250 Schüler und Eltern protestieren lautstark vor dem Römer

Die IGS Nordend möchte ihren alten Mensa-Betreiber behalten, obwohl ein Vergabeverfahren anders entschieden hatte. Schüler und Eltern zogen nun vor dem Römer und protestierten lautstark. Die Dezernentin machte jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg.

250 Schüler und Eltern protestieren lautstark vor dem Römer

Es war eine friedvolle und beeindruckende Gruppe, die sich am Montagnachmittag vor dem Römer zusammenfand: Mehr als 200 Schüler und Eltern protestierten gemeinsam und lautstark für den Verbleib des Mensa-Teams der Integrierten Gesamtschule (IGS) im Nordend. Ausgestattet mit Trillerpfeifen, Transparenten, Vuvuzelas und reichlich Besteck sowie Töpfen, machten sie ihrem Unmut vor der anstehenden Sitzung des Bildungsausschusses Luft. Ob der Protest jedoch zum gewünschten Erfolg führen wird, ist mehr als ungewiss.

Schulleitung fühlt sich übergangen

„Geht es auch lecker?“, „Es geht uns auf den Wecker“ und „Kinder haben auch Geschmack“ waren unter anderem die Slogans auf den bemalten und gebastelten Plakaten. Es spiegelte die Stimmungslage der Anwesenden wider. „Niemand, mit dem ich in den letzten Wochen telefoniert habe und der hier heute ist, hat gesagt, dass er die Entscheidung gut findet“, stellte Schulleiter Uwe Gehrmann fest.

„Bei unserer Empörung geht es um die Zerstörung einer objektiv wahrnehmbaren schulischen Kultur.“ - Uwe Gehrmann, Schulleiter der IGS Nordend

Mit der Entscheidung meint Gehrmann das Vergabeverfahren um den Betreiber der Mensa in der IGS Nordend. Nach mehreren Jahren muss der aktuelle Caterer, Cantina Buen Barrio, die Schule im Sommer verlassen. Ein anderer Betreiber wird dann den täglichen Essens-Betrieb übernehmen. Dies ergab eine Ausschreibung seitens der zuständigen Schulbehörden. Ein Vorgang, der nun für Gegenwind aus der Schulgemeinschaft sorgt. „Bei unserer Empörung geht es um die Zerstörung einer objektiv wahrnehmbaren schulischen Kultur“, schrieb Schulleiter Gehrmann in einer Erklärung auf der Internetseite der Schule.

Mitteilung erst drei Stunden vor Ferienbeginn

Erst drei Stunden vor dem Ferienbeginn habe man erfahren, dass eine Entscheidung im Vergabeverfahren gefallen sei. Dass dies ein Zufall gewesen sei, stellte der Schulleiter infrage. Mehr noch sei es eine „Lektion in Machtverhalten“ seitens des Schulamtes. Trotz der kurzfristigen Mitteilung sei man dennoch unverzüglich aktiv geworden: „Und was haben wir dann gemacht? Wir haben eine Vollversammlung abgehalten und die Schülerinnen und Schüler sowie die Kolleginnen und Kollegen informiert.“

„Das Vergabeverfahren ist kompliziert. Eltern haben kaum Möglichkeiten bei der Gestaltung.“ Stephanie Dietmann, Vorsitzende des Schulelternbeirates der IGS Nordend

Auch die Vorsitzende des Schulelternbeirates der IGS Nordend, Stephanie Dietmann, machte keinen Hehl um ihren Unmut über die Vorgänge der letzten Wochen: „Das Vergabeverfahren ist kompliziert. Eltern haben kaum Möglichkeiten bei der Gestaltung.“ Darüber hinaus machte sie noch einmal deutlich, dass man seit Bekanntwerden schon Einiges auf die Beine gestellt habe: „Wir haben innerhalb von wenigen Wochen zwei Kundgebungen organisiert und Tausende Unterschriften gesammelt.“ Darauf könne man Stolz sein. Doch sie stellte auch klar: „Damit ist es noch nicht getan. Das ist erst der Anfang. Es wird noch einiges auf uns zukommen.“

„Es geht auch einfach ums Prinzip: Dass wir nicht gefragt wurden.“ - Schülerin

Die IGS Nordend schreibt es sich auf die Fahne, ihre Schüler zur politischen Teilhabe zur ermutigen: „Die Schule versucht, als Changemaker School ihre Kinder dazu zu befähigen, sich in die Gestaltung der Gesellschaft einzumischen.“ Was das heißt, konnte man vor dem Römer sehen. Organisierter Protest, klar formulierte Plakate und verschiedene Schüler, die sich vor dem Rathaus versammeln. „Es geht auch einfach ums Prinzip: Dass wir nicht gefragt wurden“, kritisiert beispielsweise eine Schülerin und erhält dafür lautstarke Unterstützung. „Deshalb stehe ich heute hier.“

Chancen stehen schlecht

„Die Entscheidung ist gefallen.“ - Sylvia Weber, Bildungsdezernentin der Stadt Frankfurt

Ob das Engagement der Schüler und Eltern von Erfolg gekrönt sein wird, dass darf nach der Bildungsausschuss-Sitzung am Montag jedoch bezweifelt werden. „Die Entscheidung ist gefallen“, stellte Bildungsdezernentin Sylvia Weber fest. Ein Umstand, der die engagierten Schüler und Eltern aber nicht vom Weitermachen abhält: „Dann muss der Protest eben noch lauter werden.“

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