Das sagt die Frankfurter Polizei zum Video-Skandal

Vorwürfe wegen Polizeigewalt

Das sagt die Frankfurter Polizei zum Video-Skandal

In den sozialen Medien sorgt seit dem Wochenende ein Video der Frankfurter Polizei für Diskussionen. Darauf zu sehen: ein Einsatz auf der Zeil in der Nacht zu Samstag, bei dem die Beamten augenscheinlich recht brutal gegen die Beteiligten vorgehen.

In dem Video hört man immer wieder Rufe von umstehenden Personen, während die Beamten mit Pfefferspray auf mehrere Menschen sprühen. Einer der Polizisten rammt einem offenbar festgenommenen Mann sein Knie in den Magen und drückt ihn an die Hauswand. Als schließlich eine junge Frau zu einem der Festgenommenen läuft, wird sie von einem Polizisten an den Haaren gepackt, zu Boden gerissen und weggeschubst.

Video bereits 150.000 Mal aufgerufen

Gepostet hatte das Video der Bruder eines der Betroffenen. Er schreibt auf Facebook, sein Bruder sei in der Stadt unterwegs gewesen. „Nachdem ihm eine ‚Prügelei‘ aufgefallen war, bei der eine am Boden liegenden Person von fünf anderen Personen getreten wurde, ist er sofort dazwischen gegangen“, schreibt er. Während sein Bruder einen der Schläger zurückgehalten habe, habe er irgendwann von hinten Schläge auf den Kopf bekommen. „Nachdem er sich umdrehte, stellte er fest, dass es ein Polizeibeamter war, der ihm in diesem Moment noch Pfefferspray aus nächster Nähe und direkt ins Auge sprühte.“ In der Folge seien er und mehrere andere Personen von den Polizisten geschlagen worden.

„Ich hoffe, dass die verantwortlichen Beamten zur Rechenschaft gezogen werden.“ - Facebook-User

Das Video dazu wurde bis Montagvormittag schon mehr als 150.000 Mal aufgerufen und knapp 2000 Mal geteilt. Die Reaktionen der Zuschauer: durchmischt. „Ich hoffe, dass die verantwortlichen Beamten zur Rechenschaft gezogen werden“, schreibt ein User. Eine andere Userin zeigt sich „entsetzt“ von dem Video. Andere wiederum bezweifeln, dass die Polizisten grundlos brutal aufgetreten sind und weisen darauf hin, dass keiner wisse, was vor dem Video passiert sei.

Was die Polizei dazu sagt

„Wir nehmen die im Zusammenhang damit erhobenen Vorwürfe ernst und werden das Vorgehen rechtlich überprüfen.“ - Polizei Frankfurt

Die Polizei selbst bezog bereits am Samstagmittag im Netz zum ersten Mal Stellung zum kursierenden Video. „Es wurde ein Video veröffentlicht, auf dem der Einsatz von Pfefferspray gegen mehrere Personen zu sehen ist und auch wie eine Frau an den Haaren zu Boden gerissen wird“, schreibt die Polizei Frankfurt auf Instagram. „Wir nehmen die im Zusammenhang damit erhobenen Vorwürfe ernst und werden das Vorgehen rechtlich überprüfen.“ Die Kritik sei angekommen und ein weiteres Statement werde folgen.

Am Sonntag dann veröffentlichte die Polizei eine Pressemitteilung zum Einsatz, in der die Vorfälle aus Sicht der Beamten geschildert werden. So sei es am Samstagmorgen gegen 5 Uhr zu einer Schlägerei unter mehreren alkoholisierten Personen auf der Zeil gekommen. Die Personen vor Ort seien den Einsatzkräften gegenüber aggressiv aufgetreten, versuchten immer wieder zu fliehen. „Bereits hier musste seitens der Beamten Pfefferspray eingesetzt werden“, so die Polizei. Während eine Person flüchtete, sei den Aufforderungen der Polizei, sich auf den Boden zu legen, nicht gefolgt worden. Eine der Personen habe sich außerdem vehement gewehrt.

Ermittlungen dauern an

„Aus der Menge heraus kam es immer wieder zu Solidarisierungsaktionen, Beleidigungen und Bedrohungen.“ - Polizei Frankfurt

Während des Einsatzes wurden Polizisten und Beteiligte laut Polizei von einer größeren Menschenmenge umringt - vor allem Jugendliche waren um die Zeit auf der Zeil unterwegs. „Aus der Menge heraus kam es immer wieder zu Solidarisierungsaktionen, Beleidigungen und Bedrohungen“, schreibt die Polizei. Auch Glasflaschen seien auf die Beamten geworfen worden, woraufhin die Polizisten Pfefferspray eingesetzt hätten. Ein Mann sei dabei auf einen Beamten zugerannt und habe ihm mit voller Wucht in den Nacken geschlagen. „Der Beamte wurde dabei verletzt und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen“, so die Polizei. Der mutmaßliche Täter wurde wenig später an der Hauptwache festgenommen.

Zum Ende der Mitteilung betonte die Polizei erneut, dass die Vorwürfe bezüglich des Einsatzes ernst genommen und überprüft werden. Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern laut Polizei an. (nl)

Logo