Brexit: Die Stadt sieht sich gut vorbereitet

Weil diverse Finanzinstitute nach Frankfurt ziehen möchten, werden etwa 5400 neue Arbeitsstellen erwartet. Die Stadt arbeitet auf Hochtouren, um für die neuen Einwohner bestens vorbereitet zu sein. Ob das auch reicht?

Brexit: Die Stadt sieht sich gut vorbereitet

Frankfurt bekommt bald noch mehr Einwohner, denn nach Auswertungen der Wirtschaftsförderung Frankfurt einer Tochtergesellschaft der Stadt Frankfurt, ist mit mindestens 5400 neuen Arbeitsplätzen in Frankfurt zu rechnen. Wie die Stadt am vergangenen Dienstag mitteilte, müssen betroffene Unternehmen, die ihr Personal hierher verlagern möchten, deshalb größere Abteilungen aufbauen, denn die Aufsichtsbehörden dulden keine „Briefkastenfirmen“.

Einige Banken sollen bereits neue Büros angemietet und Stellen ausgeschrieben haben. Dafür möchte die Stadt bestens vorbereitet sein, denn erwartet werden nicht nur Einzelpersonen, meint Wirtschaftsdezernent Markus Frank: „Zumindest ein Teil dieser neuen Einwohner, deren Jobs im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU nach Frankfurt und in die Region verlagert werden sollen, wird auch Familie mitbringen, auf die wir gut vorbereitet sein wollen.“

Flächenumsatz bricht 2017 den Rekord

„Die Leerstandsquote liegt bei 8,8 Prozent, in Fläche ausgedrückt sind das knapp eine Million Quadratmeter.“ - Markus Frank, Wirtschaftsdezernent

Auf dem Frankfurter Immobilienmarkt gab es im vergangenen Jahr mehr als 713.000 Quadratmeter Vermietungen. Damit hat eine Steigerung von 32 Prozent stattgefunden - der höchste Flächenumsatz bei Gewerbeobjekten seit 2000. „Die Leerstandsquote liegt bei 8,8 Prozent, in Fläche ausgedrückt sind das knapp eine Million Quadratmeter“, sagt Frank. Damit sei Frankfurt für Unternehmensanfragen im Zuge des Brexits bestens ausgerüstet.

Genug Schulplätze und Wohnungen?

Allerdings beziehen sich die Unternehmensanfragen nicht nur auf Immobilien, vor allem nicht, wenn die Zugezogenen tatsächlich nicht alleine in die Metropole wohnen sollen. Vor allem Schulplätze und Wohnungen müssen miteinkalkuliert werden.

„Wir wissen noch gar nicht wie viele von den neuen Einwohnern tatsächlich mit Familie hierher ziehen. Wir wissen aber, dass wir für alle Kinder, egal ob im Zuge des Brexits oder nicht, Schulplätze bereitstellen werden.“ - Rüdiger Niemann, Bildungsdezernat

Bei den Schulplätzen werde, laut Frank, darauf geachtet, dass es sich um Schulen handelt, die international anerkannte Abschlüsse anbieten. Dementsprechend wurde von der Wirtschaftsförderung bereits ein Netzwerktreffen mit privaten und staatlichen Schulen im Rhein-Main-Gebiet organisiert. Doch was bedeutet das für die einheimischen Familien? Immerhin besteht bekannterweise ohnehin schon ein Schulplatzmangel in Frankfurt. Bildungsdezernats-Referent Rüdiger Niemann blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir wissen noch gar nicht wie viele von den neuen Einwohnern tatsächlich mit Familie hierher ziehen. Wir wissen aber, dass wir für alle Kinder, egal ob im Zuge des Brexits oder nicht, Schulplätze bereitstellen werden.“ Es sei zudem nicht nur von dem Arbeitsplatz der neuen Einwohner abhängig - sondern vielmehr von dem Wohnort. Es könne durchaus sein, dass viele in die umliegenden Gebiete, wie beispielsweise Eschborn ziehen, sagt Niemann.

Für ausreichenden Wohnraum möchte die Stadt mit 3700 Wohnungen in den Wohntürmen, welche teilweise bereits fertiggestellt sind, sorgen. Damit der Umzug allerdings nicht an der nötigen Aufenthaltserlaubnis scheitert, bereite sich auch die Ausländerbehörde bestmöglich vor, denn „eine gut aufgestellte Ausländerbehörde ist nicht zuletzt auch Werbung für den Finanzplatz Frankfurt“, so der Wirtschaftsdezernent.

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