Zukunft des Bergerstraßenfests ungewiss

Die Kosten steigen, die Planung wird schwieriger: Das Bergerstraßenfest 2020 steht auf der Kippe. Die Verantwortlichen fordern eine neue Regelung.

Zukunft des Bergerstraßenfests ungewiss

Seit mehr als 30 Jahren wird im Sommer ein Wochenende lang in der Berger Straße gefeiert. Das Bergerstraßenfest ist damit ein fester Bestandteil der Frankfurter Straßenfestszene — doch jetzt gibt es Probleme. Wie Kaweh Nemati, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Untere Berger Straße und Mit-Veranstalter, sagt, steht das Bergerstraßenfest 2020 auf der Kippe.

„Momentan ist es ungewiss, ob wir das Bergerstraßenfest 2020 finanzieren können“ - Kaweh Nemati, Interessensgemeinschaft Untere Berger Straße

„Momentan ist es ungewiss, ob wir das Bergerstraßenfest 2020 finanzieren können“, sagt Nemati gegenüber Merkurist. Einer der Gründe: die Kosten, die in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sind. Dazu gehören zum einen Maßnahmen zur Terrorabwehr, die die Stadt laut Nemati bezuschusst, zum anderen aber auch die Kosten für Strom, Müllbeseitigung und Security. „Gleichzeitig sehen wir nicht die Möglichkeit, die Standgebühren zu erhöhen“, so Nemati.

Doch es gibt noch ein weiteres Problem: die Planung des Sicherheitskonzepts, für das die Veranstalter verantwortlich sind. Planung und Umsetzung werden, so Nemati, vor allem durch die mittlerweile sehr hohe Anzahl an Sommergärten und Außenterrassen der anliegenden Gastronomien erschwert. „Da es aber nicht wie beim Weihnachtsmarkt und Wochenmärkten der Stadt eine Sonderregelung für die Benutzung der Sommergärten gibt, müssen wir uns jedes Jahr mit vielen Gastronomen für die Durchführung der Fluchtwege und weiterem beschäftigen“, erzählt Nemati.

Forderung: Alle sollen sich beteiligen

„Einige Gastronomen auf der Straße nehmen ihre Außengastronomie-Konzession als Vorwand dafür, sich nicht offiziell am Fest zu beteiligen“ - Kaweh Nemati, Interessensgemeinschaft Untere Berger Straße

Das ist allerdings nicht alles: „Einige Gastronomen auf der Straße nehmen ihre Außengastronomie-Konzession als Vorwand dafür, sich nicht offiziell am Fest zu beteiligen, obwohl sie natürlich an einem Festwochenende deutlich mehr Umsatz machen“, sagt Nemati. „Das bedeutet, dass die Kosten für diese Gastronomen von anderen bezahlt werden! Egoismus pur!“

Für die Veranstalter des Bergerstraßenfests gibt es daher nur eine Lösung: Privat organisierte Feste wie das Bergerstraßenfest sollen die selben Rechte bekommen wie die Wochenmärkte der Stadt. Bedeutet: Während der Feste sollen die Sommergärten pausieren. „Wir wollen keine Sommergärten schließen“, stellt Nemati klar. „Wir hätten durch diese Regelung aber 1. die Möglichkeit das Sicherheitskonzept in aller Ruhe zu planen und 2. würden sich alle an den entstehenden Kosten fair beteiligen müssen.“

Und davon profitiere immerhin die ganze Berger Straße. Denn von den Einnahmen am Festwochenende werden nicht nur die Kosten des Festes bezahlt. „Auch unsere Weihnachtsbeleuchtung und andere Aktionen werden hierdurch finanziert“, sagt Nemati. „Das heißt: kein Fest, keine Weihnachtsbeleuchtung.“ (pk)

Logo