Frankfurter Schüler nehmen immer weniger Drogen

Der diesjährige Bericht zum Drogenkonsum bei den 15- bis 18-Jährigen bestätigt den Trend der vergangenen Jahre. Immer weniger junge Menschen scheinen Rauschmittel zu konsumieren. Für den Gesundheitsdezernenten eine Bestätigung der Präventionsarbeit.

Frankfurter Schüler nehmen immer weniger Drogen

Die meisten Frankfurter Schüler nehmen gar keine Drogen - weder legal noch illegal. Das ist die beruhigendste Erkenntnis, die aus dem am Montagmittag vorgestellten jährlichen „Monitoring-System Drogentrends“ (MoSyD) hervorgeht. Mitarbeiter des Drogenreferats, das Gesundheitsdezernats und Forscher des Centre for Drug Research der Goethe-Universität zeigten sich daher angenehm überrascht über die Ergebnisse. Nicht der Konsum im Gesamten, sondern auch der Genuss von - häufig als Einstiegsdroge geltendes - Cannabis sei zurückgegangen.

Seit 16 Jahren gibt es diese Studie

„Dabei geht es nicht nur um den Konsum allein, sondern auch um das Freizeitverhalten im Allgemeinen.“ - Stefan Majer, Gesundheitsdezernent

Seit 2002 werden jährlich Schüler zwischen 15 und 18 Jahren nach ihrem Konsumverhalten befragt. „Dabei geht es nicht nur um den Konsum allein, sondern auch um das Freizeitverhalten im Allgemeinen“, gibt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) Einblick in die Überlegungen zum Studiendesign. Dabei könne man Verbindungen zueinander ziehen und so genauere Erforschung der Gründe für einen Konsum erkennen. „Häufig sei zum Beispiel persönlicher Stress Auslöser, um zur Bewältigung dieser zu Drogen zu greifen.“

In diesem Jahr, so Majer, sei es in der etwa 32.000 Euro teuren Studie wieder einmal zu interessanten Ergebnissen gekommen, die man so nicht erwartet habe: „Cannabis wird weiter aus der Tabuzone geholt und Alkohol wird so selten konsumiert, wie nie zuvor.“ Mit der Erhebung könne man so für die weitere Arbeit „den Blick schärfen“ und die Präventionsarbeit weiter konkretisieren.

Alkohol und Cannabis unter besonderer Berücksichtigung

„Wir haben insgesamt seit Einführung der Befragung die besten Werte.“ - Regina Ernst, Leiterin Drogenreferat

Grundsätzlich zeige sich, dass offensive und neue Präventionsveranstaltungen in den Schulen ihre Wirkung nicht verfehlten. Dies sieht auch Regina Ernst, Leiterin des Drogenreferates, so: „Wir haben insgesamt seit Einführung der Befragung die besten Werte.“ 17 Prozent der befragten Schüler hätten noch nie legale oder illegale Drogen konsumiert. 2002 waren es nur vier Prozent, 2010 nur zehn Prozent. Auch beim Erstkonsum sei ein Trend zu erkennen. Die häufigsten Gründe für einen ausbleibenden Konsum seien bei Tabak, Alkohol und Cannabis, dass die Schüler einfach kein Interesse daran hätten, oder sie aber gesundheitliche Schäden fürchten.

Auch mit einer weiteren Mär konnte das Monitoring aufräumen: „Es gibt immer das Vorurteil, dass die Konsumenten immer jünger werden. Auch das ist nicht der Fall, dem können wir mit unserem Monitoring entgegenwirken“, sagt Ernst. Während 2012 der Erstkonsument von Tabak im Durchschnitt noch 12,8 Jahre alt war, ist er 2017 14,3 Jahre alt. Auch beim Alkohol- (2002: 12,9 Jahre; 2017: 14 Jahre) sowie Cannabiskonsum (2002: 14,5 Jahre; 2017: 15,3 Jahre) bestätigt sich dieser Trend.

„Jeder Konsument ist einer zu viel.“ - Regina Ernst, Leiterin Drogenreferat

Doch bei aller Freude über den positiven Trend, sei laut Regina Ernst auch Realität: „In unserer befragten Gruppe gibt es 14 Prozent, die allein in den vergangenen Monat vor dem Befragungstag riskant oder intensiv konsumiert haben. Jeder Konsument ist einer zu viel.“ Vor allem vor diesem Hintergrund sei ein solcher Bericht zwar eine Bestätigung für die getätigte Arbeit, aber noch lange kein Erfolg oder Schlussstrich, auf dem man sich ausruhen könne.

Mehr als 1000 Schüler an 29 Schulen befragt

„Wir sind mit Tablets in den Unterricht gegangen und haben die Schüler gebeten, darauf die Fragen auszufüllen.“ - Gerrit Kamphausen, Drug Research Center

Hinter der Studie stecken aber auch fleißige Köpfe der Universität Frankfurt: Luise Klaus und Gerrit Kamphausen vom Center for Drug Research zeigten sich im Wesentlichen verantwortlich für die Befragung. „Wir sind mit Tablets in den Unterricht gegangen und haben die Schüler gebeten, darauf die Fragen auszufüllen“, erzählt Kamphausen. 81 Klassenverbände an 29 Frankfurter Schulen seien dem gefolgt, über 1000 Schüler gingen letzten Endes in die Stichprobe mit ein. „Damit ist dies auch repräsentativ“, sagt Luise Klaus.

„Die Zahlen zeigen uns: Es lohnt sich intensiv Präventionsarbeit zu betreiben. Doch auf dem Erfolg möchten wir uns nicht ausruhen.“ - Stefan Majer, Gesundheitsdezernent

Gesundheitsdezernent Majer lobte das MoSyS und die Arbeit der Forscher als zentrales Element der Frankfurter Drogenprävention: „Wir sind damit das Maß aller Dinge in der Deutschland. Denn keine andere Stadt führt jährlich dieses Monitoring durch.“ Gerade vor diesem Hintergrund unterstrich er nochmals, dass es aber mit der reinen Darstellung der Ergebnisse nicht getan sei: „Diese Erkenntnisse müssen wir nun mitnehmen in die kleinteilige Arbeit. Wir möchten schauen, was das konkret für unsere Präventionsarbeit in und außerhalb der Schulen bedeutet.“ Majer macht aber auch für sich klar: „Die Zahlen zeigen uns: Es lohnt sich intensiv Präventionsarbeit zu betreiben. Doch auf dem Erfolg möchten wir uns nicht ausruhen.“

Logo