurde Standort von Firmen und Wohnort vieler Einwohner, die täglich zur Arbeit nach Frankfurt pendelten. So ist es auch auf der Website der Stadt Frankfurt nachzulesen.

Mit der Stadterhebung wurde mehr Geld in eine Verbesserung der Infrastruktur investiert und auch die Wasserversorgung auf den neuesten Stand gebracht. Im späten 19. Jahrhundert wurde nach und nach auf Rohrnetze umgestellt, die das Wasser direkt in die Rödelheimer Wohnungen leiteten. Um den Wasserdruck in den Leitungen zu erhöhen, damit das Wasser leichter durch die Leitungen fließen konnte, mussten die Wassermengen so hoch wie möglich gespeichert werden. Daher wurde von 1895 bis etwa 1900 der Rödelheimer Wasserturm erbaut. Danach war er lange Zeit der Trinkwasserspeicher für die näheren Wohngebiete.

Die Merkmale

Nicht nur aufgrund der Höhe, auch wegen seiner Form und Verzierungen fällt der Turm ins Auge. Rund 51 Meter erstreckt sich der Turm in die Höhe. Er hat einen Durchmesser von 9,50 Meter und steht auf einem mit Werkstein verkleideten 10 Meter hohen Fuß. Darüber ragt der Schaft des Turms 27 Meter in die Höhe, auf dem der kugelförmige, mit Schiefer verkleidete Wasserbehälter sitzt. Dieser fasst 380 Kubikmeter Wasser und ist mit einer Turmspitze und Wetterfahne gekrönt.

Der Turm ähnelte mit seinen Verzierungen aus Schiefer und Werkstein an Kirch- und Schlosstürme und ist Beispiel für die ausgefeilte Ingenieursbaukunst am Ende des 19. Jahrhunderts.

Damals noch am Rand des Ortes mitten im Grünen errichtet, ist er heute von Straßen und Häusern umringt - die er trotz seines Alters überragt.

Heute außer Betrieb

Mit der Eingemeindung als Stadtteil Frankfurts wurde Rödelheim 1910 auch an das Wassernetz der Stadt angeschlossen. Somit wurde der Turm überflüssig. Zwar wurde er noch einige Jahre als Notspeicher genutzt, ging dann aber bald außer Betrieb. Heute steht der Turm unter Denkmalschutz, einige Teile werden als Büros genutzt. (mr)

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