Frankfurt Universe kommt nicht zur Ruhe

Sportlich läuft es beim Frankfurter Footballverein Universe wahrlich rund, doch hinter den Kulissen scheint der Konflikt mit dem ehemaligen Vermarkter noch immer nicht beigelegt zu sein.

Frankfurt Universe kommt nicht zur Ruhe

Wer sich in den letzten Jahren sportlich mit der Frankfurter Universe beschäftigt hat, konnte einen Verein sehen, der das Ei von einem Erfolg zum nächsten trug. Im Sommer 2007 gegründet, stiegen die „Men in Purple“ (die „Männer in lila“) scheinbar ohne große Schwierigkeiten von Liga zu Liga auf, bis sie 2016 das erste Mal in der ersten deutschen Football Liga (German Football League, GFL) antraten.

Doch auf organisatorischer Ebene fingen mit dem Erfolg auch die Probleme an. Dafür muss man etwas tiefer in die Struktur des Vereins einsteigen und einige Jahre zurückgehen: 2014 entschied der Vorstand, die erste Mannschaft in eine GmbH auszugliedern, welche von dem Unternehmer Matthias Mämpel geführt wurde. Er war es auch, der den Namen „Galaxy“ (angelehnt an die amerikanische NFL Europa-Mannschaft aus Frankfurt) zurück an den Main holte.

Neue GmbH wird gegründet

Nicht einmal ein Jahr später wurde der Vertrag mit Mämpel von Seiten des Vereins jedoch außerordentlich gekündigt, da die Namensrechte an Galaxy weiterhin bei der National Football League (NFL) lagen und diese bereits eine Abmahnung an die GmbH gerichtet hatte. Man einigte sich und der Betrieb der GFL-Mannschaft ging in eine neue GmbH über die zu 100 Prozent dem Verein gehört. (Zuvor hieß es, dass Mämpel 24,9 Prozent der GmbH halte, dies ist falsch und korrigiert worden)

„Da ist nichts dran.“ Klaus Rehm, Vorsitzender Universe Frankfurt

So weit, so gut. Doch nun sagt unser Leser „Alex Jedermann“, dass bei dem Vergleich zwischen dem Verein und Mämpel ausgehandelt wurde, dass Letzterer 50 Prozent der Sponsorengelder des namensgebenden Sponsors „Samsung“ erhalten soll, diese jedoch vom Verein an Mämpel nie gezahlt wurden. „Da ist nichts dran“, reagiert Klaus Rehm, der Vorsitzende des Vereins auf Nachfrage von Merkurist. Über Vertragsdetails mit Mämpel wolle er nichts sagen, aber es gebe keine unerfüllten Forderungen an den Verein, so Rehm. Also doch nichts dran?

Der Snip von „Alex Jedermann“ lautet genau: „Frankfurt Universe - keine heile Welt und Prozess mit dem Vermarkter? drohender Verlust der Gemeinnützigkeit?“ Weil er bei unseren Lesern auf Zustimmung getroffen ist und der Oha-Button auf 100 Prozent steht, nehmen wir uns des Themas an.

Bisher keine Probleme mit dem Finanzamt

Auf den Vorwurf, dem Verein könne die Gemeinnützigkeit aberkannt werden, antwortet Rehm: „Der Verein hat nie Gewinn gemacht, es gibt nur die Mitgliedsbeiträge.“ Daher gebe es keinen Grund, ihm die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Die Sponsoren- und Eintrittsgelder nimmt die GmbH ein, welche jedoch nie gemeinnützig war. Seit sieben Jahren mache der gleiche Steuerberater die Erklärung für den Verein und da habe es noch nie Probleme gegeben. Auch auf die Nachfrage von Merkurist bezüglich eine Anzeige, die gegen den Verein beim Finanzamt existieren soll, habe er noch nie etwas gehört. Das Finanzamt selbst darf aus datenschutzrechtlichen Gründen dazu keine Auskunft geben.

„Es gab eine abschließende Einigung zwischen dem Verein und Mämpel.“ - Klaus Rehm

Doch woher kommen solche Anschuldigungen? Mämpel selbst war für Merkurist nicht zu erreichen. Für Rehm jedoch ist es klar, dass er hinter solchen Aussagen steckt. „Das kommt immer aus der gleichen Ecke.“ Seit zwei Jahren beschäftigt der Streit zwischen Mämpel und der Universe nun auch schon die Staatsanwaltschaft. Rehm verstehe nicht, wieso immer wieder Anschuldigungen gegen den Verein in der Öffentlichkeit gebe. „Es gab eine abschließende Einigung zwischen dem Verein und Mämpel“, fasst er die ewigen Streitereien mit dem ehemaligen Vermarkter zusammen.

Neuer Verein mit dem Namen „Galaxy“

Interessant ist, dass Mämpel schon 2016 einen neuen Footballverein beim Amtsgericht hat registrieren lassen, der wieder den Namen „Galaxy“ hat. Dieser ist jedoch bis heute weder beim Sportbund noch beim Footballverband AFVD aufgenommen worden. „Sie rechnen sich Gewinne aus dem Namen aus“, so Rehm. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) liegen die Rechte an dem Namen und dem Vereinslogo jedoch weiterhin bis 2026 bei der NFL Properties Europe GmbH, die sich um die Interessen der NFL in Europa kümmert. Rehm wisse von dem neuen Verein, er sehe aber keine Chancen für ihn, in den AFVD aufgenommen zu werden.

Es scheint, dass nicht nur die Geschäftsführung von den immer wieder aufkommenden Unruhen genervt ist, auch die Fans tauschen sich im Forum entsprechend über den Snip aus. Dort sagen die Kommentatoren, dass es ein altes Thema sei. Der User „Take-Off“ sagt dazu: „Ergo gehe ich auch davon aus, dass irgendjemand hier irgendwelche Uraltkamellen wieder aufmachen möchte, die schon lange ad Acta gelegt sind.“ Auch dort wirkt es, als würden sich die Fans lieber mit dem Sport als mit Machtkämpfen beschäftigen.

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