Was aus den Gleisen in der Gwinnerstraße wird

Seit bald 30 Jahren fährt in der Gwinnerstraße keine Straßenbahn mehr. Schienen liegen dort trotzdem noch. Könnten sie bald wieder genutzt werden?

Was aus den Gleisen in der Gwinnerstraße wird

Ein Kilometer liegt zwischen der Borsigallee und dem Seckbacher Ried. Verbunden sind beide Orte mit der Gwinnerstraße. In der Straße liegen der sowohl die Batschkapp als auch Industrie und Wohnhäuser liegen; dort wird gefeiert, geschuftet und gewohnt. Um von einem Ende der Gwinnerstraße zum anderen zu kommen, nehmen die meisten Menschen einen der Busse, die mehrmals die Stunde fahren. Doch das war nicht immer so.

„Bis zur Eröffnung der U-Bahn-Linie U7 nach Enkheim im Jahr 1992 verkehrte dort die Straßenbahnlinie 12 nach Bergen“, sagt Klaus Linek, Sprecher des Verkehrsunternehmens Traffiq. Die Linie 12 wurde eingestampft, übrig blieben nur die Gleise. Und die liegen bis heute in der Gwinnerstraße, lassen Autos und Busse holpern, wenn sie darüberfahren.

Kein Gleis-Revival geplant

„Eine Wiederinbetriebnahme mit den heutigen Anforderungen käme daher sicherlich einem Neubau gleich.“ - Klaus Linek, Traffiq

Dass die Gleise irgendwann wieder genutzt werden, wie Frankfurter Tram-Fans es schon in der Vergangenheit im Netz diskutierten, steht allerdings nicht zur Debatte - das bestätigt auch Linek. Das wäre mittlerweile auch nicht mehr realistisch. „Die Gleise dieser inzwischen ,historischen’ Straßenbahnstrecke liegen seit 27 Jahren ungenutzt in der Straße“, sagt Linek. „Eine Wiederinbetriebnahme mit den heutigen Anforderungen käme daher sicherlich einem Neubau gleich.“

Warum die Gleise trotzdem noch immer in der Gwinnerstraße liegen, hat einen Grund. „Da wir nicht verpflichtet sind, solche Gleise zu entfernen, haben wir darauf verzichtet“, sagt Bernd Conrads von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). „Sollte das ASE (Amt für Straßenbau und Erschließung) die Straße sanieren, beteiligen wir uns aber mit der Schienenentfernung.“

Bis die Straße saniert wird, vergeht noch viel Zeit

„Die Gwinnerstraße ist Teil des Industriestraßenprogramms der Stadt Frankfurt.“ - Michaela Kraft, Leiterin ASE

Das ASE ist unter anderem für die Sanierung und Instandhaltung der Frankfurter Straßen zuständig. Und im Amt gibt es tatsächlich Pläne für die Gwinnerstraße. „Die Gwinnerstraße ist Teil des Industriestraßenprogramms der Stadt Frankfurt“, erklärt Michaela Kraft, Leiterin des Amts. Ziel des Programms sei die Sanierung der Industriestraßen im Stadtgebiet. So sollen ansässige Unternehmen, Beschäftigte und Kunden die Firmengelände besser erreichen.

In diesem Rahmen soll auch die Gwinnerstraße saniert werden. Wann es soweit ist, ist aber noch völlig unklar. „Die zur Verfügung stehenden Gelder sind auf mehrere Jahre für priorisierte Vorhaben gebunden“, so Kraft. Bevor die Gwinnerstraße saniert wird, werden also noch einige Jahre vergehen. Bis dahin werden die Gleise noch eine Weile an die frühere Straßenbahnstrecke erinnern. (lo)

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