Schilder an der Ostendstraße erinnern nun an Mustafa S.

Weil er einen Mann von den Gleisen retten wollte, starb Mustafa Alptuğ Sözen. Seit Mittwoch erinnert eine Gedenktafel in der S-Bahnstation Ostendstraße an seine Tat.

Schilder an der Ostendstraße erinnern nun an Mustafa S.

Es war eine emotionale Feier, die am Mittwoch in der S-Bahnstation Ostendstraße stattfand. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der türkische Generalkonsul, Familienangehörige, Klassenkameraden und Freunde von Mustafa Alptuğ Sözen hatten sich eingefunden. Sie alle wollten bei der Enthüllung des Schildes dabei sein, das für immer an Mustafas Tat erinnern soll. Denn seit Mittwoch trägt die Ostendstraße offiziell den Beinamen Alptuğ-Sözen-Station. Der damals 17-Jährige hatte am 13. November 2018 einen Obdachlosen von den Gleisen gezogen, der gestürzt war, und war dabei selbst ums Leben gekommen.

Viel Lob für Mustafa

„Mustafa Alptuğ Sözen ist von uns gegangen, aber wir sind heute hier, weil wir uns an ihn erinnern“, sagte Feldmann anlässlich der feierlichen Enthüllung. Er lobt das „selbstlose“ Handeln von Mustafa. „Er bewies an dieser Stelle Heldenmut und Zivilcourage“, so Feldmann weiter. Darum sei es wichtig, an ihn zu erinnern.

Auch der türkische Generalkonsul in Deutschland, Burak Kararti, lobte Mustafa. „Sie haben größtes Recht, Stolz auf Ihren Sohn zu sein“, sagte er zu den Eltern des Verstorbenen. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter für das Land Hessen der Deutschen Bahn, drückte seine Bewunderung für Mustafas Mut aus. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es sich bei der Verleihung des Beinamens um einen außergewöhnlichen Akt handle, der auch künftig eine Ausnahme bleiben werde.

Die Eltern von Mustafa wollten sich nicht äußern, ein Freund der Familie dankte aber in ihrem Namen der Stadt und der Bahn. „Mustafa war ein Held, der sein Leben ließ, um ein Leben zu retten. Bitte vergessen Sie ihn nicht.“

Emotionales Gedenken

Vor allem für Mustafas Eltern war die Feier am Mittwoch sehr emotional, immer wieder flossen Tränen. Mit einer innigen Umarmung bedankte sich Mustafas Mutter nach der Enthüllung der Schilder erneut bei Peter Feldmann für seine Unterstützung.

In den nächsten Wochen sollen auch die anderen Schilder der Station mit dem Namenszusatz versehen werden. Eine Gedenktafel erinnert am Eingang an der Hanauer Landstraße schon jetzt an Mustafa. Auf ihr stehen sein Geburtsdatum sowie das Datum seines Todes. Dazu die Worte: „Mustafa Alptuğ Sözen bewies an dieser Stelle Heldenmut und Zivilcourage. Er ließ sein Leben beim Versuch, einen hilflosen Menschen von den Gleisen zu retten. Die S-Bahnstation Ostendstraße wird für immer mit seinem Namen verknüpft sein.“ (ab)

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