Was macht das Yok-Yok zum Kult?

Ein Kiosk der besonderen Art lockt die Frankfurter in das Bahnhofsviertel. Auch in schwierigen Zeiten und bei Bedrohung durch Ladenketten wird dort Zusammenhalt noch groß geschrieben.

Was macht das Yok-Yok zum Kult?

Das Yok-Yok in der Münchner Straße gilt als legendärer Kiosk in Frankfurt. An warmen Sommernächten ist es nicht selten, dass man vor der Tür von Nazim Alemdar's Laden 50 Menschen antrifft. Die unterschiedlichsten Leute treffen sich hier, um entspannt ein Bier zu genießen. Aber das Yok-Yok ist schon lange mehr als nur ein Getränkemarkt.

Zahlreiche Biersorten und eine Kunstaustellung

Beim Yok-Yok (deutsch: Gibt's nicht gibt's nicht) ist der Name Programm, denn Alemdar notiert sich die Kaufwünsche seiner Kunden und versucht alles so schnell wie möglich zu besorgen. „Vom Fahrrad Flickset bis zum Auspuff“ hat er schon alles bestellt. Aber vor allem bietet der Kiosk zahlreiche Biersorten, denn das ist die Leidenschaft von Alemdar. In diesem Geschäft gibt es wirklich alles - sogar eine Kunstausstellung. Das ist „Kunst zum Anfassen“, wie er sie nennt.

Ein Viertel unter ständiger Veränderung

Der Kioskbesitzer wohnt seit 37 Jahren im Frankfurter Bahnhofsviertel und ist daher immer hautnah dabei, wenn sich der Stadtteil verändert. Alemdar betont: „Das ist jetzt schon die dritte Veränderung, die ich hier erlebe.“ Das liege daran, dass neue Leute das Viertel für sich entdecken und somit den Flair ändern. Läuft es gut für das Gebiet östlich des Bahnhofs, zieht es auch Ketten wie Rewe oder Rossmann in die Gegend.

„Pioniere müssen dann ihre Geschäfte aufgeben.“ - Nazim Alemdar

Das stimmt den Yok-Yok-Besitzer ärgerlich, denn die bringen keine neuen Kunden, sondern sorgen nur für steigende Mietpreise. „Pioniere“, wie Alemdar sich und andere alteingesessene Gastronomen im Bahnhofsviertel nennt, „müssen dann ihre Geschäfte aufgeben.“

Zusammenhalt im Bahnhofsviertel

Es gab allerdings auch schon Zeiten, in denen das Bahnhofsviertel keine Anlaufstelle für Frankfurter war. Vor allem dann erkennt man, worauf es in diesem Stadtteil wirklich ankommt. Nazim Alemdar lobt den Zusammenhalt von Läden wie Alim's Fischimbiss, Maxie Eisen, Bar Plank und natürlich dem Yok-Yok, die dann gemeinsam die Kundschaft wieder anziehen. Er sagt stolz: „Wir haben ein harmonisches Bahnhofsviertel. Da gehören auch Junkies und das Rotlichtviertel dazu.“

„Das Gefühl, Frankfurter zu sein“ - Nazim Alemdar

Im Bahnhofsviertel seien Ausländerfeindlichkeit oder Schichtunterschiede kein Thema. Alemdar glaubt ganz unabhängig von Nationalität oder Glaube „gibt einem dieses Gebiet das Gefühl, Frankfurter zu sein“. Mit dem Yok-Yok hat der Kioskbesitzer für das sich immer wandelnde Bahnhofsviertel vielleicht einen zeitlosen Ort geschaffen. Er würde zumindest den Kiosk am liebsten noch 50 Jahre betreiben.

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