Wie steht es um die Dealer-Szene im Frankfurter Norden?

Viele Polizeimeldungen zum Thema Drogenhandel kommen aus dem Frankfurter Norden. Ist das Problem dort größer als in anderen Stadtteilen?

Wie steht es um die Dealer-Szene im Frankfurter Norden?

Das Bahnhofsviertel ist für seine Drogenszene bekannt. Crack und Heroin gehören dort zum Alltag. Aber wie steht es mit anderen Teilen Frankfurts? In den letzten Wochen und Monaten schien es, als hätten sich Polizeimeldungen über Funde von weichen Drogen wie Cannabis und Haschisch im Frankfurter Norden gehäuft. Ist da etwas dran?

„In ganz Frankfurt würden wir was finden.“ - Isabelle Neumann, Frankfurt Polizei

Isabelle Neumann von der Frankfurter Polizei erklärt den Eindruck: „Wir haben in letzter Zeit häufiger Durchsuchungen durchgeführt, gerade am Frankfurter Berg.“ Außerdem sei es in der Vergangenheit öfter zu Zufallsfunden in nördlichen Stadtteilen gekommen. Beispielsweise, wenn jemand mit einem geklauten Auto erwischt und dann die Wohnung der Person durchsucht wurde. Aber sie betont auch: „In ganz Frankfurt würden wir was finden. Das ist nichts, was es in anderen Stadtteilen nicht gäbe.“

Ortsvorsteher sind sich einig

„Wir sind nicht schlimmer dran als die anderen Stadtteile.“ - Klaus Nattrodt, Ortsvorsteher

Diesen Eindruck teilen auch Ortsvorsteher aus dem Norden. Klaus Nattrodt ist Ortsvorsteher der Stadtteile Heddernheim, Niederursel und Nordweststadt. Er sieht ebenfalls keine neuen Probleme, wenn es um das Thema Drogen geht. „Wir sind da nicht viel schlimmer dran als die anderen Stadtteile in den Außenbezirken.“ Erst am Donnerstag habe es eine Besprechung mit einem zuständigen Polizeirevier gegeben. Zwar wurde auch dort von einigen Zufallsfunden berichtet, aber Auffälligkeiten gebe es keine.

Robert Lange, Ortsvorsteher von Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg und Preungesheim, ergänzt: „Wir haben eine sehr aktive Polizei vor Ort. Ich glaube, dass das Thema Drogen aktiv angegangen wird.“ Zwar habe es in der Vergangenheit Berichte über das Thema Drogen in seinen Stadtteilen gegeben, aber diese seien von vielen Anwohnern als überzogen betrachtet worden. „Wir haben uns dann noch intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt“, sagt Lange. Wenn es also ein Drogenproblem geben solle, wolle man es angehen. Er sieht aber eigentlich keine Unterschiede, zu anderen Stadtteilen.

Wichtig sei, dass auch die Bürger aufmerksam bleiben. „Wenn jemand was sieht, ist es natürlich immer wichtig, Meldung zu machen.“ Außergewöhnlich viel zu sehen scheint es aber - da sind sich Ortsvorsteher und Polizei einig - nicht zu geben. (ab)

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