Schüler gehen mit Kreuzfahrtschiff auf Abschlussfahrt

Eine Woche nachdem durch einen Bericht der „Hessenschau“ bekannt wurde, dass Schüler der Carl-Schurz-Schule mit einem Kreuzfahrtschiff auf Abschlussfahrt gehen, äußert sich nun der Schulleiter.

Schüler gehen mit Kreuzfahrtschiff auf Abschlussfahrt

Kreuzfahrten - in Zeiten des Klimawandels sind sie vielen einen Dorn im Auge. Kritisiert werden sie vor allem wegen des massiven Ausstoßes von Kohlendioxid. Als nun vor rund einer Woche durch einen Bericht der „Hessenschau“ bekannt wurde, dass die Carl-Schurz-Schule in Sachsenhausen ihren Leistungskursschülern eine Kreuzfahrt erlaubte, brach eine Welle der Entrüstung über das Gymnasium herein. Merkurist hat im Nachgang mit dem Schulleiter, Hans-Ulrich Wyneken, gesprochen.

Die Ausgangslage: Insgesamt 33 Schüler der Leistungskurse Mathematik und Physik sind seit Sonntag mit dem Kreuzfahrtschiff „Aida Bella“ nach Oslo und Kopenhagen unterwegs. Bereits vor einem Jahr hatten Eltern die Fahrt gebilligt, heißt es in einer Stellungnahme der Schule. Auch die Schulleitung genehmigte die Klassenfahrt. Als dies öffentlich wurde, sammelten sich zahlreiche Kommentare in den sozialen Netzwerken und unter dem Hessenschau-Bericht. Die Meinung der User: zwiegespalten. „Alles Lug und Trug! Ist Umweltschutz nur ein leeres Wort?“, fragt ein User. Ein anderer meint: „Die Aida fährt mit oder ohne die Schulklasse.“

Das sagt der Schulleiter

Warum die Emotionen hochkochten, kann sich die Schulleitung nur damit erklären, dass dem Bericht der Hessenschau wesentliche Informationen fehlten, wie zum Beispiel, dass das Schiff nicht mit Schweröl fährt oder dass die Schule Umweltzertifikate beim Anbieter „atmosfair“ erwarb. Diese und andere Informationen legt die Schule in der Stellungnahme ausführlich dar, um „die Diskussion zu versachlichen“.

Rund eine Woche später blickt Schulleiter Wyneken auf diese aufregende Zeit zurück. „Das Thema ist eigentlich durch. Ich habe mit der Redaktion der Hessenschau telefoniert und wir waren uns einig, dass wir das Ganze in ruhigeres Fahrwasser bringen“, sagt er. „Wir konnten die Wogen glätten.“ Das Ganze habe allerdings Auswirkungen auf künftige Schulfahrten, so Wynecken. „Natürlich werden wir über künftige Klassenfahrten diskutieren. Bei manchen Reisen wird es schwierig auf das Flugzeug zu verzichten, da wir wenig Zeit pro Fahrt haben. Eine Idee ist aber der Kauf von CO2-Zertifikaten, um das auszugleichen. Mittlerweile gibt es sogar Reiseveranstalter, die das anbieten.“

Und wie geht es den Schülern? „Von den Schülern, die inzwischen unterwegs sind, habe ich noch nichts gehört, ich hoffe, sie genießen ihre Reise“, so Wyneken abschließend. (pk)

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