Das Problem mit dem Gras im Europagarten

Obwohl der Europagarten schon vor eineinhalb Jahren fertiggestellt wurde, sind große Teile von ihm immer noch nicht für die Öffentlichkeit zugängig. Woran liegt das?

Das Problem mit dem Gras im Europagarten

Das Europaviertel ist bei vielen Frankfurtern als Schlafstadt oder steril verschrien. Mit dem Europagarten wollten die Planer womöglich etwas mehr Lebensqualität, auf jeden Fall aber Grün in das Viertel bringen. Doch so richtig ging dieser Plan bis jetzt nicht auf. Denn große Teile des Gartens sind für Besucher gesperrt. Und das schon seit etwas mehr als eineinhalb Jahren. „Wann eröffnet der Europagarten endlich“, fragte ein Merkurist-Leser.

Anwohner warten sehnsüchtig

Das wüsste auch gerne Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Denn er ist davon überzeugt: „Der Park wird die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Europaviertel stark verbessern.“ Zudem warten zahlreiche Anwohner darauf, dass der komplette Garten eröffnet. Obwohl es den Gleisfeldpark und den Galluspark in der Nähe gibt, sei der mittlerweile nicht mehr so neue 60.000 Quadratmeter große Garten wichtig für alle Menschen, die im Quartier wohnen. Doch der Wunsch der Anwohner nützt nichts. Denn bei der Übergabe der Rasenfläche ist etwas schief gegangen, sagt Strank.

Das Problem mit dem Rasen

Der Leiter des Grünflächenamts, Stephan Heldmann, weiß mehr. Für die Rasenfläche hatte die Stadt einen Projektentwickler engagiert, der wiederum Landschaftsarchitekten für das Projekt ausgesucht hatte. Im Oktober 2017 wurde der Garten fertiggestellt und sollte an das städtische Grünflächenamt übergeben werden. Allerdings stimmte die Qualität der Rasenfläche nicht, so Heldmann. Normalerweise dauere es eine Vegetationsperiode (über die Sommermonate) bis das Gras in der richtigen Dichte gewachsen ist.

„Das, was im Moment passiert, war so nicht vorgesehen.“ - Stephan Heldmann, Leiter Grünflächenamt

Doch auch im Herbst 2018 waren die Vertreter der Stadt nicht mit dem Rasen zufrieden. Das Gras bedecke die Fläche nicht zu mindestens 70 Prozent und auch der Boden darunter sei nicht so locker, dass dort Niederschlag problemlos versickern kann. Die Ursache für die unbefriedigende Situation versuchen nun alle Beteiligten mithilfe von Gutachten zu finden. Womöglich war die Grasartenzusammensetzung fehlerhaft. Klar ist: „Das, was im Moment passiert, war so nicht vorgesehen“, sagt Heldmann. Doch die Grünflächen in ihrem derzeitigen Zustand übernehmen möchte der Vertreter der Stadt auch nicht: Ich bin nicht gewillt die Flächen mit einem Schaden für die Stadt zu übernehmen.“

„Es ist besser, dass alle Fragen erst einmal geklärt sind, damit der Europagarten keine Dauerbaustelle wird.“ - Oliver Strank, Ortsvorsteher

Strank zeigt sich verständnisvoll für die Verzögerung. „Es ist besser, dass alle Fragen erst einmal geklärt sind, damit der Europagarten keine Dauerbaustelle wird“, sagt der Ortsvorsteher. Er hat auch schon eine weitere Idee für die Zukunft: ein Europamuseum im Europagarten für das Viertel. Denn bei einem ist sich Strank sicher. „Das Viertel muss noch lebendiger werden.“ (pk)

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