Wenn die Bushaltestelle zugeparkt ist

Weil entlang der Strecke der Linie 14 aktuell Bauarbeiten laufen, sind teilweise Ersatzbusse unterwegs. Vor allem an einer Ersatzhaltestelle sorgten Falschparker für Ärger. Kein Einzelfall, wie die Verantwortlichen bestätigen.

Wenn die Bushaltestelle zugeparkt ist

Hupende Autofahrer, eine zugeparkte Haltebucht und Fahrgäste, denen das Ein- und Aussteigen schwer fällt: So sah die Ersatzhaltestelle „Freiligrathstraße“ Ende Oktober aus. Wegen kurzfristiger Bauarbeiten musste der Linienweg der Straßenbahnlinie 14 Mitte Oktober unterbrochen werden, wenig später organisierte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) einen Ersatzverkehr mit Bussen. Doch an einigen Autofahrern schien das vorbeigegangen zu sein.

Denn: Die Ersatzhaltestelle war zeitweise komplett zugeparkt. „Die neue Haltestelle ist eine Gefahrenquelle“, schrieb ein Twitter-User deshalb an die VGF gerichtet. „Den ganzen Tag hupen die Autofahrer, weil der Bus auf der Straße stehen muss.“ Er habe zwei Beinahe-Unfälle gesehen, die Fahrgäste könnten kaum aussteigen. Schnell war klar: Hier muss abgeschleppt werden. Aber wer ist zuständig?

Dreimal wurde abgeschleppt

„Wenn, wie in diesem Fall, abgeschleppt werden muss, wird die Stadtpolizei informiert; außerhalb der Dienstzeit die Landespolizei“, erklärt Karola Brack, Sprecherin der VGF. So sei es auch im Fall der Ersatzhaltestelle passiert. Busfahrer hatten die Parksünder gemeldet. Das bestätigt auch Rainer Michaelis, Leiter der städtischen Verkehrspolizei, auf Anfrage: „Die städtische Verkehrspolizei hat eine entsprechende Info am 23. Oktober von der VGF bekommen.“ Dreimal habe man abgeschleppt, mehrfach nachkontrolliert — die Haltestelle war frei.

Auch Verkehrsmeister der VGF seien seitdem regelmäßig vor Ort und kontrollieren, so Brack. Neben den Falschparkern gebe es aber noch ein anderes Problem: „Leider werden zusätzlich aufgestellte Halteverbotsschilder durch Verkehrsteilnehmer immer wieder verschoben“, erklärt sie. Diese müssen zusätzlich regelmäßig überprüft und neu ausgerichtet werden.

„Ein grundsätzliches Problem für Busfahrer“

Auch Klaus Linek, Sprecher des Nahverkehrsbetriebes TraffiQ, kennt das Problem der zugeparkten Haltestellen — und das ist kein Einzelfall. „Das ist ein Thema, das für die Busfahrerinnen und Busfahrer in Frankfurt und ihre Fahrgäste ein grundsätzliches Problem darstellt“, so Linek. Für viele Fahrgäste sei das ein Sicherheitsrisiko, für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eine teils unüberwindbare Hürde. „Gerade unter diesem Aspekt mag ein jeder die Rücksichtslosigkeit einiger Zeitgenossen selbst bewerten“, so Linek.

Durch eine bauliche Maßnahme soll es Falschparkern künftig aber zumindest erschwert werden, Bushaltestellen zuzuparken. „Im Rahmen den barrierefreien Umbaus von Haltestellen nimmt die Möglichkeit des Zuparkens ab, da Haltestellen heute mit einem bis an den Fahrbahnrand vorgezogenen, auf 18 bis 22 Zentimeter erhöhten Bus-Kap ausgestattet werden“, erklärt Linek. In ihrer Mobilität eingeschränkte Personen sollen dort möglichst komfortabel ein- und ausstiegen können, während Autofahrer abgeschreckt werden sollen. „Diese Haltestellen zuzuparken, ist zumindest deutlich erschwert und erfordert ein beachtliches Maß an Chuzpe“, sagt Linek. (js)

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