So ist das Tanzverhalten in Frankfurter Clubs

Wer zum Tanzen in den Club geht, möchte meist nicht als einziger ausgefallen Tänzer auf der Tanzfläche sein. Doch wie groß ist das Risiko, dass dies in Frankfurt geschieht? Wir haben uns in der Partyszene umgehört.

So ist das Tanzverhalten in Frankfurter Clubs

Es ist Samstagabend 23 Uhr und Du betrittst den ersten Club auf Deinem Party-Streifzug durch die Stadt. Du bist gut gelaunt, hast Deine besten Freunde bei Dir und Dich die ganze Woche schon darauf gefreut auszugehen. Endlich den Arbeitsstress hinter sich lassen und sich bei guter Musik auf der Tanzfläche verlieren ist dabei das Ziel vieler. Doch ob Du das wirklich schaffst, hängt meist auch von der Umgebung ab. Wenn niemand um Dich herum tanzt, fällt es schwerer, als einziger auf der Tanzfläche Spaß zu haben. Wie sieht das in Frankfurter Clubs aus? Wird dort noch richtig getanzt oder stehen die meisten mit einem Getränk in der Hand an der Seite und bewegen sich seicht von einem auf den anderen Fuß?

„Wenn die Musik gut ist, tanze ich gerne ausschweifend.“ - Thomas, Merkurist-Leser

Laut mehreren Merkurist-Lesern hängt dies stark von der Musik ab, die im entsprechenden Club gespielt wird. „Wenn die Musik gut ist, tanze ich gerne ausschweifend“, schreibt Leser Thomas auf Facebook. Er verstehe im Club meist sowieso keine Unterhaltung und bewege sich alleine deshalb schon, anstatt dass er seinem Gegenüber ins Ohr schreit. Auch Leserin und Facebook-Nutzerin You Did hat die Erfahrung gemacht, dass die Musik entscheidend dafür ist, ob getanzt wird oder nicht. „Das hat wohl aber auch etwas mit der Szene zu tun“, schreibt die Leserin weiter. Sie empfiehlt die Depeche Mode Partys, wenn man sich zwischen tanzenden Menschen wiederfinden möchte.

„Die meisten tanzen mit ihren Smartphones und ziehen komische Duck Faces.“- Mike, Merkurist-Leser

„Hier hat auch keiner sein Handy in der Hand“, so You Did. Merkurist-Leser Mike hat andere Erfahrungen gemacht. „Die meisten tanzen mit ihren Smartphones und ziehen komische Duck Faces“, hat er beobachtet.

Expressionistische und minimalistische Tänzer in den Clubs

Einer der die Partyszene wie wenige andere Menschen in Frankfurt kennt, ist der Veranstalter und Clubbesitzer Hans Romanov. In seinen Feierjahren - die 76er-Generation wie er selbst sagt - haben Drogen wie Gras und andere Substanzen dafür gesorgt, dass sehr viel und sehr expressiv getanzt worden sei. Heute halten sich laut Romanov die Menschen, die minimalistisch von einem auf den anderen Fuß treten, und diejenigen, die expressiv tanzen, die Waage. Dabei variiere die Tanzwütigkeit der Frankfurter auch von Abend zu Abend und Club zu Club.

„In Läden, wo Rock, Funk oder Musik aus den Sechzigern gespielt wird, bewegen sich die Leute enthusiastischer als auf Elektro.“ - Rebekka, Partygängerin

Das kann Partygängerin Rebekka bestätigen. „In Läden, wo Rock, Funk oder Musik aus den Sechzigern gespielt wird, bewegen sich die Leute enthusiastischer als auf Elektro. Zu dieser Musik wippen Partybesucher meist mehr zum Beat, statt sich groß zu verausgaben“, sagt die 34-Jährige. Bei Hip-Hop-Partys habe sie meist das Gefühl, dass gerade das männliche Publikum nur in den Club geht, um mit Frauen zu flirten und sich zu betrinken.

„Bei uns sind einfach normale Leute, die zur Diskomusik tanzen.“ - Betreiber Ponyhof

Laut dem Betreiber des Ponyhofs in Alt-Sachsenhausen habe die Tanzlaune der Gäste auch viel mit den räumlichen Gegebenheiten des Clubs zu tun. „Wenn man eine große Lounge-Ecke anbietet, dann wird diese sicherlich auch genutzt und somit weniger getanzt“, so der Betreiber. Diese Ecke gebe es in seinem Club nicht, weshalb dort nach wie vor viel getanzt werde. Professionelle Tänzer gebe es im Ponyhof aber selten. „Bei uns sind einfach normale Leute, die zur Discomusik tanzen.“

Was, wenn man als einziger Gast zur Musik abgeht?

Wenn ein Gast dann doch etwas expressiver und verrückter tanzt, fühlen sich laut dem Betreiber des Ponyhofs die anderen Besucher dadurch nicht gestört. Laut Partygängerin Rebekka sehe man diese verrückten Tänzer allerdings relativ selten. „Die Frankfurter sind nicht die ausgelassensten Expressionisten“, so die 34-Jährige. Wer dann doch verrückte Tanzmoves zeige, falle deutlich auf und werde manchmal auch schräg angeschaut. Da sie selbst gerne ausgelassen tanzt, kenne sie dies aus eigenen Erfahrungen. Sie habe aber auch oft beobachtet, wie andere Gäste sich von den expressionistischen Tänzern anstecken lassen und dann gemeinsam mit ihnen in weitere Bars und Clubs ziehen.

„Ohne Vorglühen scheint nichts zu laufen.“ - Hans Romanov, Partyveranstalter und Clubbesitzer

Doch bis es soweit ist, müssen sich viele Frankfurter laut Romanov erst einmal in die Partystimmung einfinden. „Die Frankfurter brauchen generell eine gewisse Zeit, um in Tanzlaune zu kommen“, sagt der Szenekenner. „Ohne Vorglühen scheint da nichts zu laufen.“ (nm)

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