Wie es mit dem Galoppsport in Frankfurt weitergehen soll

Der Grundstein für das neue DFB-Leistungszentrum ist gelegt - und das Aus der ehemaligen Galopprennbahn damit endgültig besiegelt. Das Ende des Galoppsports in Frankfurt soll das allerdings nicht bedeuten. Denn die Bürgerinitiative hat große Pläne.

Wie es mit dem Galoppsport in Frankfurt weitergehen soll

Spätestens seit Ende September ist das endgültige Aus der alten Galopprennbahn in Niederrad besiegelt: Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) legten die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf dem Gelände den offiziellen Grundstein für das neue DFB-Leistungszentrum — ein Bau, der insgesamt rund 150 Millionen Euro kosten soll.

Die Geschichte des Galoppsports in der Stadt soll damit allerdings nicht zu Ende gehen — zumindest, wenn es nach der eigens gegründeten Bürgerinitiative Pro Rennbahn geht. Diese hatte bereits in der Vergangenheit versucht, die Rennbahn zu retten und den Bau des Leistungszentrums zu verhindern. Obwohl das gescheitert ist, will die Initiative weitermachen. Sprecher Oliver Pohl erklärte bereits im April gegenüber Merkurist: „Die Bürgerinitiative setzt sich für eine Rückkehr des Galoppsports nach Frankfurt ein.“

Frankfurt soll wieder einen Rennstall bekommen

Und diese Pläne werden konkreter. Schon im kommenden Jahr will die Bürgerinitiative eine Pro-Rennbahn-Stiftung gründen und einen eigenen Rennstall aufbauen — unter altbekanntem Namen. „Der Name ‘Renn-Klub Frankfurt’ ist das wohl älteste und bekannteste Branding in der Frankfurter Sportgeschichte“, erklärt Pohl. „Diesen guten Namen wollen wir auch weiterhin im aktiven Sport sehen.“ Nach der Gründung sollen interessierte Bürger und Parteien sich als Mitbesitzer am Rennpferd des Stalls beteiligen können. Auch gemeinsame Renn- und Stallbesuche und Events rund um den Galoppsport soll es dann wieder in Frankfurt geben.

„Die Vision einer neuen Rennbahn ist ein Projekt, das jahrelange, kluge Planung voraussetzt.“ - Oliver Pohl, Sprecher von Pro Rennbahn

Dass die Initiative so bald keine neue Rennbahn in Frankfurt haben wird, liegt für die Verantwortlichen trotz der großen Pläne auf der Hand. „Wir sind keine Utopisten“, sagt Pohl. „Die Vision einer neuen Rennbahn ist ein Projekt, das jahrelange, kluge Planung voraussetzt.“ Man arbeite zwar daran, das langfristige Ziel zu erreichen — zwischenzeitlich gebe es allerdings interessante Optionen wie die Kooperation mit anderen Rennvereinen. Auch Rennen auf Übergangsrennbahnen können sich die Verantwortlichen vorstellen. „Dies wäre auch ein Rückgriff auf den Beginn des Renn-Klubs, der einst ohne eigene Rennbahn veranstaltete“, so Pohl.

Bürgerinitiative nimmt Bewerbungen für Preis an

Zunächst steht allerdings die Gründung der Stiftung an. „Das soll die Ernsthaftigkeit unserer Planungen unterstreichen und die Bürgerinitiative finanziell und zeitlich absichern, um eine weitere erfolgreiche Arbeit zu ermöglichen“, erklärt Pohl. Kommendes Jahr soll dann auch zum ersten Mal der Stiftungspreis verliehen werden. Der „Renn-Klub Frankfurt Stiftungspreis“ soll jährlich mit wechselnder Untertitel-Widmung, die eine wichtige Persönlichkeit oder ein wichtiges Ereignis der Renn-Klub-Historie nennt, an Personen oder Institutionen verliehen werden, die sich für ein sportlich faires Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen.

„Wir starten 2020 mit einer Stiftungspreis-Summe in Höhe von zunächst 2000 Euro“, so Pohl. „Wir sind natürlich offen für alle Interessierten, die sich an einer Aufstockung der Summe beteiligen möchten und ein Zeichen für die Sportstadt Frankfurt setzen möchten.“ Bewerbungen um den Preis nimmt die Bürgerinitiative ab sofort entgegen. Weitere Infos gibt es auf der Website. (pk)

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