Ortsbeirat stimmt Umbenennung der Ostendstraße in „Alptug-Sözen-Station“ zu

Zu Ehren des verstorbenen Hanauers

Ortsbeirat stimmt Umbenennung der Ostendstraße in „Alptug-Sözen-Station“ zu

Der Ortsbeirat 4 Bornheim-Ostend hat am Dienstagabend einem Antrag zugestimmt, die Ostendstraße in die „Alptug-Sözen-Station“ umzubenennen. Der Antrag war von der Kommunalen Ausländervertretung (KAV) eingebracht worden.

Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) zeigte sich gegenüber Merkurist erstaunt, dass der Antrag auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Auch viele Mitglieder des Ortsbeirates seien überrascht gewesen. Denn vor einigen Wochen war bereits die Anbringung einer Gedenktafel mit dem Namen des Hanauers sowie Schilder mit dem Zusatznamen „Alptug-Sözen-Station“ beschlossen worden. Dabei hatten sich die Familie des jungen Mannes, der Oberbürgermeister sowie die Deutsche Bahn auf die Ehrentafel im Untergeschoss der S-Bahn Haltestelle geeinigt.

„Man muss sich an den Straßennamen orientieren können.“ - Peter Thoma (FDP)

„Es gab zwar eine Mehrheit, aber auch viele Enthaltungen“, so Steib über die Antragsabstimmung. Peter Thoma (FDP) sagt dazu: „Ich habe mich enthalten, weil ich es nicht für richtig halte die Station komplett umzubenennen.“ Dabei wolle er nicht die heldenhafte Tat des jungen Hanauers herabwürdigen, sondern Verwirrung vermeiden. „Man muss sich an den Straßennamen orientieren können. Und Ostendstraße ist einfach bekannt. Deshalb bin ich dafür die Ostendstraße mit einem Zusatz zu versehen, sodass die Haltestelle Ostendstraße/Mustafa-Alptug-Sözen-Station heißt“, so Thoma.

„Mit einer Umbenennung würde er nie in Vergessenheit geraten.“ -Pearl Hahn (Linke)

Die Ortsbeirätin der Linken, Pearl Hahn, sieht das anders: „Ich finde es eine gute Idee die Station vollständig umzubenennen, da es so auch eine größere Tragweite hat. Und eine Gedenktafel reicht da nicht aus. Mit einer Umbenennung würde er nie in Vergessenheit geraten.“

Ob die Namensänderung tatsächlich erfolgt, ist noch unklar. Die endgültige Entscheidung liege bei der Deutschen Bahn, die Eigentümer der Station ist.

Alptug Sözen, genannt Mustafa, war im November 2018 ins Gleisbett der Ostendstraße gesprungen, um einen Obdachlosen vor dem Tod zu bewahren. Während der Obdachlose überlebte, wurde der 17-Jährige von einer Bahn erfasst und starb. In einer Onlinepetition forderten viele Frankfurter die Umbenennung der Station, andere sprachen sich nur für die Anbringung einer Plakette zu Ehren von Sözen aus. Im März wurde der Forderung der Petition nachgegeben: Ab Juni soll die Ostendstraße den Beinamen Alptug-Sözen-Station erhalten (wir berichteten). (mr)

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