Üben für den Ernstfall: Explosion in U-Bahn

Die Feuerwehr Frankfurt und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zeigen anhand einer Explosion in einer U-Bahn, wie sie bei einem Unglück mit vielen Verletzten vorgehen. Die Einführung eines neuen IT-Systems ermöglicht es, Patienten schnell zu erfassen.

Üben für den Ernstfall: Explosion in U-Bahn

Nach einem lauten Knall und einer Stichflamme liegen 40 Statisten mit zerrissener Kleidung und zum Teil schwer verletzt in zwei U-Bahn-Wagons. Rettungsfahrzeuge kommen an den fiktiven Unfallort, Feuerwehrleute und Notärzte steigen in die U-Bahn und beginnen damit, sich die Patienten anzusehen und die Verletzungen zu beurteilen. Dieser Schritt wird in Zukunft anders verlaufen, als bisher.

Bestens für den Ernstfall gerüstet

„Wir üben hier natürlich einen Fall, von dem wir hoffen, dass er nie eintritt.“ - Leo Latasch, DRK Frankfurt.

Die Einführung eines neuen IT-Systems ermöglicht es den Rettungskräften, die Patienten schnell und zentral zu erfassen. Eine App auf dem Tablet oder Smartphone der Rettungskräfte fragt in Sekunden ab, wie schwer ein Patient verletzt ist. „Wir üben hier natürlich einen Fall, von dem wir hoffen, dass er nie eintritt“, sagt Leo Latasch vom DRK zu Beginn der Übung auf dem Gelände des Trainingscenters der Feuerwehr Frankfurt. Eine Explosion in den Wagons einer U4 soll zeigen, wie das digitale System Sogro in Zukunft eine bessere Versorgung von Verletzten nach einem Unfall ermöglicht.

„Besonders schwer verletzte Patienten werden rot klassifiziert, weniger stark verletzte Personen werden in die Kategorie gelb oder grün eingestuft”, sagt Andreas Ruhs, Abteilungsleiter Vorbeugung und Planung, Feuerwehr Frankfurt am Main. Die wichtigste Aufgabe sei es für die Rettungskräfte, rote Patienten zu identifizieren. Bis jetzt haben Rettungskräfte die Patienten händisch und mit Papieranhängern klassifiziert. „An jedem Unfallort herrscht erst einmal Chaos. Die digitale und zentrale Erfassung der Verletzten in Echtzeit ermöglicht den Einsatzkräften geordnet vorzugehen“, erklärt der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) die Vorteile des Systems Sogro.

Digitalisierung ermöglicht bessere Versorgung von Patienten

„Dadurch kann auf einem zentralen Monitor gesehen werden, wie viele Patienten es gibt, wie schwer diese verletzt sind, wo sich die Patienten befinden und wie viel Kapazität die Krankenhäuser haben.“ - Leo Latasch, DRK Frankfurt.

Bereits heute gibt es eine Schnittstelle zwischen den Krankenhäusern im Raum Frankfurt und den Rettungskräften an einem Unfallort. Das IT-System Ivena zeigt den Rettungskräften unter anderem, wie viele Patienten die Krankenhäuser aufnehmen können. In Zukunft sollen die beiden digitalen Systeme Sogro und Ivena verbunden werden. „Dadurch kann auf einem zentralen Monitor gesehen werden, wie viele Patienten es gibt, wie schwer diese verletzt sind, wo sich die Patienten befinden und wie viel Kapazität die Krankenhäuser haben“, sagt Leo Latasch, der Initiator von Sogro.

Das System hat auch im Berliner Regierungsviertel schon prominente Unterstützung gefunden. Für den Mediziner und jetzigen Bundeskanzleramtsminister Helge Braun zeigt das System, dass Digitalisierung den Menschen in Gefahrensituationen schnelle Hilfe bringen kann. „Ob sich ein Patient von seinen Verletzungen erholt, entscheidet sich in der ersten Stunde nach dem Unfall, deshalb sprechen Ärzte von der goldenen Stunde. Die Einführung von Sogros sorgt dafür, dass die Rettungskräfte schnell und effektiv arbeiten können“, erklärt Braun im Anschluss der Übung.

Zunächst benötigt es die technische Voraussetzungen

Sogro könne in Frankfurt eingeführt werden, sobald die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, sagt Leo Latasch. „Die App steht bereits zur Verfügung. Die Rettungskräfte in Frankfurt werden derzeit mit den richtigen Tablets ausgestattet.“ Für die Zukunft sei es geplant, dass alle Rettungskräfte die neuen technischen Möglichkeiten nutzen, so Latasch. Er ist überzeugt, dass das System Sogro dabei hilft, verletzte Personen schnell zu versorgen, nicht nur bei extremen Situationen wie Explosionen, sondern auch bei Unfällen jeglicher Art, mit denen Rettungskräfte in ihrem Alltag konfrontiert sind.

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