Bürgerbefragung: Frankfurt wird sicherer, aber schmutziger

Frankfurter fühlen sich so wohl und so sicher wie noch nie, sind jedoch weiterhin unzufrieden mit Verkehr und Wohnungsmarkt. Das und viel mehr weist die Bürgerbefragung 2018 auf. Wir stellen Euch die Ergebnisse vor.

Bürgerbefragung: Frankfurt wird sicherer, aber schmutziger

Ende des vergangenen Jahres wurde wieder die jährliche Bürgerbefragung in Frankfurt durchgeführt. Bei der repräsentativen Befragung bewerteten insgesamt 1363 Bürger - deutsch und ausländisch - die größten Probleme der Stadt, ihr Sicherheitsgefühl in Frankfurt, das Stadtimage und weitere Themenbereiche. Die Ergebnisse der Befragung stellte Stadtrat Jan Schneider, der als Dezernent des Dezernats V auch für städtische Statistiken zuständig ist, am Freitag der Presse vor.

Wohnungsmarkt und Verkehr bleiben Spitzenprobleme

Die Wohnungsmarktsituation stellt nach wie vor das größte Problem in Frankfurt dar. 56 Prozent der deutschen und 49 Prozent der ausländischen Frankfurter gaben dies als Antwort. Aber: Zum ersten Mal seit acht Jahren sind die Werte bei dieser Frage nicht gestiegen.

Dabei stehen zu hohe Mieten weiterhin im Fokus, während das Wohnungsangebot von den Befragten besser bewertet wurde als im Vorjahr. Das könne mit den fertiggestellten Neubauten in den letzten Jahren zusammenhängen, vermutet Jan Schneider.

„Eine wachsende Stadt führt natürlich zu volleren Bahnsteigen und vollerem Verkehr“ - Jan Schneider, Stadtrat

Als zweitgrößtes Problem in Frankfurt sehen Befragte auch dieses Jahr wieder die Verkehrssituation. Dicht gefolgt vom öffentlichen Nahverkehr. Dessen Bewertungen zeigen: Frankfurter waren mit dem ÖPNV noch nie so unzufrieden wie in dieser Befragung. Der Stadtrat zeigt sich verständnisvoll: „Eine wachsende Stadt führt natürlich zu volleren Bahnsteigen und vollerem Verkehr und somit nicht unbedingt zu mehr Zufriedenheit.“

Positives Sicherheitsgefühl

„So sicher haben sich die Frankfurter noch nie gefühlt“ - Jan Schneider, Stadtrat

Die besten Werte ergaben sich in den Bereichen Kriminalität und Sicherheit. „So sicher haben sich die Frankfurter noch nie gefühlt“, erklärt Schneider. Nur acht Prozent der deutschen und sieben Prozent der ausländischen Bürger sehen Kriminalität als großes Problem in Frankfurt.

Auch die Unsicherheit ist zurückgegangen: Das persönliche Sicherheitsgefühl der Frankfurter abends in der Innenstadt liegt mit 60 Prozent nur knapp unter dem Höchstwert von 2012 (62 Prozent). Auch tagsüber fühlen sich viele Frankfurter immer sicherer in der Innenstadt - und zwar 91 Prozent und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Außerdem bewerten Bürger und Bürgerinnen ihre Furcht vor Verbrechen als so gering wie noch nie - 58 Prozent gaben an, „selten oder nie“ Angst zu haben, Opfer eines Verbrechens zu werden. Dazu trage vermutlich auch die verstärkte Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften bei, so Schneider. Bahnhof und Bahnhofsviertel werden weiterhin als die unsichersten Stadträume eingeschätzt.

Reizvoll und international - aber schmutzig

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Ausländern wird so entspannt gesehen wie noch nie zuvor. Nur drei Prozent der ausländischen und sieben Prozent der deutschen Frankfurter äußerten Probleme in diesem Bereich. So zeigen auch die Bewertungen der Stadt als „international“, „weltoffen“, „reizvoll“ und „gastlich“ die positive Sicht vieler Bürger auf die Stadt.

Während die Sicherheit der Stadt dieses Jahr positiver bewertet wurde, steht ihre Sauberkeit nicht besonders gut da. Im Vergleich zu den 29 Prozent, die Frankfurt im letzten Jahr mit „schmutzig“ beschrieben, empfanden dieses Jahr 32 Prozent der Befragten die Stadt als schmutzig. Trotzdem leben 82 Prozent der Bürger gerne in Frankfurt. Das allgemeine Stadtimage ist also konstant auf einem hohen Niveau geblieben.

Stadtverwaltung muss moderner werden

„Diese Ergebnisse beschäftigen uns.“ - Jan Schneider, Stadtrat

„Wir freuen uns sagen zu können, dass die Stadtverwaltung ein hohes Ansehen genießt und als zuverlässig und bürgerorientiert bewertet wird“, so Jan Schneider. Nur im Bereich Modernität gibt es einen Rückgang von 38 auf 33 Prozent, zu dem der Stadtrat sich nachdenklich zeigt: „Diese Ergebnisse beschäftigen uns. Aber uns ist klar: Um unsere Modernität zu steigern, brauchen wir natürlich an mehr als nur einem Berührungspunkt Onlineverfahren.“

Das politische Interesse der Frankfurter zeigt sich in vielen Bereichen rückläufig. Lediglich in der Landespolitik ist eine Steigerung des Interesses zu beobachten. Gerade bei den jüngeren Altersgruppen ist ein positiver Trend zu sehen, wohingegen die Altersgruppe 45-59 im Vergleich zu 2017 starke Rückgänge von sechs bis 14 Prozentpunkten in allen betroffenen Politikbereichen verzeichnet.

Als Informationsquellen werden die sozialen Netzwerke im Vergleich zum vergangenen Jahr beliebter. Die übrigen Medien, wie Fernsehen und Zeitung, erfuhren eine vergleichsweise weniger starke Bedeutungsbewertung. Ebenso fiel das allgemeine Internet in seiner Bedeutung als Informationsquelle von 77 auf 73 Prozent

Alle genauen Werte der Bürgerbefragung 2018 findet Ihr als kostenlosen PDF-Download hier. (mr/ab)

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