Am Limit: Spiegel Tv-Reportage zeigt Sanitäter aus Frankfurt während ihren Einsätzen

In einer bisher zweiteiligen Reportage berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel TV über die tägliche Arbeit zweier Rettungssanitäter in der Stadt am Main. Bei ihren Einsätzen haben sie mit lebensbedrohlichen Fällen und irrationalen Patienten zu tun.

Am Limit: Spiegel Tv-Reportage zeigt Sanitäter aus Frankfurt während ihren Einsätzen

Fast täglich hören oder sehen wir einen Rettungswagen durch die Straßen fahren. Doch wer sich darin befindet und wie dessen Beruf aussieht, können wir uns nur schwer vorstellen. Seit dem 7.Mai ist - in der Mediathek des Fernsehmagazins Spiegel TV - in der Reportage „Notruf Frankfurt: Rettungssanitäter am Limit“ ein Einblick in diese Welt möglich. Denn der Reporter Dino Argentiero begleitete die beiden Sanitäter Christoph Grüne und Fraz Ahmad vom Arbeiter-Samariter-Bund in ihrem Arbeitssalltag in Frankfurt. Tagtäglich versuchen die beiden in ihren Einsätzen, so vielen Menschen in Notsituationen zu helfen wie sie können.

Frankfurt - Ein hartes Pflaster

„Ich glaube, du bist ein feiner Kerl, der es schaffen will.“ - Christoph Grüne, Rettungssanitäter beim Arbeiter-Samariter-Bund

Diese Einsätze haben es in sich: Oftmals werden Grüne und Ahmad mit Opfern von Messerstechereien, Drogenkonsum oder Verkehrsunfällen konfrontiert. Meist haben sie die Situation von Anfang an im Griff, manchmal müssen aber alle Register gezogen werden, um die Betroffenen am Leben zu halten. Wie zum Beispiel bei einem Einsatz im Bahnhofsviertel. Ein Mann liegt nach einer Überdosis regungslos auf dem Bürgersteig, er scheint so gut wie tot zu sein. Nach schnellen Wiederbelebungsmaßnahmen der Sanitäter ist er einige Minuten später wieder ansprechbar - doch weiß nicht in welcher Stadt er sich eigentlich befindet. Grüne redet eindringlich auf ihn ein: „Ich glaube, du bist ein feiner Kerl, der es schaffen will. Dieses Mal war es haarscharf.“ Laut des Sanitäters wäre der Mann nur ein paar Minuten später gestorben.

Behandlung unter schweren Bedingungen

In vielen Fällen gelangen Grüne und Ahmad nur mit Mühe zu den Unfallorten. Sei es aufgrund der Verkehrslage oder störender Passanten, der Arbeitsprozess der Sanitäter wird durch eine Menge Faktoren erschwert. Oft sind es die (in vielen Fällen alkoholisierten) Patienten selbst, die kaum oder gar nicht kooperieren wollen. Sie beschimpfen, schlagen oder bespucken ihre Helfer - und frustrieren diese damit ungemein, wie die Sanitäter mitteilen. So auch eine Frau, die mehreren Passanten auffiel, weil sie, offensichtlich betrunken, mehrmals gestürzt ist. Im Rettungswagen beleidigt sie Ahmad als „Bimbo“ und spuckt auf die Trage, auf der sie fixiert wurde. „Es ist schade, was der Alkohol aus manchen Menschen macht“, kommentiert Grüne das Geschehen in die Kamera.

Der Rettungsdienst - Ein ungeahnter Luxus

„Die Leute kennen es nicht anders. Das ist der Luxus, den wir hier haben.“ - Fraz Ahmad, Rettungssanitäter beim Arbeiter-Samariter-Bund

Grüne und Ahmad fühlen sich in ihrer Arbeit häufig nicht wertgeschätzt und erwähnen, welchen Komfort wir Dank der Männer in Gelb eigentlich genießen: „Die Leute kennen das nicht anders. 24 Stunden Verfügbarkeit; das ist der Luxus, den wir hier haben“, bemerkt Ahmad, während er und Grüne eine ihrer seltenen Kaffeepausen genießen. Häufig rufen Leute die Sanitäter wegen akuter Rückenschmerzen, um sich dann in die Notaufnahme fahren zu lassen. Wegen eines solchen Missbrauchs des Rettungsdienstes ginge schlussendlich wertvolle Zeit verloren, die andere lebensgefährlich verletzte Patienten nicht haben. Die nicht greifbar erscheinenden Dimensionen des Jobs schlagen sich auch in Zahlen nieder: Knapp 100.000 Rettungseinsätze seien es bereits dieses Jahr in Frankfurt gewesen, 140.000 Fahrten insgesamt. Ein 365-Tage-Job eben, den Männer wie Christoph Grüne und Fraz Ahmad offensichtlich mit vollem Einsatz ausüben.

Die beiden Teile der Reportage „Notruf Frankfurt: Rettungssanitäter am Limit“ sind in der Mediathek von Spiegel TV zu finden. Den ersten Teil gibt es zudem auf der Plattform Youtube, unter dem Kanal SPIEGEL TV. (lo)

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