Mehr Lebensqualität in Höchst - Initiative will Mainufer aufwerten

Menschen zusammenbringen, Freizeitangebote schaffen und die Flusspromenade aufwerten - dafür steht ein neues Open-Air-Kozept im Stadtteil Höchst. Das Projekt ist noch in der Planung und wer will, kann eigene Ideen einbringen.

Mehr Lebensqualität in Höchst - Initiative will Mainufer aufwerten

Wenn es Frühling wird, zieht es die Frankfurter schnell ins Freie - ganz besonders ans Mainufer, denn wo lässt sich die warme Jahreszeit besser genießen, als ganz nah am Wasser? Nicht nur rund um die Innenstadt und Sachsenhausen ist das Mainufer ein beliebter Treffpunkt, auch in anderen Stadtteilen sucht man die Nähe zum Fluss.

So auch in Höchst. Dort hat die Uferpromenade mit der Sommerbar „Schiffsmeldestelle“, dem Blick auf das „Höchster Schloß“ und den Bolongaropalast sowie dem Fähranleger bereits Einiges zu bieten. „Da geht noch mehr!“, dachten sich allerdings die Initiatoren der „Sommeraktionsfläche“. Sie wollen unmittelbar am Mainufer, zwischen Ochsenturm und Spielplatz, einen Raum der Begegnung schaffen, der die Promenade zusätzlich beleben soll und ein neues Kulturangebot verspricht.

„Wir können uns alle möglichen Sachen, die zum Mitmachen anregen, für diese Fläche vorstellen.“ - Uwe Eisenmann, Initiator

Uwe Eisenmann ist einer von ihnen und spricht mit Begeisterung über die Projektidee: „Tanzen, Yogakurse, Freilufttheater - wir können uns alle möglichen Sachen, die zum Mitmachen anregen, für diese Fläche vorstellen“, erklärt Eisenmann. Angedacht ist, dort, wo jetzt noch Schotter liegt, einen aus flachen Platten bestehenden soliden Untergrund zu schaffen. Dieser soll dann die perfekte Basis für verschiedenste Veranstaltungen und Aktionen bieten. Auch über etwaige Widrigkeiten haben die Initiatoren bereits nachgedacht: „Die Platten sollen fest verbaut werden, aber so, dass die Kerb nicht eingeschränkt wird und in diesem Zeitraum die Buden und Stände wie immer dort stehen könnten.“

Mehr Kultur- und Freizeitangebote im öffentlichen Raum

Insbesondere die Höchster Tanzszene, repräsentiert durch Mitinitiator und Tanzschulen-Inhaber Carsten Weber, erhofft sich von dem Projekt neue Möglichkeiten, mehr Kultur- und Freizeitangebote in den öffentlichen Raum zu bringen. Niedrigschwellig und unkompliziert soll die Teilnahme an den wechselnden Veranstaltungen sein, betont Eisenmann. „Das ist so gedacht, dass man zum Beispiel einfach dazukommen und mittanzen kann, wenn man dort vorbeiläuft.“ Beim Thema Ruhestörung habe man keine Bedenken, auch Events mit Musik zu organisieren. „Dort ist eigentlich niemand, der sich daran stören könnte.“

Die Initiative erhofft sich, dass sich möglichst viele Höchster Institutionen, Kultur- und Sportstätten für die Idee begeistern können und so verschiedenste Kooperationen entstehen. Man sei etwa bereits im Gespräch mit der örtlichen Turngemeinde.

Idee findet Anklang

Auch an anderer Stelle kommt das Konzept schon jetzt gut an. Caroline Hartmann vom „Neuen Theater“ ist froh, dass sich Menschen für mehr Lebensqualität im Stadtteil einsetzen: „Alles, was Kulturangebote anbelangt, ist sinnvoll für Höchst.“

„Das wäre sicher eine Bereicherung für den Stadtteil.“ - Caroline Hartmann, „Neues Theater“

Im Moment stehe es ihrer Meinung nach nicht so gut um die kulturelle Landschaft vor Ort. „Das Mainufer muss noch attraktiver werden. Höchst bedarf nach wie vor einer Aufwertung“, ist Hartmann überzeugt. Gerade im Hinblick auf die Sommermonate sieht sie die geplante Fläche daher als gewinnbringende Ergänzung: „Ich finde das ist eine sehr schöne Idee und wäre sicher eine Bereicherung für den Stadtteil“, erklärt sie.

Mögliche Unterstützung durch die Stadt

Noch ist jedoch nichts entschieden. Der Projektantrag wurde im Ortsbeirat eingebracht, der nun entscheiden muss, ob die „Sommeraktionsfläche“ auch tatsächlich umgesetzt wird. Auch mit dem Grünflächenamt sei man bereits im Dialog. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Eisenmann zuversichtlich.

Die Initiative hofft derzeit auf finanzielle Unterstützung durch die „Förderung Höchst“, die durch die Stadt verwaltet wird. Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, erklärt, dass er noch nichts Konkretes zu dem Projektantrag sagen könne. Allerdings: „Grundsätzlich kommt das für die Förderung in Frage.“ Nun müsse man den Antrag prüfen. Das Förderprogramm sei dazu da, die Innenstadt Höchsts zu stärken und das Erscheinungsbild des Stadtteils aufzuwerten. Förderungsfähige Projekte befassen sich etwa mit der Begrünung von Freiflächen, neuem Stadtmobiliar oder gemeinschaftlichen Aktivitäten im Stadtteil - da würde das beantragte Projekt auf den ersten Blick ganz gut hineinpassen.

Den Initiatoren der „Sommeraktionsfläche“ liegt viel daran, die Bürger in die Planung der Fläche mit einzubinden. „Wir hoffen, dass viele auf uns zukommen und sagen, was sie sich dort wünschen würden“, so Eisenmann. Nur so könne man ein gelungenes Projekt von Bürgern für Bürger auf die Beine stellen. Wer selbst Ideen hat, die zu dem Projekt passen könnten, hat bei der kommenden „MeetWoch“-Veranstaltung, organisiert von „Frankfurt West“, Gelegenheit, sich mit den Beteiligten auszutauschen und selbst aktiv zu werden. „Wir laden alle ein, mitzumachen!“, so Eisenmann.

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