Bombenentschärfung am Sonntag: Das müsst Ihr wissen

Am Sonntag soll eine Weltkriegsbombe am Osthafen in Frankfurt entschärft werden. Merkurist hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen dazu für Euch zusammengefasst.

Bombenentschärfung am Sonntag: Das müsst Ihr wissen

Eine 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg liegt am Frankfurter Osthafen. Entdeckt wurde sie am 25. Juni auf einem Baugrundstück an der Ecke Mayfarthstraße und Eytelweinstraße. Nun soll sie unschädlich gemacht werden — rund 16.500 Frankfurter müssen deshalb am Sonntagmorgen ihre Wohnungen verlassen. Aber wen betrifft die Evakuierung genau? Wie fahren Busse und Bahnen? Und was können evakuierte Frankfurter mit ihrer Zeit außerhalb der Wohnung anfangen? Merkurist hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen gesammelt.

Wie läuft die Evakuierung ab?

Zur Evakuierung haben Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr folgende Karte mit der betroffenen Zone veröffentlicht. Die Anwohner wurden auch via Wurfzettel im Briefkasten informiert.

Zudem hat die Branddirektion Frankfurt auch eine interaktive Karte zur Verfügung gestellt, auf der Bürger ihre eigene Adresse eingeben können, um zu sehen, ob sie im markierten Bereich der Karte liegt. Alle Personen in der roten Zone, die nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind, müssen am Sonntag bis 8 Uhr ihre Wohnungen und den Sperrbereich verlassen. Ab 6 Uhr fahren deshalb zusätzliche Linienbusse. Polizei und Ordnungsamt überprüfen dann, ob auch wirklich alle Menschen den gesperrten Bereich verlassen haben. Zur Kontrolle wird ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera über die Evakuierungszone fliegen.

Was sollen Anwohner tun, die ihre Wohnung nicht alleine verlassen können?

Bis 8 Uhr werden auch hilfsbedürftige oder bettlägerige Menschen durch Rettungsdienste und Katastrophenschutz evakuiert. Die Personen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, sollten sich bis Freitag um 12 Uhr über das extra eingerichtete Bürgertelefon (069/212-111) oder online auf einer entsprechenden Internetseite der Feuerwehr anmelden. Hilfsbedürftige Menschen, die in der Sperrzone leben und sich noch nicht beim Bürgertelefon gemeldet haben, müssen das so schnell wie möglich nachholen.

Daher auch ein Rat an alle Betroffenen: Damit alle Menschen in der gesperrten Zone mitbekommen, dass evakuiert wird, ist es wichtig, dass Anwohner auch ihren Nachbarn Bescheid geben — vor allem denjenigen, die kein Internet/Radio haben oder nicht regelmäßig zum Briefkasten gehen.

Wann dürfen die Betroffenen wieder zurück in ihre Wohnungen?

Wie lange die Entschärfung dauert, ist noch völlig unklar. Polizei und Feuerwehr erwarten, dass die Sperrungen gegen 17 oder 18 Uhr aufgehoben werden. Das tatsächliche Ende wird am Tag der Entschärfung über Rundfunk und die Sozialen Medien bekannt gegeben.

Welche Auswirkungen gibt es auf den öffentlichen Nahverkehr?

Ab 8 Uhr wird der öffentliche Nahverkehr in der Sperrzone eingestellt. Betroffen sind zum einen die U-Bahnlinie U6, die Straßenbahnlinie 11 sowie die Buslinien 32 und 45. Von 8 bis voraussichtlich 17 Uhr kommt es auf den Linien zu Einschränkungen.

Die U6 endet und beginnt in dieser Zeit am Zoo. Sie kann den Ostbahnhof nicht anfahren. Die Straßenbahnlinie 11 fährt zwischen Ostendstraße und Ratswegkreisel eine Umleitung über Zoo und Ratsweg. Die Buslinie 32 wird ab der Höhenstraße zur Endhaltestelle Zoo umgeleitet. Auch sie bedient den Ostbahnhof nicht. Die Buslinie 45 verkehrt nur zwischen dem Großen Hasenpfad und dem Südbahnhof. In das Deutschherrnviertel kann sie nicht fahren.

S-Bahnen sehr eingeschränkt

Die Bahn-Haltestellen Ostendstraße, Mühlberg und Frankfurt Ost werden am Sonntag ab 8 Uhr nicht mehr bedient, da sie in der Evakuierungszone liegen. Von 12 bis voraussichtlich 17 Uhr werden außerdem alle Bahnstrecken zwischen Frankfurt und Hanau gesperrt.

Die S1 fährt in dieser Zeit nur zwischen Rödermark Ober-Roden und Offenbach Ost, aus Wiesbaden kommend endet sie in Frankfurt Süd. Die S2 ist nur zwischen Dietzenbach und Kaiserlei unterwegs. Aus Niedernhausen endet die S2 in Griesheim. Die S8 verkehrt nur zwischen Wiesbaden und dem Frankfurter Hauptbahnhof. Die S9 bedient nur die Haltestellen zwischen Hanau und Kaiserlei, von Wiesbaden kommend endet die S9 am Hauptbahnhof in Frankfurt.

Auch Regios betroffen

Auch einige Regionalzüge sind betroffen. Dazu gehören die Linien RE50 und RB51, die nur bis Offenbach Hauptbahnhof fahren. Die Linien RE54/55 und RE85 enden bereits am Hanauer Hauptbahnhof. Die RB58 fährt nur bis Mainkur.

Gibt es für die Betroffenen wieder mancherorts freien Eintritt?

Im Zoogesellschaftshaus am Alfred-Brehm-Platz 16 richten Polizei und Feuerwehr eine Betreuungsstelle für die von der Evakuierung betroffenen Menschen ein. Sie ist am Evakuierungssonntag ab 7 Uhr geöffnet.

Wie bereits in der Vergangenheit, sollen sich die von der Evakuierung betroffenen Frankfurter einen einigermaßen schönen Tag machen können. Freien Eintritt gibt es für sie am Sonntag in die städtischen Museen und den Palmengarten. Die entsprechenden Gutscheine werden, so die Stadt am Freitag, per Wurfsendung an die betroffenen Haushalte geschickt. Sie sind für zwei Erwachsene und eigene Kinder gültig.

„Gerade für die Betroffenen, die nicht die Möglichkeit haben, den Tag bei Freunden und Verwandten zu verbringen, bietet der freie Eintritt in die städtischen Museen und den Palmengarten eine Möglichkeit, den Tag sorglos zu verbringen“, so Oberbürgermeister Peter Feldmann. Auch alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte bekommen laut Stadt einen gleichwertigen Gutschein, den sie an einem anderen Tag einlösen können.

Zu den städtischen Museen, die am Sonntag geöffnet haben, zählen das Archäologische Museum mit der Kaiserpfalz franconofurd, das Historische Museum mit dem Jungen Museum, das Caricatura-Museum, das Deutsche Architekturmuseum, das Hindemith-Kabinett, das Ikonen-Museum, das Institut für Stadtgeschichte, das Museum für Moderne Kunst, das Museum Judengasse, das Museum für Angewandte Kunst, das Porzellan-Museum und das Weltkulturen-Museum.

Das Bürgertelefon unter der Rufnummer 069/212-111 ist am Freitag, 5. Juli, noch bis 18 Uhr, Samstag, 6. Juli, von 8 bis 20 Uhr und am Sonntag, 7. Juli, von 6 Uhr bis zum Ende des Einsatzes erreichbar. (ms)

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